Laufsport
Der 9. Bruggelauf bot wieder Laufspektakel in der Innenstadt

Deborah Büttel und Merhawi Asmelash gewinnen beim 9. Basler Bruggelauf. Trotz 681 gemeldeten Läufern, spricht der Veranstalter von einer leisen Enttäuschung.

Willi Wenger
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Allein auf weiter Flur: Merhawi Asmelash aus Hofstetten lässt seine Konkurrenz alt aussehen – das Publikum auf der Mittleren Brücke freuts.

Allein auf weiter Flur: Merhawi Asmelash aus Hofstetten lässt seine Konkurrenz alt aussehen – das Publikum auf der Mittleren Brücke freuts.

Kenneth Nars

Freude hatten beide Sieger ob ihres Triumphs. Die Riehenerin Büttel, die erstmals am Rennen teilnahm und dieses von A bis Z dominierte, sagte, dass sie zufrieden sei und im Grossen und Ganzen voll am Limit gelaufen sei. «Ich habe mich dabei auf mein Gefühl und meine Erfahrung verlassen können. Es ist alles aufgegangen».

Asmelash zeigte dem Publikum sehr deutlich, zu was er im Laufsport fähig ist. Er, der als Asylwerber seit zwei Jahren in der Schweiz lebt und pro Woche über hundert Kilometer trainiert, lief, wie er sagte, zunächst «locker». Das hiess bei ihm 10:15 Minuten für die ersten drei Kilometer und 39:49 Minuten für die ersten 11,4 Kilometer. «Die letzten Kilometer bin ich dann voll gelaufen», analysierte der gebürtige Eritreer, der als nächsten Wettkampf die Schweizer Halbmarathonmeisterschaften Mitte September bestreiten wird.

Das Gros kommt aus der Region

Das Laufspektakel, an welchem über alle Bewerbe 681 Teilnehmer klassiert wurden, lebte natürlich nicht nur von den Tagessiegern, sondern im hohem Masse vom «Fussvolk». Dieses prägte die Veranstaltung. So stellten das Baselbiet mit 235 und Baselstadt mit 232 Läufern das Gros der Spätsommer-Laufveranstaltung. Auch Prominenz war am Start, beispielsweise Nationalrätin Yvonne Feri, die erstmals in ihrem Leben einen Schuss – mit der Startpistole – abgab. Dass sie dann zum Altstadtlauf über 6 Kilometer startete, war für sie selbstverständlich. «Ich bin wegen Swissaid hier», begründete die Aargauerin ihre Teilnahme, die beim Hilfswerk im Stiftungsrat sitzt. Am Lauf selbst wurde Geld gesammelt, welches das OK so aufrundete, dass wiederum «Bruggelauf-Büffel» für die arme Landbevölkerung in Burma gekauft werden können.

Den Bruggelauf lobte sie in den höchsten Tönen. «Es ist extrem schön hier zu laufen. Die Stimmung ist ebenfalls grossartig».

Mehr Läufer erwartet

Die Dritte, die Baslerin Sandra Beck, benutzte das Wort «super». Der Oberbaselbieter Maxime Juillerat, der bei den Männern 60 ebenfalls Dritter wurde, setzte gar einen drauf: «Für mich ist dieser Lauf der mit Abstand Schönste im Kanton Basel-Stadt».

Ein Lob, das Veranstaltungsleiter Andy Werdenberg sicher gerne hört, obschon er auf mehr Läufer gehofft hatte. «Es ist enorm schwierig, ganz normale Läufer zu motivieren hier zu starten», bedauerte er die Situation. «Dabei haben wir doch so viel zu bieten. Unter anderem eine super Strecke, auf welcher man die Stadt, seine Brücken und zahlreiche Quartiere kennenlernen kann».