Einen Schönheitspreis gibt es im Kampf um den Ligaerhalt im NLA-Handball nicht zu gewinnen. Darum liessen die Basler und auch Stäfa Schönheit Schönheit bleiben und boten sich in der Abstiegsrunde stattdessen ein Spiel auf Biegen und Brechen.

Der RTV zog neben dem Langzeitverletzten Sandro Strübin auch ohne Nationalspieler Vukelic und Wessner in die Schlacht um wichtige Punkte im Abstiegskampf. Dafür durfte der junge Luca Engler erstmals über 60 Minuten ran. Es entwickelte sich ein Spiel, dessen dramatischer Plot von einem exzellenten Krimiautor stammen könnte. Er war kein Basler.

Zu Beginn konnte sich kein Team absetzen. Dies lag daran, dass sich sowohl der RTV als auch die Lakers sehr viele technische Fehler leisteten. Eine kurze Baisse der Basler Mitte erste Halbzeit nutzten die Zürcher, um sich ein Fünf-Tore-Polster (7:12) zu erarbeiten. Die Realturner hatten in dieser Phase Mühe, ihr Offensivspiel aufzuziehen. Der Gegner verteidigte sehr hoch und bereitete dem RTV so Probleme. Das Team von Alex Ebi konnte sich aber aus dieser misslichen Lage befreien und kam bis zur Pause auf 12:13 heran.

Ganze acht Minuten brauchten die Bebbi dann für ihren ersten Treffer im zweiten Umgang. Der einzige Grund, weshalb die Lakers die Partie noch nicht vorentscheiden konnten, stand im Basler Tor. Was Pascal Stauber zeigte, war schlicht phänomenal. Eine Fangquote von 50 Prozent (23/46) ist ein überragender Wert. Unter den Augen des ehemaligen RTV-Trainers Silvio Wernle gelang Igor Stamenov dann der vielumjubelte Ausgleich (42. 15:15).

Was sich danach in der Rankhofhalle abspielte, war an Dramatik nicht zu überbieten. Die Realturner erarbeiteten sich in der 54. Minute erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung. Stäfa glich wieder aus. Der RTV führte noch einmal (22:21). «Dann waren wir zu unerfahren und geben einen verdienten Punkt noch aus der Hand», meinte ein niedergeschlagener Michal Gulbicki. Alex Ebi hatte sein Team beim Spielstand von 22:22 und 22 Sekunden vor Schluss in die offensive Deckung geschickt. Er tat dies im Wissen um das Resultat von Tabellennachbar GC. Die Zürcher gewannen gegen Gossau. Gulbicki war mit dieser taktischen Entscheidung nicht zufrieden: «Wir haben hart gekämpft und hätten einen Punkt verdient. So stehen wir mit leeren Händen da.» Lakers-Spielmacher Jud setzte praktisch mit dem Schlusspfiff zum Wurf an und traf mit seinem Tor den RTV mitten ins Herz.