Gut 15 Jahre lang hatte der Traditionsverein CVJM Birsfelden, seit der Aufstiegssaison 1985/86, den Grossteil seiner Heimpartien in der Kriegackerhalle in Muttenz bestritten. Eine Spielzeit lang als (inferiorer) A-Ligist, meist aber als Spitzenklub der zweitobersten Spielklasse und dabei legendäre Derbies wie gegen Uni Basel oder den BC Arlesheim be­streitend.

Weltgrössen wie Nebojsa Zorkic oder Jean Prioleau hatten dabei Aberhunderte von Zuschauern entzückt. Wegen «Magic» Prioleau (USA) waren vor 16 Jahren Beob­achter aus ganz Europa nach Muttenz gepilgert, denn es war in der Tat ungewöhnlich bis skurill, dass ein Mann direkt von der NBA (Indiana Pacers) zu einem Erstligisten, der dann triumphal in die Nationalliga B zurückkehrte, wechselte...

Nach der Frenkenbündtenhalle in Liestal und der Dreirosenhalle im Kleinbasel kehrten die Starwings, das Konstrukt aus dem «Cevi» Birsfelden und BC Arlesheim, sozusagen zu ih­ren Wurzeln zurück. Nicht für ein Nostalgiespiel, sondern für eine Meisterschaftspartie der höchsten Liga, welcher das Birstaler Kombinat seit 13 Spielzeiten angehört.

Rekordmeister und Renommierverein

Widersacher war mit Fribourg Olympic jener Basket-Klub, der seit jeher in der Nationalliga A spielt. Jener Verein aus der Saane-Stadt, die mit diesem universalen Spiel so verankert ist wie keine andere Schweizer Stadt. FO, wie die Romands in der Szene oft kurz genannt werden, sind Rekordmeister und Renommierverein in einem. Es gab Zeiten, da war Olym­pic auch der Inbegriff von (sportlicher) Arroganz und Verbandsherrlichkeit, denn die Ver­schmelzung zwischen Verein und dem nationalen Verband war fliessend.

Fribourg ist der einzige Schweizer Verein, der eine Basket-Akademie unterhält. In Fribourg steht die einzige (reine) Basket-Halle des Landes. Und dass der Verband weiterhin in Fri­bourg zuhause ist (und ewig bleiben wird), ist auch gut. Aber der gestrige Widersacher hat weniger Mittel als auch schon – Millionenbudgets sind nicht mehr stemmbar.

Reicht es für eine Million, ist man schon sehr zufrieden. Olympic hat weiterhin eine solide Equipe, die 12 von 13 Partien gewonnen hat, doch schillernde Grössen oder extravagante Spieler mit NBA-Vergangenheit sind längst Vergangenheit.

Und kaum ein Klub hat in den Anfangszeiten der Sporthalle Birsfelden so oft bei den «Wings» verloren wie Fribourg. Doch damals spielten bei den Unterbaselbietern Akteure wie Mike Coffin, Jared McCurry, Sheray Thomas, Nenad Delic oder Raymond Henderson. Auch diese Grössen sind längst Vergangenheit.

Viel Unbill und widrige Umstände

Zurück zur Aktualität: Die Starwings hatten einen guten Auftritt. In der ersten Halbzeit wa­ren sie auf Augenhöhe, wobei man stets spürte, dass sie einen Extra-Effort leisten muss­ten, um am Tabellenführer einigermassen dran zu bleiben. Die Umstände sind weiterhin widrig. Man trainiert seit Monaten dort, wo man gerade kann… es gibt keine Heimhalle mehr – und auch die Personaldecke hat weiter abgenommen.

Das Comeback von ex-Cap­tain Joël Fuchs blieb einmalig (brachte aber den 94:84-Heimsieg in Liestal über Winterthur ein), aber Neuzuzug Guillaume Grédy, der vom Statist beim BC Boncourt in eine bessere Rolle in Birsfelden schlüpfen wollte, ist seit drei Wochen auch Vergangenheit. Der Romand hat leise und still «adieu» gesagt.

Und weil Alexis Herrmann krank ist (Bronchien) und Brunelle Tutonda grippekrank war (und dennoch aufopferungsvoll spielte), stand doch «nur» ein Quintett einer Equipe gegen­über. Sicher, Olympic musste auch den ersten Acht vertrauen und die Kräfte bündeln, aber der 4. Ausländer Slobodan Miljanic fiel gegenüber dem «normalen» Profi-Trio nicht ab. Und die zwei Schweizer Bankspieler setzten Akzente und erzielten auch einige Punkte.

Beim Gastgeber war das Balkan-Duo Petar Babic und Nemanja Calasan gut; Tutonda warf Wille und Athletik ins Spiel ein. Branislav Kostic kommt auf 36 Minuten Spielzeit – gegen seinen ex-Klub fiel ihm das Punkten nicht leicht.

Unter den Erwartungen Allyn Hess, der zu sehr den Distanzwurf suchte, forcierte – und verwarf. Wenn beim «Kleinen» der vermeintli­che Schlüsselspieler und Topskorer eine Wurfbilanz von zwei von 12 (einer von sieben Dreiern) hat, kann man keinen Vergleich gegen einen Landesgrossen gewinnen. Aber der smarte Amerikaner ist ein Rookie und sehr lernwillig.

Es folgen Schlüsselspiele

Wollen die «Wings» Platz 8 erreichen, wird es in einer Woche, wiederum in der Kriegacker­halle, einen Exploit über SAM Massagno benötigen. Die Tessiner sind aber heuer der erweiterten Spitze zuzurechnen. Der Nachteil könnte sein, dass die Luganesi am Stephans­tag im Cup-Viertelfinal stehen. Davon sind die Star­wings befreit, was angesichts der alar­mierend dünnen Personaldecke auch gut ist.

Und zum Schlüsselspiel dürfte eh der 1. Match im neuen Jahr werden. Am 7. Januar in der Innerschweiz gegen Central Luzern wird nur noch ein Erfolg die Chancen auf eine Playoff-Qualifikation aufrecht erhalten.

Bis dann sind hoffentlich Bronchien und Adduktoren kuriert und Cheftrainer Roland Pavloski könnte mit einer Kaderzahl trainieren und spielen, wie es sich für einen A-Ligisten gehört. Dazu könnte auch einer beitragen, der mittrainiert, aber nicht mehr mitspielen will.