Breel Donald Embolo sorgte in den letzten Tagen mehrfach für Schlagzeilen. Gegen Ludogorez Razgrad war der Basler mit einem Tor und einem Assist massgeblich am 4:0 und damit höchsten Champions-League-Sieg der Vereinsgeschichte beteiligt. Tags darauf erschien der erst 17-Jährige wie selbstverständlich in der Schule. «Das sind natürlich Schlagzeilen, die wir uns wünschen. Wir können auch bestätigen, dass er pünktlich erschienen ist», sagt Basil Gygax, Leiter der basellandschaftlichen Leistungssportförderung, mit einem Schmunzeln.

Spagat soll bewerkstelligt werden können

Embolo ist einer von rund 160 Athleten, die der Leistungssportförderung Baselland angehören. «Wir versuchen, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der Spagat zwischen Sport und Ausbildung zu bewältigen ist», sagt Karl Rudin, Präsident der Kommission Leistungssportförderung. Dass dieser Balanceakt gelingt, operiert man auf den Sekundarstufen 1 und 2, was der Hauptteil der geförderten Athleten und Athletinnen ausmacht, mit sogenannten Rasterstundenplänen. Diese vorgegebenen und jährlich nur minim angepassten Stundenpläne geben den Sportlern die Möglichkeit, ihr Training optimal zu planen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass beispielsweise die Maturklasse mit 25 Wochenlektionen ein kleineres Pensum zu bewältigen hat. Um dieses Defizit gegenüber den Regelklassen zu kompensieren, dauert die Matur in den Sportklassen ein Jahr länger, dafür nimmt der Stundenanteil im letzten Jahr nochmals rapide ab und die Schülerinnen und Schüler schliessen dieselbe Matur ab wie alle.

Sport und Ausbildung gleich wichtig

Bestes Beispiel dafür ist momentan die 20-jährige Sylvie Wirth, die momentan in Kanada an der Trampolinweltmeisterschaft weilt und in Kürze ihre Matur schreibt. «Prinzipiell ist Schule und der Sport gleich wichtig. Wie das Beispiel von Wirth zeigt, gibt es aber durchaus individuelle temporäre Ausnahmen, die auch berücksichtigt werden müssen», sagt Basil Gygax. Aus diesem Grund wird grossen Wert auf Individuallösungen gelegt, beispielsweise bei einer wettkampfbedingten Schulabsenz, worauf der Unterricht nachgeholt, oder eine Prüfung verschoben werden kann.

Durchschlagender Erfolg

Solche Ausnahmefälle sowie die sportliche und schulische Zielsetzung werden jährlich in einem Zielvereinbarungsgespräch definiert. «Diese geben uns einen guten Anhaltpunkt über die sportliche sowie auch schulische Entwicklung», sagt Gygax. Wichtig sei aber immer die Beurteilung der Gesamtsituation. Während es in der Schule durch die Noten keinen grossen Spielraum gibt, werden in der sportlichen Zielsetzung allfällige Verletzungen und andere unvorhersehbare Vorkommnisse berücksichtigt.

Erfolgreiches Modell

Das nun seit 14 Jahren bestehende Modell, zuerst einzigartig in der Schweiz, mittlerweile vielfach kopiert, wird stetig weiter ausgebaut. Jüngstes Kind ist die zweijährige Ausbildung zum Büroassistenten. Breel Embolo absolviert sie beim Schweizerischen Fussballverband und ist somit trotz seiner bereits jetzt grossen Laufbahn als Profisportler dafür besorgt, sich auch punkto Ausbildung ein Standbein aufzubauen. Ihm gleich tun es die rund 300 Athleten und Athletinnen der Sportförderung, die im Jahr 2013 rund 70 Goldmedaillen an nationalen und internationalen Wettkämpfen errungen haben.