Zwar ist der FC Biel «nur» ein Aufsteiger, doch die Seeländer, die einst zu den Landes­grössen zählten (lang ist es her; man muss hiefür ein halbes Jahrhundert in die Ge­schichtsbücher zurückblättern), sind ein besonderer Neuling, der aus seinen sportlichen Ambitionen keinen Hehl macht.

Einst auf der legendären «Gurzelen» spielend, ist nun die Tissot Arena die schmucke Heimat und Spielstätte des FC Biel. Und zu­gleich auch das Nationalstadion für die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft.

Doppelpack von Rrudhani

Eine ansehnliche, lautstarke Kulisse - darunter auch unentwegte, treue «Black-Starianer» - sahen ein kurzweiliges, unterhaltsames Spiel, das vom Gast verdient gewonnen wurde. Beide Treffer erzielte Donat Rrudhani mit prächtigen Weitschüssen.

Und weil die Partie ja am Sonntag ausgetragen wurde, darf man von veritablen Sonntagsschüssen sprechen. Damit ist der 20-jährige Kosovare, der im Sommer 2018 von der AS Timau auf die «Blägg-Matte» wechselte, mit neun Treffern der beste Torschütze des Basler Quartiervereines.

Die Elf von Cheftrainer Samir Tabakovic lief nie Gefahr, auch nur zwei Zähler abgeben zu müssen. Optisch war Biel durchaus ebenbürtig, doch die Aktionen der Berner waren zu durchsichtig und hatten zu wenig «Schlagkraft», so dass der FCBS nie unter Druck geriet. Bereits in der Vorrunde hatte Biel in Basel mit 0:2 verloren; und auch in diesem Frühjahr unterlag der FC Biel auf dem Buschweilerhof gegen den FCBS diskussionslos mit 0:3 im Schweizer Cup.

Schon im Vorfeld der sonntäglichen Partie hatten die Klubverantwortlichen auf der Homepage des FC Biel-Bienne in Erinnerung gerufen, dass mit «Blägg» nicht gut Kirschen essen ist und der FCB schlechte (sportliche) Erfahrungen mit den Black Stars gemacht hatte...

Garantierte Stammplätze gibt es nicht

Und dass bei Black Stars niemand unersetzlich ist und Tabakovic jeweils, sehr dezent-dis­kret, rotiert, zeigte die Tatsache, dass Silvan Dünki (bis dato stets in der Anfangself und so etwas wie der Abwehrpatron - mit Torgefahr bei stehenden Bällen) gegen Biel «nur» auf der Ersatzbank blieb.

Ein anderes Mal trifft es «Ricci» (Silva Farinha) oder «Seyfo» (Ka­layci). Aber selbst Lionel Messi wird beim alten und neuen Meister Barcelona nicht mehr immer eingesetzt…wobei wir damit nicht sagen wollen, dass der «Messi-As» bei Black Stars ein Reservisten-Dasein führen würde.

Am nächsten Samstag empfängt der FC Black Stars Basel um 15.30 Uhr den SC Zofingen auf dem Sportplatz Buschweilerhof. Auf dem Papier eine «einfache Aufgabe» - doch sol­che Aussagen (oder Voten) akzeptiert Samir Tabakovic nicht. «Wir haben noch gar nichts erreicht und wir haben ganz viel Arbeit vor uns». Und genau so ist es!