«Ich bin unzufrieden.» Jana Surikova ringt sich die Worte ab. Die Tschechin erhoffte sich mehr von dieser Saison als den sechsten Rang, den sie gegenwärtig mit Sm’Aesch Pfeffingen in der Nationalliga A belegt. Nach dieser Spielzeit wird die 36-Jährige nämlich ihre lange und erfolgreiche Karriere beenden. «Es wird langsam Zeit», sagt Surikova leise.

Surikova bestreitet ihre dritte Saison im Baselbiet. Die Passeuse, die bereits drei Schweizer-Meister-Titel feiern durfte, muss sich in diesem Jahr vermehrt mit ihren Mitspielerinnen beschäftigen. «Wir haben sehr viele junge Spielerinnen. Deshalb kann ich mich nicht nur auf meine Leistung konzentrieren, sondern muss oft die anderen unterstützen», sagt Surikova. Das mache sie zwar sehr gern, aber sie spüre die zusätzliche Belastung. «Vor allem mental ist es sehr anstrengend», seufzt die 140-fache tschechische Nationalspielerin.

Der fehlende Killerinstinkt

Die bisherige Saison ist für Sm’Aesch Pfeffingen alles andere als optimal gelaufen. Viele Spiele, in denen man dominierte, wurden in der entscheidenden Phase noch hergeschenkt. «Wir spielen oft sehr gut, aber es fehlt uns der Killerinstinkt», stellt Surikova fest.

Bezeichnend für die laufende Saison von Sm’Aesch war das Europacup-Rückspiel gegen Palma de Mallorca. Drei Sätze lang waren die Schweizerinnen absolut dominant, und im Golden Set ging dann plötzlich gar nichts mehr. «Es ist frustrierend. Aber ich weiss, dass Talente wie Anouk Vergé-Dépré und Nadine Jenny einmal sehr gute Spielerinnen werden», sagt Surikova. Die Tschechin hofft aber immer noch, dass bei einem Erfolg der berühmte Aha-Effekt einsetzt und damit der Knoten platzt.

Noch vier Spiele bleiben Sm’Aesch Pfeffingen in der Qualifikation, um den Schlüssel zum Erfolg noch zu finden. «Bisher ist noch nichts passiert. Alles, was zählt, sind die Playoffs», meint Surikova. Sie würde gern zum Ende ihrer Aktiv-Laufbahn noch einmal in die Halbfinals vorstossen, was durchaus realistisch ist. «Zwischen Rang zwei und sechs kann jeder jeden schlagen», weiss die 1,81 Meter rosse Passeuse. Weil diese fünf Teams in der Tabelle sehr nah beieinander liegen, kann es auch noch einige Rangverschiebungen geben. Sm’Aesch könnte, wenn es optimal läuft, sogar noch auf den fünften oder vierten Platz vorstossen – was paradoxerweise nicht einmal ein Vorteil wäre. Denn um einem Duell mit dem übermächtigen Voléro Zürich im Halbfinal aus dem Weg zu gehen, braucht man Platz drei oder sechs. «Wir können gegen jeden eine Serie gewinnen, aber nicht gegen Voléro», sagt Surikova.

Eine Zukunft als Trainerin

Mit solchen Szenarien haben sich die Birstalerinnen an diesem Wochenende mit gleich zwei Heimspielen aber noch nicht auseinanderzusetzen. Heute wird in der Meisterschaft gegen Cheseaux ein klarer Sieg erwartet, bevor es morgen zum spannenden Cup-Viertelfinal gegen Neuchâtel kommt. Dabei gilt es, endlich die Stilsicherheit zu finden, damit Surikova zu ihrem verdienten Happy End als Spielerin kommen kann. Ihre Zukunft hat sie jedenfalls schon angegangen. «Ich möchte meine Trainerkarriere weiterverfolgen», sagt die Mutter der neunjährigen Anna, die ebenfalls schon begeistert Volleyball spielt. Ab dem Sommer, wenn Surikova das A-Diplom macht, steht einer Nationalliga-Karriere nichts mehr in Weg – vielleicht sogar dereinst bei Sm’Aesch Pfeffingen.