Eishockey

Der baseballspielende Eishockeyaner

Baseball, Eishockey: Sven Leemann macht beides.  Pensa

Baseball, Eishockey: Sven Leemann macht beides. Pensa

In den USA geboren, begeisterte sich Sven Leemann früh für Baseball. In Basel brachte ihn die Nähe zur Kunsteisbahn aber auch zum Eishockey.

Gerade mal 15-jährig ist Sven Leemann eigentlich schon ein Urgestein in der Baseball-Familie der Therwil Flyers. Schon zehn Jahre besucht er die Trainings auf der Känelmatt. In der ersten Mannschaft ist der 1,88 Meter grosse Teenager noch Ersatz. In der zweiten Mannschaft, die 1.-Liga-Schweizer-Meister ist und am Wochenende den Wiederaufstieg in die Nationalliga B realisiert hat, ist er eine der Teamstützen. Zudem spielte er bereits als 13-Jähriger in der Schweizer U15-Auswahl.

Baseball ist aber nicht die einzige Sportart, die Sven Leemann auf hohem Niveau betreibt. Auch im Eishockey schaffte er schon den Sprung in die Landesauswahl, die diesjährige U16 hat er nur knapp verpasst. Für die EHC Basel Young Sharks spielt er bei den Novizen Top als Verteidiger. Kam er zum Baseball, weil er seine ersten sechs Lebensjahre in New Jersey verbracht hat, so ist die Nähe zum Eishockey noch naheliegender: Sven wohnt in Basel nur einen Steinwurf von der Kunsteisbahn Margarethen entfernt. Koordinationsprobleme zwischen den zwei Sportarten gibt es laut dem Gymnasiasten praktisch keine: «Normalerweise passen die Saisons aneinander vorbei. Jetzt gab es aber eine Überschneidung wegen der Baseball-Playoffs», sagt Leemann. «Vom Spiel in Thun musste ich direkt nach Aarau. Dort haben wir zum Auftakt 5:0 gewonnen, aber danach war ich hundemüde.» Trotzdem ging er tags darauf auch noch zum Spiel der ersten Flyers-Mannschaft.

Momentan geniesst der 15-Jährige die unterschiedlichen Sportarten. Eishockey sei intensiver und physischer, währenddessen Baseball sehr technikbetont wäre. Die Entscheidung für eine Sportart wird dem Catcher der Flyers vielleicht auch abgenommen. «Im nächsten Jahr gehe ich zu den europäischen Tryouts der amerikanischen Liga. Wenn ich gedraftet würde, könnte ich in die USA gehen», sagt der Inhaber des amerikanischen Passes. Der Leistungsunterschied zwischen Europa und den USA sei auf Juniorenniveau noch nicht so gross, erst mit der intensiven Förderung an den US-Colleges würde eine Differenz entstehen, erklärt Leemann. Falls es beim ersten Anlauf nicht klappt, kann der junge Catcher auch ein Jahr später nochmals zu den Tryouts gehen. Oder alles aufs Eishockey setzen.

Wenn die sportliche Karriere ins Stocken geraten würde, hätte Sven auch noch die Schule. Er besucht bewusst keine Sportklasse, sondern absolviert das Gymnasium am Kirschgarten. Später will er an die ETH Zürich, um Bauingenieur zu studieren. Zur Belastung von Sport und Schule meint er: «Ich habe das Glück, dass ich nicht so viel lernen muss. So bringe ich die Schule und die vielen Trainings unter einen Hut.»

Für einen 15-Jährigen wirkt der Basler sehr abgeklärt und reif. Welche Sportart er am Ende bevorzugen würde, ist ihm nicht zu entlocken. Sein Herkunftsland USA scheint aber eine gewisse Anziehung auf ihn auszuüben. Aber auch dort wird ja schliesslich nicht nur Baseball gespielt.

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