Das Baselbiet ist einer der ganz wenigen Schweizer Kantone, die noch nie einen Fussball­verein in einer der zwei höchsten Landesklassen hatten (die beiden Appenzell, Nid- und Obwalden sowie Uri sind die anderen Kantone). Auch im Eishockey und Männer-Handball blieb dem Kanton Basel-Landschaft ein Team in der Landeselite verwehrt.

Ob Liestal, liebevoll «Stedtli» genannt, eine Sportstadt ist, soll an dieser Stelle nicht evalu­iert werden. Aber mit Ballsportarten der höchsten Landesklasse ist die Kantonshauptstadt in den letzten Jahrzehnten wahrlich nicht verwöhnt worden. Das ändert sich morgen Abend, denn die Starwings – dieses Birstaler Basket-Kombinat – trägt sein Heimspiel ge­gen Winterthur in der Frenkenbündtenhalle (20.30 Uhr) aus.

Der Grund für die Dislokation von der Sporthalle Birsfelden an die Ergolz ist einfach – der Blitzeinschlag vom 12. No­vember, eine Stunde vor Anpfiff besagter Partie zwischen den «Wings» und «Winti», führte dazu, dass der Match nicht ausgetragen werden konnte. Der Brand knapp 40 Stunden später hat die beiden Birsfelder Sportvereine (TV Birsfelden, Starwings) hart getroffen. Weder Trainings noch Spiele sind, im optimalsten Falle, bis im Januar 2018 möglich.

Neuer US-Profi für Winterthur

Wenn man weiss, dass eine Heimhalle, wo täglich trainiert wird und die Spieler zu den Körben eine «Beziehung» aufbauen, im Basket bis zu 15 Punkten (so eine Faustregel) wert ist, kann man sich vorstellen, dass einmalige Partien in fremden Hallen sportlich keinen Heimvorteil bedeuten. Unter diesem Aspekt sind auch die letzten Resultate der Baselbieter zu betrachten.

Will die bereits stark dezimierte Equipe von Trainer Roland Pavloski den 8. Rang (der noch zu den Playoffs berechtigt) nicht gänzlich aus den Augen verlieren, muss gegen Winterthur ein Erfolg her. Die Zürcher haben auch ihren (gesuchten) Unbill. Sie wechseln munter die ausländischen Profispieler – der neuste Zuzug Philip Henry (USA) erzielte bei der 63:98-Niederlage gegen Genf in 27 Minuten gerade mal einen Punkt.

Die verkohlte Sporthalle Birsfelden

Die verkohlte Sporthalle Birsfelden

Der 26-jährige, 203 Zentimeter grosse Insidespieler hatte eine beschämende Wurfquote von 1 von 13 Versuchen, hat aber Erfahrungen in Frankreich (3. Division) und Spanien (Regionalklasse) hinter sich. Mehr Sorgen macht sich der Gast um seinen Topskorer Alex Welsh, der gegen Genf fehlte und bis dato zu den auffälligsten Profispielern der Liga gehört. Mit diesem Amerikaner, der regelmässig 20 und mehr Punkte skort, ist Winterthur kein Kanonenfutter und fähig, auf Augenhöhe gegen fast alle Teams zu spielen.

Aufs Stammquintett hoffen

Die Starwings müssen hoffen, dass ihr Stammquintett «durchkommt». Viel Wechselmöglichkeiten ergeben sich nicht, Bankspieler (mit Ausnahme von Björn Schoo in einzelnen Spielen) setzen weder Akzente noch punkten sie. Dass aber im Laufe der 40 Minuten bei je­dem Akteur irgendwann die Kraft und Intensität sowie Wurfpräzision nachlässt, ist eine Tat­sache.

Aber seit Jahren schafft es das Birstaler Kombinat nicht mehr, über ein 12-Mann-Kader zu verfügen, das Gewähr für Rotationen garantiert. Wenn im Dezember die Mannschaft aus sechs, maximal sieben Spieler besteht, sind dies keine guten Vorzeichen für eine Spielzeit, die bis Ende April 2018 dauern könnte.

Ein Bruder-Duell

Das morgige Spiel wird auch ein Bruderduell beinhalten. Die „Grédys“ sind drei Brüder, die allesamt ihr Basket-ABC in Boncourt erlernt haben. Während Mathias Grédy bei Win­terthur, des Studiums wegen, anheuerte, spielt Guillaume, der Arbeit wegen, in Birsfelden. Am letzten Sonntag durfte Mathias sogar 40 Minuten (wie drei andere Winterthur-Spieler) durch­spielen.

Sicher bedingt auch durch die Ausfälle bei den Zürchern. Guillaume hinge­gen konnte im gelb-blauen Dress der Starwings noch nicht sein Potenzial ausspielen – bei der ärgerlichen 69:77-Niederlage in Pully (nach einer 16:0- und 69:61-Führung)