Landhockey

Der Basler HC geniesst dank dem ersten Saisonsieg Heimvorteil

Die Baslerinnen gewannen gegen Servette Genf eine Zitterpartie mit 1:0. Die Niederländerin Sabine Bruinink sorgte mit ihrem verwandelten Penalty bereits in der 19. Minute für die Entscheidung.

Es ist ja nicht so, dass Landhockey die Massen zu mobilisieren vermag. Wer zu den Matches des Basler HC auf den Rankhof geht, hat zum 1911 gegründeten Verein und der Sportart einen direkten Bezug. Landhockey ist nicht nur eine der ältesten olympischen Sportarten, sondern kann auch sehr dramatisch sein.

Beim Duell der Tabellenletzten zwischen den «Dybli», wie die Frauen weiterhin genannt werden (in Anspielung an den einstigen Klub DHC Baslerdybli), und Servette erlebten die rund 50 Zuschauer eine Partie, die mit Fortdauer immer spannender wurde. Basel musste gewinnen, um die Genferinnen zu überholen und sich im entscheidenden Duell gegen den Abstieg aus der Nationalliga A, wiederum gegen Servette, den Heimvorteil zu sichern.

Vorgängig muss der Basler HC aber die Partie bei Red Sox Zürich, den Ersten der Nationalliga B, bestehen.

Von Nervosität keine Spur

Gegen Servette ging der Gastgeber nach 19 Minuten in Führung. Sabine Bruinink (31) verwandelte, nachdem die Baslerinnen bereits zu acht Ecken gekommen waren, einen Penalty zur 1:0-Führung.

Die Niederländerin, die einst in Barcelona gespielt hatte, war bei ihrem Siebenmeter-Strafstoss überhaupt nicht nervös. «Nein, die Partie war ja noch in der Anfangsphase. Hätte ich den Strafstoss in der Schlussminute schiessen müssen, hätten mir die Hände schon ein wenig gezittert», so Bruinink

In den zweiten 35 Minute wurde Servette immer stärker und drückte vehement auf den Ausgleich, der ihnen gereicht hätte, um das entscheidende Spiel gegen Basel in der Calvin-Stadt austragen zu können.

Vor dem BHC-Gehäuse spielten sich zeitweise dramatische, ja tumultartige Szenen ab. Doch irgendwie war stets ein Basler Bein oder Stock dazwischen. Auch die kurzen Ecken konnten, dank Keeper Monika Müller (29), allesamt entschärft werden.

Fiona Rudolf kehrt zurück

Währenddem fieberte, oder vielmehr litt, am Spielfeldrand die Familie Stühlinger mit. Andi Stühlinger, eine Legende im Basler Landhockey, und Tochter Julia hielten es fast nicht mehr aus und verlangten vehement, dass der Schiedsrichter die Partie endlich abpfeife, da ihnen die Nachspielzeit von fast drei Minuten nicht gerechtfertigt schien.

Natispielerin Julia Stühlinger, hatte sich vor einer Woche beim 2:2 gegen Black Boys Genf eine Knöchelverletzung zugezogen, hofft aber, am nächsten Sonntag in Zürich wieder spielen zu können.

Gar nicht erst auf dem Rankhof zugegen war Schwester Sara, die wegen Krankheit auch ausfiel. Und mit Fiona Rudolf (24) fehlte eine dritte Leistungsträgerin.

Die Medizinstudentin war vier Monate lang, als Praktikantin des Tropeninstitutes, in Kambodscha gewesen und erst im Laufe der letzten Woche nach Basel zurück gekehrt. «Ich hoffe, ich kann meinen Kolleginnen in den letzten Partien helfen», so die zukünftige Ärztin.

Zwischenziel erreicht

Dass trotz der Absenzen ein Sieg herausschaute, stimmt Mannschaft und Coach Roger Thoma, der zugleich auch Klubpräsident ist, zuversichtlich.

Denn obwohl «Dybli» gerne fliegen, «spielen wir lieber zu Hause als dass wir nach Genf reisen müssen», so der Tenor bei den Basler Landhockeyanerinnen, welche mit dem ersten Saisonerfolg nach regulärer Spielzeit zumindest ein erstes Zwischenziel erreicht haben.

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