Landhockey
Der Basler HC steigt nach dem Krimi gegen GC in die NLB ab

Nach der 2:3-Heimniederlage gegen GC ist der Basler Abstieg beschlossene Sache. Für den BHC kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Deshalb peilt man am Rheinknie bereits den direkten Wiederaufstieg an.

Georges Küng
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Basler Ernüchterung nach dem Schlusspfiff.

Basler Ernüchterung nach dem Schlusspfiff.

Uwe Zinke

In zwei Spielen, innerhalb von 20 Stunden ausgetragen, entschied sich, ob der BHC oder die «Hoppers» ihren Platz in der Nationalliga A halten würden. Nach der Qualifikationsphase (14 Partien) hatten die Zürcher Rang 5, die Basler Platz 7 belegt. Weil GC aber gegen den Tabellenletzten Stade Lausanne unerwartet unterlag (Basel verlor gegen Black Boys Genève), sah sich der Basler HC einem Widersacher gegenüber, der zumindest auf dem Papier überlegen war.

Im Samstagsspiel jedoch überraschte der Basler HC positiv. Trotz eines frühen 0:2-Rückstandes, schaffte der 1911 gegründete Traditionsklub vom Rheinknie auf dem Hardhof noch ein 2:2, wobei es Klubpräsident Roger Thoma (40) vergönnt war, in der Schlussminute den Ausgleich zu erzielen. Damit hatte sich Basel für das sonntägliche Mittagsspiel auf dem Rankhof eine gute Ausgangslage geschaffen. Zwar gingen die Zürcher schnell mit 1:0 in Führung, doch dem Gastgeber gelang vor der Halbzeit der Ausgleich. Und als Cyril Henrion kurz nach der Pause mit seinem zweiten Treffer das 2:1 schoss, glaubte die BHC-Familie, den Ligaerhalt bewerkstelligen zu können. Doch nur eine Minute später glichen die Grasshoppers zum 2:2 aus.

Danach erlebte die kleine, aber feine BHC-Anhängerschaft ein Spiel, das abwechslungsreich verlief. Der Basler HC hatte gleich viele Spielanteile wie der Favorit von der Limmat, war aber vor dem Gehäuse zu wenig durchschlagskräftig, um die «Hoppers» ernsthaft in Gefahr zu bringen. Das Unheil nahte dann – zwei Minuten vor dem Abpfiff – in der 68. Minute, als Thoma im Schusskreis ein Stockfoul beging, so dass der vorzügliche Unparteiische Matthias Messerli auf Penalty entschied. Und GC-Top- skorer Roman Richner (26) erzielte nervenstark das Siegestor für GC, das gleichbedeutend mit dem Ligaerhalt war.

Natürlich war beim Basler HC der Frust nach Spielschluss anfangs gewaltig. Doch bereits nach 20 Minuten blickte die Equipe wieder optimistischer in die Zukunft. «Wir mussten nach dem Aufstieg rechnen, wieder das Oberhaus verlassen zu müssen», so der Tenor in der Mannschaft.

Präsident Thoma, einst langjähriger Nationalkeeper, der nach Karriereende sich dem Laufsport gewidmet hatte, bevor er auf diese Saison hin, wegen Personalknappheit, als Feldspieler aushalf, sieht keinen Grund, um Trübsal zu blasen. «Wir haben ein neues Jugend- und Nachwuchskonzept lanciert. Der Basler HC zählt gut 70 Juniorinnen und Junioren. Die U17-Auswahl gehört zu den besten Teams des Landes. Und wir haben, darauf sind wir besonders stolz, sechs Junioren- und Nachwuchs-Internationale. In ein paar Jahren sollte diese allesamt das Gerüst des Fanionteams bilden», sagt Thoma.

Auf die nächste Saison hin wird Daniel Dion (35) neu den Basler HC trainieren. Der ehemalige Aktive von Schönenwerd und der Grasshoppers freut sich auf die Herausforderung. «Ziel muss der sofortige Wiederaufstieg sein. Basel hat hierzu das Potenzial. Und ein Abstieg kann auch der Neubeginn einer erfolgreichen Ära einläuten», so der Solothurner.

Auch zwei Stunden nach dem Abstieg war der Grossteil der Mannschaft noch am Fachsimpeln auf dem Rankhof und liess die Saison 2012/13 Revue passieren. Und das 20-Liter-Bierfass leerte sich zusehends. Ob im Falle eines Klassenerhaltes statt Gerstensaft eventuell Champagner auf Lager gewesen wäre, wollte niemand bestätigen. Aber auch nicht dementieren.

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