Noch kein Jahr ist es her, als Fidan Aliti bei der zweiten Mannschaft der Old Boys aushalf und gegen den späteren Absteiger Black Stars spielte - auf dem Bachgraben in der 2. Liga regional. Die Schere der damals auf dem Platz stehenden Akteure hat sich mittlerweile weit geöffnet: Während heute einige der damaligen Black Stars-Spieler in der 3. Liga kicken, steht Aliti an der obersten Stelle dieser Schere: In der Super League. Der raketenartige Aufstieg des 20-Jährigen wurde vor zwei Wochen mit einem Profivertrag beim FC Luzern bis 2016 gekrönt. «Dass es so schnell geht, konnte ich nicht erwarten, umso mehr erfreut mich der Zweieinhalbjahresvertrag.» Aliti ist erst im Sommer von OB in die Innerschweiz gewechselt, vorübergehend in die U21 des FCL. Dort konnte er sich schnell etablieren und Coach Carlos Bernegger nahm ihn im Winter ins Fanionteam auf. Der Linksfuss wurde in der Rückrunde in fünf von sechs Meisterschaftsspielen eingesetzt, gegen Sion sogar auf der ungewohnten Position des Rechtsverteidigers, was als weiteres Zeichen von Berneggers Vertrauen gedeutet werden kann. Beim Cupspiel am Mittwoch in Basel reichte es nicht für einen Einsatz des ex-FCB-Juniors. Bitter, wenn man bedenkt, dass das einzige Tor des Spiels über die linke Seite von Luzern kam - dort wo Aliti normalerweise spielt.

Leben als Profi

Die Umstellung vom Amateurbereich ins Profigeschäft sei riesig. «Bei OB und in der U21 waren viele Spieler noch in der Ausbildung oder arbeiteten, hier ist der Fokus voll auf den Fussball gesetzt», erklärt Aliti, der letzten Sommer selbst eine Ausbildung abschliessen konnte. Auch ausserhalb des Platzes dürfe man nicht mehr tun und lassen was man wolle: «Es ist der ganze Lebensstil, man ist nun ein Vorbild für die Junioren und das Verhalten neben dem Platz ist sehr wichtig. Unter anderem auch im Umgang mit den Medien.»

Spielpraxis als Basis

Für Fidan Aliti ist klar, dass sein Weg auch dank der Spielpraxis in den letzten Jahren möglich war. «Bei OB konnte ich mich zudem immer wieder mit erfahrenen Spielern austauschen, beispielsweise mit Kapitän Diren Akdemir. Dies tat auch im mentalen Bereich gut.» Nun will Aliti morgen gegen Basel in der Swissporarena wieder im Einsatz stehen. «Unser Ziel ist die Europa League, deshalb braucht es Punkte.» Dank des Cupfinaleinzugs des FC Zürich dürfte der fünfte Platz diese Saison für die Europa League reichen. Ob Alitis persönliches Ziel - bei Luzern «Fuss zu fassen» - auch in Erfüllung geht, ist noch unklar. Auf gutem Weg ist der Münchensteiner auf jeden Fall.