Super League

Das zentrale Luxusproblem des FC Basel auf der Sechser-Position

Taulant Xhaka (ganz rechts) war in den letzten Saisons Taktgeber beim FCB – so auch auf dem Drachenboot beim Teamevent. Nur buhlen neben ihm noch fünf weitere um den Platz im defensiven Mittelfeld.

Taulant Xhaka (ganz rechts) war in den letzten Saisons Taktgeber beim FCB – so auch auf dem Drachenboot beim Teamevent. Nur buhlen neben ihm noch fünf weitere um den Platz im defensiven Mittelfeld.

FCB-Trainer Wicky hat auf der Sechs ein Überangebot. Auch weil Zdravko Kuzmanovic dieses Mal in Basel bleiben dürfte.

Es gibt Positionen, auf denen sich der FC Basel im Moment Sorgen machen muss. Hinten rechts, wo der Abgang von Michael Lang den Klub doch kälter erwischt hat, als man zugeben wollte. Und für den man ganz im Gegenteil zum Weggang von Mohamed Elyounoussi nicht vorgreifen will und den Ersatz schon hat holen können.

Als Lösung ad interim wurde Taulant Xhaka präsentiert. Nur: Der ist verletzt. Die Back-ups von ihm wiederum heissen Neftali Manzambi (der sich noch nicht ganz mit seiner Umschulung zum Rechtsverteidiger abgefunden hat) und Antonio Stabile (der noch keine Erfahrung auf höchstem Niveau vorweisen kann).

Es gibt aber auch Positionen, auf denen der FC Basel ein Luxusproblem hat. Auf der Doppel-Sechs ist man dreifach besetzt. Heisst: Für zwei Plätze im präferierten 4-2-3-1-System hat Raphael Wicky sechs Spieler zur Verfügung, obschon er Fabian Frei wenige Spiele nach seiner Rückkehr in die Innenverteidigung beordert und ihn seither immer dort aufgestellt hat.

Ob dem auch immer noch so sein wird, wenn Eray Cümart wieder gesund ist, wollte Wicky nicht verraten. Es ist aber kein Geheimnis, dass Frei etwas lieber eine Reihe weiter vorne im zentralen Mittelfeld agieren würde. Und auch wenn Alexander Fransson verkauft werden soll, wie seit Dienstag klar ist, hat man auf der Sechs die Qual der Wahl. Statt sechs Sechsen wären es zwar nur noch fünf. Das sind trotzdem genug für einen immensen Konkurrenzkampf.

Kuzmanovic bleibt

Vor allem auch, weil mit Zdravko Kuzmanovic einer bleibt, der einen ebenso grossen Namen wie Ansprüche hat. Eine grosse Figur, die aber auch grosse Fragen aufwirft. Beim ersten Anlauf seit der Rückholaktion im Sommer 2015 ging so ziemlich alles schief. Sportlich war sein Geleistetes überschaubar.

Sein Auftreten in der Kabine brachte Unruhe, er überwarf sich mit dem damaligen Trainer Urs Fischer. Drei Mal liess er sich in der Folge ausleihen, glückhaft war keines dieser Engagements. Oft waren kleinere, aber auch mal gravierende Verletzungen wie ein Achillessehnenriss schuld. Auch daher sind Zweifel, wie fit er wirklich ist, nicht unberechtigt.

Er wird wohl etwas Zeit brauchen, um sich wieder an sein altes Level heranzutasten. Dass er gewillt ist, dies beim FCB zu tun, und das Abenteuer grosse Liga ad acta gelegt hat, gilt als fast unbestritten. So ist es aus FCB-Kreisen zu vernehmen. Dass er gewillt ist, Interviews zu geben, ist ein weiteres Zeichen.

Denn noch im letzten Sommer lehnte er sämtliche Anfragen ab – weil er den baldigen Abschied im Auge hatte. Dieses Mal scheint er sich des FCBs wirklich annehmen zu wollen. Mit seiner Technik und seinem Auge könnte er auch tatsächlich helfen. Wenn er denn zum Zug kommt.

Zuffi/Xhaka – schwer zu knacken

Denn neben Kuzmanovic buhlen auch Taulant Xhaka, Luca Zuffi und Geoffroy Serey Die um einen Platz. Die ersten beiden waren unter Wicky meist gesetzt. Sie harmonieren perfekt, verstehen sich blind. Und entsprechen der Wunschpaarung Wickys auf der Doppelsechs, wonach ein Kämpfer einen Kreativkopf unterstützen soll und umgekehrt.

Er braucht beide Spielanlagen für seine Philosophie. Und Wicky weiss auch, dass zu viel Rotation im Herzen der Mannschaft schadet. Denn das Herz gibt den Rhythmus vor. Gerät dieses ins Stocken, stockt alles. Also muss er ein Duo finden, dass die Nase vorne hat.

Sollte Xhaka doch noch hinten aushelfen müssen und Frei noch lange den Innenverteidiger geben, ginge Wicky dem ganz grossen Kopfzerbrechen vorerst aus dem Weg. Spätestens aber wenn die beiden ins Zentrum zurückrücken, wird es spannend. 

Mit Serey Die hat der FCB einen Spieler, der keine Probleme macht, wenn er nicht spielt. Er hat sich damit abgefunden, nicht Stammspieler zu sein. Auch, weil immer mal wieder ein Muskel zwickt und sich das Alter (33) bemerkbar macht. Umso wichtiger ist seine Rolle neben dem Platz, wo er Ansprechperson für alle Jungen mit afrikanischen Wurzeln ist.

In den intensiven Zeiten mit fast ausschliesslich englischen Wochen wird man alle brauchen. Danach muss man sich Fragen, ob die Überbesetzung nicht ein neuer Grund für Sorgen ist. Vor allem, wenn man stets betont, das Kader klein halten zu wollen.

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