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Der Basler Segel Club - Die treuen Piraten des Rheins

Der Basler Segel Club blickt auf eine intensive 70-jährige Vereinsgeschichte zurück. Der Klub zählt heute rund 80 Mitglieder, davon gelten rund 20 als Aktive. Der familiäre und gesellschaftliche Umgang hat beim BSC oberste Priorität.

Jonas Burch
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Eine gewohnte Situation: Maire und Co. treffen auf ein Kursschiff. ZVG

Eine gewohnte Situation: Maire und Co. treffen auf ein Kursschiff. ZVG

Felix Maire könnte Hunderte Anekdoten erzählen. Zum Beispiel wie in den 70er-Jahren «Segelkurse angeboten wurden, um neue Mitglieder zu gewinnen», in den 80er-Jahren «an den ersten auswärtigen Regatten teilgenommen wurde» oder wie man während der Jahrhundertwende «Motorboote an unseren Stegen zuliess, damit wir die stagnierende Mitgliederzahl kaschieren konnten».

Seit 60 Jahren ist Maire Teil dieses Mikrokosmos, der in Kaiseraugst seinen Anfang nahm und bis heute dort geblieben ist. Rund 80 Mitglieder zählt der Klub, davon gelten rund 20 als Aktive.

Eine Zahl, die sich seit der Gründung 1943 nur geringfügig verändert hat. «Wir wollen auch nicht expandieren. Der familiäre und gesellschaftliche Umgang im kleinen Rahmen hat bei uns oberste Priorität», sagt der Liestaler. Natürlich seien aber neue Mitglieder jederzeit willkommen, schiebt der bald 70-jährige Vize-Präsident schmunzelnd nach.

In der Region werden die Segler des Vereins kaum wahrgenommen. Viele Liebhaber aus der Gegend schliessen sich Klubs an, die ihren Standort an Seeufern haben. Wie etwa in Biel, Thun, Neuenburg oder Murten.

Der Basler Segel Club verfolgt da eine andere Linie, wählt bewusst den Rhein als Heimatgewässer. «Auf dem Fluss ist man eingeschränkter, aber die grössere Abhängigkeit vom Wind gibt dem Sport eine besondere Abwechslung», weiss Maire. Entsprechend dienen die Rennen auf dem Rhein immer wieder als Austragungsort für lokale oder nationale Wettkämpfe.

Der BSC spezialisiert sich dabei auf die Bootsklasse Pirat. Vor allem deswegen, weil die Anschaffung wesentlich günstiger ist als bei anderen Klassen. Im Klubhaus stehen 15 Liegeplätze sowie acht Trockenliegeplätze für die Piraten-Boote bereit.

Bereits 1986 trat man der Piratenvereinigung bei und misst sich seither regelmässig mit anderen Schweizer Vereinen. Allerdings mit begrenzten sportlichen Ambitionen. Über die Klub-Erfolge spricht Maire nur ungern und zieht Diskretion und Anonymität vor.

Nur so viel sei gesagt: An der diesjährigen Jubiläumsschweizer-Meisterschaft segelten Maires Söhne Pascal und Nicolas auf den 3. Platz – es war bei weitem nicht die erste Medaille der beiden Brüder.

Felix Maire darf zufrieden sein. Mit den Söhnen, den Erfolgen und der Entwicklung des Segel Clubs. Seit fünf Jahren arbeitet der BSC intensiv mit dem Prattler Segelclub zusammen, der nur unweit von Kaiseraugst stationiert ist.

Für die Zukunft erwartet Maire keine grossen Veränderungen. Es stimmt alles, so wie es ist. Vor allem aber, wurde dieser Urgedanke beibehalten. Denn damals, als der Klub am 21. Januar 1943 – mitten im 2. Weltkrieg – von fünf Mitgliedern gegründet wurde, war es dieser gesunde Optimismus, welcher den Verein zu dem macht, was er heute ist. Felix Maire trägt diese Philosophie mit Leib und Seele weiter. Und das seit 60 Jahren.

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