FC Basel
Degen muss nochmals unters Messer – ist das das Ende?

Philipp Degen musste bei seinem Comebackspiel am Sonntag verletzt ausgewechselt werden. Nun ist klar, er muss seine Schulter nochmals operieren.

Markus Brütsch
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Philipp Degen bei seiner Auswechslung in seinem vorerst letzten Spiel für den FC Basel.

Philipp Degen bei seiner Auswechslung in seinem vorerst letzten Spiel für den FC Basel.

KEYSTONE

Das Resultat hat gestimmt und die Leistung war gut. Es hätte ein perfekter Sonntag für den FCB sein können. Zumal ein entfesselter Marc Janko mit drei Treffern beim 4:2 über St. Gallen die Frage nach Stürmertoren in den Hintergrund gerückt hatte.

Doch die neuerliche Verletzung von Philipp Degen drückte auf die Stimmung und war ein grosser Wermutstropfen im St. Jakob-Park. Nach über fünf Monaten Pause hatte der Rechtsverteidiger ein gutes Comeback gegeben, nach 65 Minuten aber den Platz verlassen müssen. Nicht, weil er ausgepumpt gewesen wäre, nein, der Unglücksrabe hatte sich erneut an jener Schulter verletzt, an der er am 22. Oktober letzten Jahres an einer Sehne operiert worden war. «Es geht Philipp gar nicht gut», sagte der konsternierte Basler Trainer Urs Fischer an der Medienkonferenz nach dem Spiel.

Urs Fischer, Trainer FC Basel «Es geht Philipp gar nicht gut»

Urs Fischer, Trainer FC Basel «Es geht Philipp gar nicht gut»

Keystone

Am Dienstagmorgen dann die bittere Gewissheit. Degen muss an seiner verletzten Schulter nochmals operiert werden. Der FCB schreibt in einem Communiqué, er werde noch heute operiert.

So fragte man sich fast zwangsläufig, ob an diesem Nachmittag womöglich eine lange und trotz aller Verletzungen und Rückschläge erfolgreiche Karriere ihr unfreiwilliges Ende genommen hatte. Dies aufgrund einer Aussage, die Degen nur eine Woche zuvor im Gespräch mit der «Schweiz am Sonntag» gemacht hatte. «Sollte ich mich morgen im Training schwer verletzen, würde ich sofort aufhören. Ohne schlechtes Gewissen. Ohne mich als Versager zu fühlen. Ich habe mir und der Welt oft genug bewiesen, dass ich ein Stehaufmännchen bin», hatte der 33-Jährige gesagt.

Sevillas Optionen

Mehr Gewissheit bezüglich von Blessuren hat der FC Sevilla. Dieser lief am Sonntag, gut zwei Stunden nach dem Spiel des FCB, in der heimischen Primera Division auf. Es war ein wichtiges Spiel für die Andalusier und wohl die letzte Möglichkeit, die Chance auf einen Platz in der Champions-League-Qualifikation zu wahren. Denn zehn Runden vor Saisonschluss lagen sie als Fünftklassierte acht Punkte hinter dem viertplatzierten Villarreal zurück. Natürlich, für Sevilla besteht noch immer die Option, mit dem Gewinn der Europa League den direkten Einzug in die Champions League zu schaffen. Dies haben sie ja schon in der letzten Saison zustande gebracht. Doch darauf verlassen, dass ihnen dies erneut gelingt, können sie sich gewiss nicht. Zumal noch so starke Mannschaften wie Borussia Dortmund, Liverpool oder Schachtjor Donezk im Wettbewerb sind.

Marc Janko und der FC Basel haben nach dem Hinspiel noch Chancen auf das Viertelfinale.
16 Bilder
Adama Traoré hatte heute starken Offensivdrang.
N'Zonzi fliegt mit Gelbrot vom Platz.
Achtelfinal-Hinspiel des FC Basel zuhause gegen den FC Sevilla
Walter Samuel war heute gegen die starke spanische Offensive gefordert.
Luca Zuffi zieht ab.
Delgado lenkt bis zu seiner Auswechslung das Basler Offensivspiel.
Sevilla kommt vermehrt zu gefährlichen Szenen vor dem Basler Tor.
N'Zonzi ist vor Safari am Ball.
Bei Michael Lang geht es nicht mehr weiter, er muss zur Pause verletzt raus.
Sevillas Sebastian Christoforo bekommt von Schiedsrichter Taylor den gelben Karton präsentiert.
Renato Steffen im Kopfballduell.
Taulant Xhaka wie gewohnt mit viel Kämpferherz.
Marc Janko vergibt die Grosschance zum frühen 1:0 für den FCB.
Michael Lang macht trotz Verletzung weiter. Hier im Laufduell mit Krohn-Dehli.
Luca Zuffi kämpft gegen Adil Rami um den Ball.

Marc Janko und der FC Basel haben nach dem Hinspiel noch Chancen auf das Viertelfinale.

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Und der FC Sevilla bewies gegen Villarreal einmal mehr, über welch grosse Heimstärke er verfügt. Er bezwang die «Yellow Submarines» mit dem 15. Heimsieg in Folge 4:2; kurioserweise mit derselben Torfolge, wie der FC Basel gegen den FC St. Gallen gewonnen hatte. Sie führten durch Iborra 1:0, gerieten bis zur Pause 1:2 in Rückstand, profitierten beim 2:2 von einem Eigentor der Gäste und gingen dann durch Konoplyanka nach gut einer Stunde 3:2 in Führung. Reyes sorgte, wieder eine Duplizität des Basler Spiels, in den letzten Minuten für das 4:2.

Im Vergleich mit der Partie am Donnerstag hatte Trainer Unai Emery fünf neue Kräfte aufgeboten: Konoplyanka, Iborra, Mariano, Carriço und Stammgoalie Sergio Rico.

Konoplyanka fällt aus

Nachdem schon am Freitag der Ausfall Vitolos für das Rückspiel gegen Basel bekannt geworden war, teilte der Verein am Montag mit, dass sich gegen Villarreal auch Konoplyanka und N’Zonzi eine Muskelverletzung zugezogen hätten und zwei bis drei Wochen ausfallen würden. N’Zonzi allerdings hätte gegen den FCB eh nicht spielen können, war er doch im St. Jakob-Park vom Platz gestellt worden. Mit Konoplyanka fehlt Sevilla nach Vitolo nun aber ein zweiter starker Flügelspieler.