Eidgenössisches Turnfest
Dem Patzer am Pilz folgt die Zufriedenheit

Die Team-Schweizer-Meister im P2, Kevin Kuhni, Yannik Rüfenacht und Shane Schneider vom NKL-Liestal, debütierten an ihrem ersten Eidgenössischen. Ihre stolze Ausbeute: einmal Bronze, eine Auszeichnung sowie ein neunter Rang.

Carla Stampfli
Drucken
Teilen
Bildergalerie 2
5 Bilder
Kevin Kuhni meldet sich beim Kampfgericht nach Abgang ab.
Am Reck
Nach dem Sprung
Rolf Müller (l.) mit Kevin Kuhni

Bildergalerie 2

Als sich Kevin Kuhni bei der Rangverkündigung die Bronzemedaille umhängen liess, war er dann doch sichtlich stolz auf seinen dritten Rang. Denn nachdem der 10-Jährige bei seinem zweiten Durchgang am Pilz abgestiegen war, war ihm die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Zu gerne wollte er nach dem dritten Platz im Mehrkampf an der Junioren-Schweizer-Meisterschaft vor zwei Wochen zuoberst auf dem Treppchen stehen. Nebst dem Patzer am Pilz turnte der Nunninger jedoch alle Geräte solide durch. An den Ringen zeigte der Jüngste der Kategorie P2 sogar die beste Leistung, am Sprung landete er den Jourtschenko makellos.

«Normalerweise kann Kevin seine Übung durchturnen. Abgesehen von diesem Abstieg hatten wir einen guten Wettkampf», erklärt Rolf Müller, der Trainer des NKL Liestal zufrieden und fügt hinzu: «Es war eine lange Saison. Im April hatten wir schon die ersten Qualifikationswettkämpfe und haben gezielt die Junioren-SM vorbereitet». An der SM gelang es Kuhni, zusammen mit seinen Kaderkollegen Yannik Rüfenacht sowie Shane Schneider, die Goldmedaille im Teamwettkampf zu erturnen. «Sie sind eine super Gruppe und einfach zu führen im Training. Die drei sind motiviert, haben Talent und Biss». Faktoren, die in einer anspruchsvollen Sportart wie Kunstturnen unerlässlich sind, um sich weiterzuentwickeln.

Besonders motiviert waren die jungen NKL-Athleten auch für das Eidgenössische. Trainer Müller spornte sie vor den nationalen Titelkämpfen in Schaffhausen besonders an: Denn nur wer an der Schweizer Meisterschaft unter den 24 besten Kunstturner war, durfte in Biel teilnehmen. «An der SM wollten sie sich dann alle für das Turnfest qualifizieren. Für die Jungen ist es hier wie an den Olympischen Spielen», sagt der 51-Jährige mit einem Lachen.

Mit einer Medaille, einer Auszeichnung und einem neunten Platz können die drei P2-Kunstturner des NKL zufrieden die Rückreise antreten. Die Wettkampfsaison ist abgeschlossen, nun haben sie Zeit, einige neue Elemente einzuüben. Und bis zu dem nächsten Turnfest in Aarau bleiben Kuhni sechs Jahre, um am Pauschenpferd sattelfest zu werden.

Aktuelle Nachrichten