Badminton
Dem Meister fast getrotzt: Uni Basel mit gelungenem NLA-Debüt

Auch wenn es nicht für einen Unentschieden gereicht hat, lieferte der NLA-Aufsteiger Uni Basel bei der 3:5-Niederlage gegen Meister Team Argovia eine gute Leistung ab. Vor allem die Neuzugänge scheinen dem Team Aufwind zu geben.

Jonas Burch
Merken
Drucken
Teilen
Erfolgreiches Comeback: Christian Kirchmayr (l.) im Doppel mit Routinier Rémy Matthey De L’Étang.

Erfolgreiches Comeback: Christian Kirchmayr (l.) im Doppel mit Routinier Rémy Matthey De L’Étang.

Mit Prädikaten ist es immer so eine Sache. Hier der «Meister» Team Argovia, da der «Aufsteiger» Uni Basel. Was sich nach einem Selbstläufer zum NLA-Start anhört, entpuppte sich als Affiche, die in jede Richtung hätte kippen können.

Denn die Gastgeber vom Rheinknie haben sich mit dem Dänen Kasper Oedum, der Schwedin Matilda Peterson und dem (zurzeit noch verletzten) Slowenen Luka Petric verstärkt. Beim Meister hat sich aus Transfer-Sicht nur wenig getan. Der einzige Neuzugang und die Nummer 1 der Aargauer, Hafiz Shaharudin, ist vertraglich noch an Adliswil-Zürich gebunden und durfte entsprechend noch nicht auflaufen.

Entscheidung im Mixed

Trotzdem waren es die Gäste, die mit einem Blitzstart die Partie in die gewünschte Richtung lenkten. Nach drei Spielen – zwei Männerdoppel und einem Frauendoppel – setzten sich die Gäste ohne Satzverlust mit 3:0 ab. Das Heimteam wirkte in dieser Phase überfordert. Doch Uni Basel kämpfte sich zurück, ehe es vor dem letzten Spiel nur noch 4:3 für den Titelverteidiger stand.

Das Mixed-Double musste entscheiden. Nach drei Sätzen behielten Argovias Ayla Huser/Roger Schmid gegen Daniela Lutz/Sebastian Nufer nach drei Sätzen die Oberhand. Trotzdem holt sich Uni Basel den ersten Saisonpunkt. «Ein guter Start für uns. Vor allem, weil wir nicht in Bestbesetzung antreten konnten», sagt Sportchef Michael Ruch.

Kirchmayr im Mittelpunkt

Für einen war die Partie besonders speziell: Christian Kirchmayr. Auf diese Saison hin wechselte der 19-Jährige vom Meister zum Aufsteiger. «Der Übertritt nach Basel war ein Herzensentscheid. Hier ist mein Lebensmittelpunkt und bei Uni Basel bin ich gross geworden.» So leicht, wie es scheint, fiel der Wechsel Kirchmayr dann doch nicht. «Was wir im letzten Jahr erreicht haben, war unglaublich. Diese Zeit werde ich nie vergessen.»

Kein böses Blut

Böses Blut herrscht nach dem Wechsel in die Heimat nicht. Im Gegenteil. «Aber es gab vor dem Spiel natürlich die üblichen Sticheleien zwischen mir und meinen Ex-Kollegen», sagt er schmunzelnd. Während der Partie zeigte der Basler dann seine abgeklärte Seite und setzte sich gegen seinen ehemaligen Team-Konkurrenten Reto Wettstein in zwei Sätzen durch. «Für mich eine Bestätigung, dass ich damals zurecht als Nummer 3 gesetzt war.»

Auf dem Weg zum Profi

Diese Rolle will Kirchmayr auch in Basel einnehmen. Spult er seine gewohnte Leistung ab, ist er hinter Oedum und Petric als Nummer 3 im Team gesetzt. Damit nicht genug. Im Winter schliesst Kirchmayr die Sportklasse ab, will danach Geld sparen und ab 2015 als Profi durchstarten. «Aber das ist noch Zukunftsmusik. Jetzt will ich mit Basel den Ligaerhalt schaffen.» Nach dem Auftritt gegen den Meister dürfte dieses Ziel nur Formsache sein.