2. Liga

Der Aufstieg blieb ein Wunschtraum: Der FC Liestal verliert beim SC Dornach mit 0:1

FC Liestal

Die zum Greifen realistische Chance, erstmals in der 123-jährigen Klubgeschichte den Auf¬stieg in die 1. Liga zu bewerkstelligen, hat der FC Liestal am Dienstagabend um genau 22.04 Uhr begraben müssen.

Mit dem Schlusspfiff von Ref Joël Vuillaume, der eine hektische, manchmal sogar gehässi­ge Partie ordentlich leitete, war die Enttäuschung beim Gast zu sehen, zu hören und zu spüren. Bei der Mannschaft, beim Trainer, bei der Klubleitung sowie den Anhängern, die den Grossteil der Zuschauer ausmachten.

Es gäbe viele Evantualitäten, die anders hätten laufen können, damit der FC Liestal, 1895 gegründet und somit einer der ältesten Fussballklubs der Schweiz, den Aufstieg geschafft hätte.

Wer vor der Schlussrunde die Tabelle, wenn auch «nur» nach Strafpunkten, anführt, darf und soll enttäuscht sein, wenn die Promotion in der letzten Partie «förmlich den Bach runter geht», wie es ein FCL-Anhänger formulierte. In einigen Tagen jedoch wird die ganze Liestaler Fussball-Familie auf diese Saison 2017/18 stolz sein.

Keine SCD-Geschenke

Vielleicht wäre Liestal am Samstag «parater» gewesen, wie mancher Besucher aus dem «Stedtli» meinte. Es war Petrus, der sein Veto einlegte. Und in diesen 72 Stunden stieg der Druck auf Liestal, auch wenn dies Florian Hengel (bz vom Montag) verneinte. Aber in der Kantonshauptstadt wusste man, dass der FC Biel, für den die Promotion ein absolutes Muss war, bei Dornach dezent-diskret gebeten hatte, den Match sehr ernst zu nehmen.

Und dies taten die Solothurner auch – und dies ist nicht verwerflich, sondern zeugt von Fairness, sportlicher Einstellung und intaktem Teamgeist. Und dass Dornach dem Rivalen nichts schenken würde, hatten die Verantwortlichen öffentlich erklärt – auch die Art, wie der Gastgeber ins Spiel ging, dürfte die Rot-Weissen aus der Kantonshauptstadt nicht überrascht haben.

Sicher, die Gelb-Schwarzen vom Gigersloch gaben früh den Tarif an – die ersten Verwar­nungen gingen an die Adresse der Platzherren. Das Terrain, tief und schwer bespielbar, bevorteilte garantiert nicht jene Equi­pe, die konstruktiv kreieren und gewinnen musste. Aber spielerisch konnte Liestal (Druck und Nervosität waren spürbar) nicht an jene hervor­ragenden Darbietungen der Rückrunde anknüpfen.

Hätte der Unparteiische...

So lange die Partie unentschieden stand, war mit einer einzigen geglückten Aktion der Sie­gestreffer für den Gast möglich. Jeweils ein Lattenschuss (respektive Goalie-Abwehr ans Gebälk) zeigen, dass sich die beiden Teams bei Alumuniumtreffern auch ebenbürtig wa­ren.

Es gab eine Szene, in welcher der Ref (der bereits am Samstag für die Partie vorge­sehen war) vielleicht einen Strafstoss hätte pfeifen können… oder müssen, wie sich der Gastanhang enervierte. Aber im Fussball gehört der Konjunktiv immer dem Verlierer.

Mit dem Tor durch Bojan Saponja war der Match nahezu «gegessen». Die Endphase wurde noch giftiger und die verbalen Äusserungen nahmen zu. Auch der FC Liestal sammelte noch drei Strafpunkte – paradoxerweise hätten diese drei Verwarnungen just gereicht, um den Aufstieg zu schaffen, wenn man die drei Punkte vom Gigersloch mitgenommen hätte.

So aber jubelten zuletzt primär die Bieler Exponenten, welche als Gesamtverein bestimmt der richtige Aufsteiger sind. Im Wissen, dass sie auf die Mithilfe von Petrus, des SC Dornach und dem Nervenflattern des FC Liestal angewiesen waren.

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