Super League
Dass Basel nicht Meister geworden ist, war für Cedric Itten wie ein Stich ins eigene Herz

Eine Saison, drei Klubs, vier Trainer – Cedric Itten war Spielball im FCB-Umbruch. Er rächte sich mit zwei sehr schmerzhaften Toren. Am Sonntag trifft er mit St. Gallen wieder auf «seinen» FC Basel.

Sébastian Lavoyer
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Itten hat Sehnsucht nach Heimat.

Itten hat Sehnsucht nach Heimat.

KEYSTONE

Einen zweiten Umzug wollte er sich nicht zumuten in nur einem Jahr. «Das hätte ich körperlich nicht verkraftet», gesteht Cedric Itten. Im Sommer packte er seine Sachen in Luzern und zog nach Basel. Beim FCB merkten die Verantwortlichen, dass man trotz der Verpflichtung von Oberlin und Van Wolfswinkel mehr Physis braucht. Also Itten zurückholen. 1,90 Meter gross, robust, kopfballstark, ein Stossstürmer.

Für Itten war es ein Traum, zurück zum Jugendverein, zum grossen FC Basel. Und er traf gleich beim ersten Spiel, das wichtige 1:0 gegen Chiasso im Cup-Achtelfinal. Wenig später verletzte sich Van Wolfswinkel, der FCB holte auch Albian Ajeti heim an den Rhein – und Itten blieb Ergänzungsspieler.

Als Van Wolfswinkel sich im Winter wieder zurückmeldete, sah Itten seine ohnehin schon knappe Einsatzzeit weiter schwinden. Er forcierte ein Leihgeschäft und so wechselte er im Trainingslager von Rotblau zu Grünweiss.

In der Ostschweiz lebt er in einem kleinen Apartment, das zu einem Hotel gehört. Ein Zimmer, eine kleine Küche, eine Toilette, ein paar Möbel. «Das genügt. Aber wenn ich anderthalb Tage freihabe, dann zieht es mich in meine Wohnung nach Basel zu meiner Freundin», sagt Itten. Sehnsucht nach Heimat. Hier wuchs er auf, hier lernte er das Fussballspielen.

St. Gallen möchte Itten behalten

Unweit davon das Joggeli, wo er für St. Gallen sein erstes Tor schoss und das zweite gleich auch noch. Mit einem Doppelpack kickte er seine Jugendliebe in die Krise und ebnete YB den Weg zum Titel.

«Das ist schon sehr speziell. Nach nur drei Spielen wieder im Joggeli auflaufen, dann die zwei Tore – für mich war es sehr positiv. Aber ich hätte mir schon gewünscht, dass Basel Meister wird», sagt Itten. Und irgendwie hat es auch geschmerzt. Wie ein Stich ins eigene Herz.

Das würde Itten nie so sagen, er ist Profi genug. Aber so gut es im Augenblick tut, so sehr spürt man, dass es ihm überhaupt keine Freude bereitet, mitbeteiligt gewesen zu sein an Basels Scheitern.

«Wir ergänzen uns perfekt»

In 13 Spielen hat Itten vier Tore für St. Gallen erzielt und zwei vorbereitet. Wenn er nicht verletzt oder krank war, hat er fast immer gespielt. Contini baute auf ihn; sein Nachfolger Boro Kuzmanovic genauso. Sein Sturmpartner, Nassim Ben Khalifa, sagt: «Cedi hat Qualitäten, die ich nicht habe. Wir ergänzen uns perfekt.»

Logisch möchten ihn die St. Galler gerne länger halten. Doch das Leihgeschäft endet im Sommer. Itten hat nur noch ein Jahr Vertrag in Basel. Man müsste ihn wohl dem FCB abkaufen. Dazu sagt St. Gallen-Sportchef Alain Sutter: «Das können wir uns nur leisten, wenn der FCB uns entgegenkommt.»

Sollte es so weit kommen, dann könnte man allenfalls wieder über einen Umzug sprechen. Sonst kehrt Itten im Sommer nach Basel zurück in seine Wohnung. Wenigstens vorübergehend.