In der Youth League setzt es im Campus gegen den FC Schalke 04 eine 0:5-Niederlage ab. Hier weht ein anderer Wind. Dies mussten die Talente des FCB nach dem 0:4 in London gegen Chelsea nun auch in ihrem ersten Heimspiel im Campus gegen den FC Schalke 04 erfahren. Gegen den aktuellen Tabellenfünften der U19-Bundesliga West setzte es eine 0:5-Niederlage ab, die durchaus als leistungsgerecht zu bezeichnen ist.

Dass die Schweizer nach 180 Minuten noch immer auf ihren ersten Treffer in diesem neu geschaffenen Wettbewerb warten, hatte indes auch mit ein bisschen Pech zu tun. So traf Shpetim Sulejmani (24.) mit einem Kopfball nur die Latte, und Samuele Campo scheiterte mit einem Penalty (79.) an Schalkes Goalie Janik Schilder. Insgesamt aber schafften es die Gastgeber nur äusserst selten bis in den Strafraum der Gäste. Es mangelte ihnen an Kreativität und Durchsetzungsvermögen gegen einen spielerisch überzeugenden Gegner.

Massimo Ceccaroni, der Realist

Massimo Ceccaroni, der Technische Leiter der Basler Nachwuchsabteilung, machte sich nichts vor. «Wir haben gegen einen sehr starken Gegner gespielt und sind von dessen hohem Rhythmus überfordert worden.» Tatsächlich waren die Deutschen (6x Jahrgang 95; 5x Jg. 96,) in der Startaufstellung den Baslern (6x Jg. 95, 4x Jg. 96, 1x Jg. 97) in allen Belangen überlegen. Und sie hatten mit dem dreifachen Torschützen Florian Pick den überragenden Skorer und mit Spielmacher Leroy Sané, dem Sohn der Bundesliga-Legende Sammy, den auffälligsten Spieler in ihren Reihen.

Der Basler Trainer Thomas Häberli sagte unmissverständlich: «Schalke war für uns eine Nummer zu gross.» Er nahm allerdings seine Mannschaft, die im Vergleich mit ihrem ersten Auftritt bei Chelsea auf vier Positionen verändert war, in Schutz. Häberli erinnerte daran, dass es sich um eine aus dem U18- und U21-Team zusammengewürfelte Equipe handle, derweil die Deutschen mit einem eingespielten Team aufgelaufen seien. Erstmals beim FCB spielte seit einem Jahr dank der nun erhaltenen Spielqualifikation Veljko Simic mit, konnte sich aber auf der Flanke im Mittelfeld nur äusserst selten in Szene setzen. «In unserem Team ist das Gefälle zu gross», sagte Häberli. Der langjährige Nationalliga-A- und Super-League-Spieler ermahnte den Schweizerischen Fussballverband, sich Gedanken darüber zu machen, ob nicht auch eine U19-Meisterschaft eingeführt werden sollte.

Vor den Augen vieler Scouts, Spielereltern, Basler Junioren und einigen Zaungästen erinnerte nur wenig daran, dass die Youth League an die Champions League angelehnt ist. Es gab keine Hymne und keinen Speaker, und weil auch früh die Spannung draussen war, plätscherte das Spiel mehrheitlich vor sich hin.

Eine zwiespältige Geschichte

Aufgrund der vielen Auflagen der Uefa hatten die Basler das Spiel vom Rankhof in den Campus verlegt mit der Folge, dass «Normalsterbliche» keinen Einlass zu dieser Partie bekamen. Eine mehr als zwiespältige Geschichte, und die Uefa muss sich – mal abgesehen von der eigentlichen Problematik dieses Wettbewerbs – fragen lassen, ob so Werbung für den europäischen Spitzenfussball aussieht.

Auch wenn die beiden Startspiele in die Youth League für den FC Basel reichlich ernüchternd verlaufen sind, mag Ceccaroni nicht hadern. «Man hat schon gesehen, dass auch in unserem Team zwei oder drei Spieler mit einem grossen Potenzial stecken.» Insgesamt aber haben viele Basler Nachwuchsakteure in London und gestern im Campus deutlich erfahren müssen, wie viel Arbeit ihnen noch bevorsteht, wollen sie es mit ihren Alterskollegen in England und Deutschland aufnehmen. «So gesehen ist dieser Wettbewerb für uns extrem wichtig», sagte Ceccaroni, «heute haben wir wieder viel Lehrgeld bezahlt.»