Rollhockey
Der Aufsteiger RHC Basel ist ein ambitionierter Neuling mit Perspektiven

Der RHC Basel startet am Samstag in die NLA-Saison. Mit dem Katalanen Joel Montiel, dem Spanier Alberto Garcia und dem französischen Nationalspieler Jàrôme Lafourcade kann Spielertrainer Tobias Mohr auf ein Kader zählen, das viele Optionen bietet.

Georges Küng
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Der 36-jährige deutsche Rekordinternationale Jan Velte (rechts) spielt weiter für den RHC Basel.

Der 36-jährige deutsche Rekordinternationale Jan Velte (rechts) spielt weiter für den RHC Basel.

Nicole Nars-Zimmer niz

Wer in diesem Jahrtausend Rollhockey sehen wollte, musste ins Ausland gehen. Wenn auch nur ein paar Kilometer «ennet des Rheines», wo der RSV Weil am Rhein, danach der RHC Friedlingen International e.V. an der Schweizer Meisterschaft teilnehmen (Weil) respektive teilnahmen (Friedlingen).

Der RS Basel wurde 1939 gegründet und zählte die drei Sportarten Rollkunstlauf, Schnelllaufen und Rollhockey, das seit 1948 auf der legendären, offenen Bahn an der Nidwaldnerstrasse gespielt wurde. Bis diverse Schicksalsschläge, darunter ein Busunfall, das Aus von Spitzen-Rollhockey in Basel bedeutete. Just dann, als endlich die schmucke Rollsporthalle, an gleicher Stelle, erbaut war.

Wenn übermorgen Samstag der RHC Basel die Landeselite, inklusive Gastverein Weil am Rhein, herausfordert, dann ist dies Roger Ehrler zu verdanken. Der Basler, mit Rollhockey aufgewachsen, präsidiert den im Jahre 2011 als ursprünglich zweite Friedlinger Equipe gegründeten Klub. Und ermöglicht, dass die Basler, dessen Trikots jenen des FC Basel zum Verwechseln ähnlich sehen, durchaus auf Augenhöhe mit der Konkurrenz sind.

Als Friedlingen in der Saison 2010/11 Schweizer Meister wurde, um von Ehrler am gleichen Abend aufgelöst zu werden, standen primär Individualisten wie Jordi Camps, Sébastien Landrin oder die argentinischen Temporär-Zuzüge David Páez und Fabrizio Marimont im Fokus. «Heuer sind wir ausgeglichener besetzt und setzen aufs Kollektiv», so Andreas Paczia, der nicht nur deutscher Nationalspieler ist, sondern auch als Teammanager fungiert. Auch die Balance zwischen Offensive und Defensive wurde verbessert und der im Rollhockey so wichtige Torhüterposten mit einem starken Mann (Roberto Encinas aus Spanien) besetzt.

Internationale Zuzüge

War die Spielstärke bereits in der souverän beherrschten Nationalliga-B-Saison 2012/13 – ausser der 1:4-Auftaktniederlage in Langenthal wurden danach sämtliche Partien, auch in der Ab-/Aufstiegsrunde gegen höherklassige Rivalen, gewonnen – für höhere Aufgaben bestimmt, so konnte der Neuling sein Kader weiter verstärken. Mit dem Katalanen Joel Montiel, der aus beruflichen Gründen nach Basel gekommen ist, dem Spanier Alberto Garcia und vor allem dem französischen Nationalspieler Jàrôme Lafourcade kann der 32-jährige Spielertrainer Tobias Mohr auf ein Kader zählen, das viele Optionen bietet. Eine feste Stammfünf, wie früher zu Friedlinger Zeiten, gibt es nicht mehr.

Und weil Jan Velte, die Ikone des deutschen Rollhockeys, dem RHC Basel erhalten geblieben ist, nachdem er in der letzten Saison in der Ab-/Aufstiegsrunde aushalf und danach seine Rollschuhe eigentlich endgültig an den Nagel hängen wollte, geht der Aufsteiger auch mit einem Mann in die neue Spielzeit, der allgemein den Nimbus des Goalgetters trägt.

Viele angeschlagene Spieler

Allerdings laborieren viele Spieler an Verletzungen. Am schlimmsten hat es Marcel Behnke erwischt, der einen Kreuzbandriss erlitten hat und bis Frühjahr 2014 ausfallen dürfte. Torhüter Encinas beklagt sich über Adduktorenbeschwerden, bei Paczia droht eine Blinddarm-Operation. Und auch der Aargauer Florian Kläui, der einzige Schweizer im Kader, muss mit einer Knieverletzung noch einige Wochen aussetzen.

Die Vorbereitung begann bereits im Sommer. Vor einer Woche weilte der RHC Basel in einem Trainingscamp in Chambéry (Frankreich), die drei letzten Tage vor dem Meisterschaftsauftakt am Samstag in Wimmis wird man in Düsseldorf verbringen. «Wir sind gerüstet. Wir wollen unter die ersten vier kommen und das Final-Four im Cup erreichen. Sodass wir in der kommenden Saison bereits an internationalen Wettbewerben teilnehmen könnten», erklärt Marcel Behnke stellvertretend für die Equipe. An den Ambitionen und finanziellen Möglichkeiten wird es nicht scheitern, würde Roger Ehrler, der «Mister Rollhockey», kurz und trocken sagen.