EHC Basel

Das steckt hinter der Vertragsauflösung mit Ex-Topskorer Timothé Tuffet

Hier noch im EHC-Dress: Timothé Tuffet.

Hier noch im EHC-Dress: Timothé Tuffet.

Der EHC Basel und Stürmer Timothé Tuffet, Topskorer der letzten Saison, sind übereingekommen, den laufenden Vertrag per sofort aufzulösen. Die knappe Kommunikation des EHC zu diesem Ereignis wirft Fragen auf. Spieler und Verein schlagen jedoch versöhnliche Töne an.

Es war nur eine Randnotiz, die im Zuge des Spiels Martigny gegen Basel kommuniziert wurde: In einem knapp gehaltenen Communiqué gab der EHC bekannt, dass man mit Stürmer Timothé Tuffet übereingekommen sei, den Kontrakt per sofort aufzulösen. Lediglich zwei Sätze widmet der Verein dem Spieler, der letzte Saison noch sein Topskorer war und alleine in der Regular Season mit 19 Toren und 15 Assists glänzte. Mit der wenig aussagenden Kommunikation warf der EHC mehr Fragen auf, als er beantwortete und öffnete die Tür für Spekulation.

Warum war ihr Liebling nicht mehr da, fragten sich die Anhänger im Fanforum. Lag es am Geld? Am Trainer? Oder an gesundheitlichen Problemen, die den Romand seit dem 12. Oktober zum Zuschauen zwangen? «Kein Kommentar», sagte Coach Robert Othman auf Anfrage der bz nur. Auch die Frage, ob Tuffet auf dem Eis fehle, liess er unbeantwortet.

Tuffet war in der Vorsaison 21 Mal erfolgreich (inklusive Playoffs).

Tuffet war in der Vorsaison 21 Mal erfolgreich (inklusive Playoffs).

Ein Blick auf die Statistik belegt: Mit Tuffet im Kader steht der EHC in der Liga bei 5:3 Siegen, ohne ihn sieht die Bilanz mit 2:5 düsterer aus. «Natürlich bedeutet sein Abgang, dass wir gewisse Substanz verlieren. Aber wenn Verein und Spieler andere Ziele verfolgen, muss man das in Kauf nehmen. Die Trennung war leider unumgänglich», erklärt Sportchef Olivier Schäublin.

Keine Schlammschlacht zwischen Spieler und Verein

Worin genau die unterschiedlichen Ziele begründet sind, kann er nicht verraten: «Wir haben vertraglich Stillschweigen vereinbart. Was ich sagen kann, ist, dass es kein Entscheid gegen Tuffet war. Wir haben uns im Guten getrennt und uns am Ende die Hand gegeben.»

Auch Tuffet versichert, dass es keine Schlammschlacht zwischen ihm und dem Verein gegeben hat: «Der Club und ich waren uns über ein Thema nicht einig. Die Vertragsauflösung war letztlich für beide am klügsten. Wir haben uns schnell geeinigt.»

Tuffet wird künftig nicht mehr für den EHC dribbeln.

Tuffet wird künftig nicht mehr für den EHC dribbeln.

Die unterschiedlichen Ansichten zwischen Spieler und Verein kommen nicht von ungefähr. «Im Amateurhockey, in dem die Spieler zusätzlich in der Arbeitswelt stehen, ist es immer eine Gratwanderung. Schon letztes Jahr hatten wir Gespräche, wollten aber alles dafür tun, dass wir und Timothé den Vertrag erfüllen können», so Schäublin. Lief es Tuffet in der Vorsaison noch vorzüglich, konnte er an diese Leistungen in den ersten Saisonspielen nicht anknüpfen. Drei Tore gelangen ihm in acht Spielen, was sein Punkt-Pro-Spiel-Rating von knapp über 1,0 auf 0,4 sinken liess.

Mögliche Gründe für Tuffets Skoring-Einbruch in der neuen Saison

Hierfür gibt es einige Erklärungsansätze. Zum einen musste sich Tuffet im Sommer einer Rückenoperation unterziehen. Die Blessur drohte im Oktober wieder aufzubrechen. Um einen zweiten Eingriff zu verhindern, setzte er aus. Möglich, dass ihn dies auch auf dem Eis einschränkte. «Ich möchte keine Ausreden suchen. Manchmal gibt es einfach Phasen, in denen es besser läuft. Genügend Chancen hatte ich ja auch in dieser Saison. Ich glaube aber, wenn ich mehr Eiszeit gehabt hätte und immer einsatzfähig gewesen wäre, hätte ich wieder geskort wie letztes Jahr», sagt er.

Ein weiterer möglicher Grund ist, dass Tuffet nicht jünger wird, die Liga aber schon. «Das Tempo ist im Vergleich zum Vorjahr vielleicht fünf Prozent höher. Das nimmt Routiniers in manchen Situationen Zeit, an die sie sich gewohnt hatten», so Schäublin, der selbst lange Profi war. Auch der Umbruch mit dem Trainerwechsel könnte eine Rolle gespielt haben. Die genauen Gründe für den Abgang bleiben aber intern.

Olivier Schäublin spielte unter anderem auch für den EHC Basel.

Olivier Schäublin spielte unter anderem auch für den EHC Basel.

Klar ist nur, dass Tuffet weiterhin Lust auf Hockey hat. Ein Karriereende sei für den frischgebackenen Vater keine Option: «Ich habe noch grosse Lust. Ich bin bereits in Gesprächen mit verschiedenen Clubs.» Vom EHC ist zu vernehmen, dass sich mindestens ein Verein nach dem Stürmer erkundigt hat.

Eine Rückkehr nach Basel ist nicht ausgeschlossen

Für Tuffet ist es zunächst wichtig, sich von den Basler Fans zu verabschieden. Dies wurde ihm durch die sofortige Trennung erschwert: «Ich habe hier fast vier Saisons gespielt und hatte eine grandiose Zeit. Ich möchte mich für die Unterstützung von Herzen bedanken.» Der 30-Jährige schliesst nicht aus, dass der Abschied nicht für immer sei. Bereits 2018 hatte er die Basler vorrübergehend für ein Intermezzo in Neuenburg verlassen.

«Sofort zurückzukehren ist sicher keine Option. Aber man soll niemals nie sagen im Leben.» Diese Aussage ist ein Indiz dafür, dass das Tuch zwischen Spieler und Verein nicht zerschnitten ist. Sportchef Schäublin seinerseits ist bereits auf der Suche nach einem Tuffet-Nachfolger. Der EHC hofft, diesen bald vorstellen zu können. Vielleicht verkommt dieser personelle Wechsel ja diesmal nicht nur zu einer Randnotiz.

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