Ein kurzer Blick reicht, und Kevin Bua weiss genau, wo Mohamed Elyounoussi steht. Der Seitenwechsel landet perfekt auf dem Fuss des Norwegers, dieser zieht per Dropkick ab, den Abpraller verwertet dann Ricky van Wolfswinkel, der exakt dort steht, wo es ein Skorer zu tun hat.

Kevin Bua ist bisher kaum zu bremsen.

Kevin Bua ist bisher kaum zu bremsen.

Es ist dies die Entstehung des zweiten Basler Tors im Spiel gegen GC. Sie ist symptomatisch für den momentanen FC Basel – genauer gesagt für dessen Offensive. Seit der Umstellung nach der Auftaktpleite in Bern, bei der Raphael Wicky noch mit einer einzigen Spitze hat spielen lassen, besteht diese nämlich aus der Doppelspitze van Wolfswinkel und Bua.

van Wolfswinkel besticht mit Kaltblütigkeit

Diese wird unterstützt von Elyounoussi, der sich eine Reihe weiter hinten als Achter positioniert. In Wickys 3-5-2 sind sie der offensive Dreizack. Zuständig für die Gefahr vor dem gegnerischen Tor und Dynamik im Spiel, die im letzten Jahr unter Urs Fischer und mit Marc Janko und Seydou Doumbia oft gefehlt hatte.

Schaut man van Wolfswinkel, Bua und Elyounoussi im Zusammenspiel zu, man würde es nicht erahnen, dass sie erst zum dritten Mal so zusammenspielen. Die Automatismen scheinen für die frühe Saisonphase schon weit gereift. Das widerspiegelt sich auch in der Statistik. Neun Tore hat der FCB in den drei letzten Spielen erzielt, jeweils drei pro Partie. An allen neun war mindestens einer des Trios beteiligt.

Ricky van Wolfswinkel traf gegen GC doppelt.

Ricky van Wolfswinkel traf gegen GC doppelt.

Geglänzt hat am Ende meist van Wolfswinkel, der sein Torkonto mit dem Doppellpack gegen GC auf vier hochschrauben konnte. Genau dafür wurde er geholt. Um eiskalt zu verwandeln. Mit Bua hat er einen neben sich, der trickreich ist und oft auf die Seite ausweicht. So kann er das Spiel in die Breite ziehen. Treffen konnte er auch schon doppelt. Einmal weniger jubeln konnte Elyounoussi. Dafür hat der Norweger bei den Assists eine starke Quote. Drei mal spielte er den finalen Pass.

Welche Rolle übernimmt Oberlin?

Vor dem Eigentor von Milan Vilotic zum 1:0 aus Basler Sicht setzte er ausserdem Taulant Xhaka – der nach zwei Spielen auf der Bank erstmals wieder von Beginn an ran durfte – perfekt in Szene. Hinzu kommt der herausgeholte Penalty, den van Wolfswinkel zum 3:0 für die Basler verwandelte.

Die Zusammensetzung auf den drei vordersten Positionen, sie stimmt und besticht. Was auf dem Papier berechenbar aussieht, weil der Dreizack Van Wolfswinkel/Bua/Elyounoussi immer beteiligt ist, wenn der Ball im Tor landet, ist in Realität kaum durchschaubar.

Vor allem auch aufgrund des hohen Tempos, mit dem kombiniert wird. Mit Neftali Manzambi, Afimico Pululu und Dimitri Oberlin hat Wicky noch drei weitere Optionen in der Hinterhand. Interessant dürfte vor allem sein, ob Oberlin die aktuelle Hierarchie auf den Kopf stellen kann, wenn er in Topform ist.