Leistung des Jahres: Tobias Fankhauser (23, Hölstein)

Beim Sportpreis 2011 gewann er noch einen Förderpreis. Sein Ziel damals, eine Teilnahme an den Paralympics in London. Als Fankhauser das Ticket in der Tasche hatte, wollte er mit einer guten Leistung in England seine Selektion rechtfertigen. Das Greenhorn im Schweizer Team kehrte mit der Silbermedaille im Strassenrennen nach Hölstein zurück. Seine Heimat, die ihm ideale Trainingsbedingungen bot. Stundenlang ist er mit seinem Handbike hügelauf und -ab gefahren, um sich auf die topografisch anspruchsvolle Strecke von Brands Hatch vorzubereiten. Mit Erfolg: Er konnte sich hinter dem Favoriten Mark Rohan festbeissen. Im Schlussspurt war er chancenlos, gab aber zu Protokoll: «Er hat die gesamte Führungsarbeit geleistet. Ich habe nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen.» Ein echter Sportsmann.

Aufsteiger des Jahres: Simone Werner (19, Riehen)

Ganz neu ist Simone Werner nicht auf der Leichtathletik-Bühne. Wie in diesem Jahr wurde die mehrfache Junioren-Schweizer-Meisterin auch schon 2011 zur Nordwestschweizer Leichtathletin des Jahres gewählt. In diesem Jahr fasste die 19-jährige Riehenerin aber bei der Elite Fuss. Sowohl in der Halle als auch an den SM in Bern gewann sie mit Silber erstmals Edelmetall. Imposant vor allem, wie sie auf ihr grosses Saisonziel, die U20-Weltmeisterschaften, hingearbeitet hat. Pünktlicher als ein SBB-Zug hat sie den Fahrplan ihrer Trainerin eingehalten. Bei jeder Runde hat sie die Weichen noch etwas besser gestellt. Bis sie sich mit persönlicher Bestzeit und erstmals unter 55 Sekunden für den U20-WM-Halbfinal in Barcelona qualifiziert hat. Zweifellos wird der Werner-Schnellzug bald noch mehr internationale Strecken befahren dürfen.

Entertainer des Jahres: Alex Wilson (22, Basel)

Mit seinem Olympia-Halbfinal über 200 m wäre er auch ein Kandidat für die Leistung des Jahres gewesen. Aber Alex Wilson ist nicht nur unheimlich schnell, er ist zudem ein grosser Spassvogel. Es ist wohl kein Zufall, dass der 22-Jährige und Usain Bolt, der Showman der Leichtathletikszene schlechthin, aus dem gleichen Land stammen. Irgendwie muss in Jamaika ein Entertainment-Gen weitergegeben werden. Wilson lockert mit seinen Auftritten jede Preisverleihung auf. Bei den Trainings mit den Stars vor Weltklasse Zürich wollen alle Kinder zu ihm. Selbst in der Spitzensport-RS verliert er nicht sein sonniges Gemüt. Seine Mit-Rekruten bezeichnen ihn als Gute-Laune-Bär. Wir freuen uns auf viele weitere Auftritte des Entertainers des Jahres.

Kämpfer des Jahres: Nicola Mohler (25, Oberwil)

Er hat gekämpft. Im Krankenbett. Tischtennisspieler Nicola Mohler bekam die Diagnose 2011: Hodenkrebs. Der Sport war auf einmal nur noch Nebensache. Der Fokus galt dem Körper. Die EM wurde abgesagt, die Chemotherapie begonnen. Immer mit einem Ziel vor Augen: Gesund werden und an der SM im März zur Titelverteidigung antreten. Beides hat der 25-jährige Oberwiler geschafft. Wie gross, wie anstrengend und mit wie vielen Zweifeln Mohlers Kampf verbunden war, kann nur erahnen, wer an diesem 4. März in Muttenz seinen Jubelschrei hörte. Kaum war der entscheidende Punkt gespielt, brach es aus dem Oberwiler heraus.

Comeback des Jahres: Valentin Stocker (23, FC Basel)

Sie haben recht und sind ein Kenner der rotblauen Welt. Valentin Stocker gab sein Comeback bereits im Dezember 2011 im Spiel gegen Luzern. Rein physisch stimmt dies. Wir finden aber, dass der Krienser erst Ende 2012 den Kreuzbandriss und die über halbjährige Pause hinter sich gelassen hat. Lange hat es gedauert, bis der Mittelfeldspieler wieder so stark wie beim Saisonfinale 2010 in Bern war, als er erst den Führungstreffer schoss und dann die Vorlage zum 2:0 gab. Im Herbst ist Stocker aber mit aller Vehemenz zurückgekehrt und sorgt auf dem Platz wieder für den Unterschied. Im Heimspiel gegen Wintermeister GC war der Nationalspieler an allen vier Basler Treffern direkt beteiligt. Im Cup-Achtelfinale in Locarno rettete er den FCB in der Nachspielzeit mit seinem 3:2 vor einer Blamage. Stocker ist zurück und hungrig auf weitere Titel.