Springreiten
Der CSI Basel steht bei den Reitern ganz weit oben auf der Liste

Pferdefreunde müssen sich das zweite Wochenende im Januar im Kalender rot anstreichen. Denn besser geht es nicht mehr. Beim 5. CSI Basel, der neu Longines CSI Basel heisst, ist die Elite der Springreiter praktisch komplett am Start.

Michael Wehrle
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Zuletzt holte Luciana Diniz das Preisgeld für den Sieg im Grand Prix beim CSI Basel ab. HO

Zuletzt holte Luciana Diniz das Preisgeld für den Sieg im Grand Prix beim CSI Basel ab. HO

Katja Stuppia

Vom Donnerstag, 9. Januar, bis zum Sonntag, 12. Januar, kämpfen alle Stars um Franken und Punkte für die Weltrangliste. 58 Reiter und Reiterinnen aus 18 Nationen sind am Start.

Aus den Top 10 der Weltrangliste fehlt einzig die Amerikanerin Elizabeth Madden, sie zieht eine Turnierserie in den USA vor. Von den Top 20 sind 18 Reiter und Reiterinnen am Start. Der Brite Ben Maher, die aktuelle Nummer eins der Welt, führt das Feld an. Dabei sind auch die Träger aller grossen Titel: Olympiasieger Steve Guerdat aus der Schweiz, der belgische Weltmeister Philippe Le Jeune und Europameister Roger Yves Bost aus Frankreich.

«Wir sind angekommen»

Erst zum fünften Mal steht der CSI Basel auf dem Programm. «Aber wir sind angekommen», sagt CSI-Präsident Willy Bürgin. Der CSI Basel steht bei den Reitern inzwischen ganz weit oben auf der Liste. Dafür gibt es mehre Gründe. Zum einen zahlen die Basler extrem gut. Insgesamt schütten sie 781'000 Franken Preisgeld aus, davon 738'000 Franken für die Profis. Allein im Longines Grand Prix am Sonntag stehen 350'000 Franken auf dem Spiel, der Sieger kassiert 110'000 Franken. Damit gehört diese Prüfung zu den höchstdotierten Hallenspringen überhaupt.

Doch das Geld allein lockt die Stars noch nicht nach Basel. Bürgin hat ein Datum gewählt, wo er mit Ausnahme der US-Tour ohne Konkurrenz ist. Und dazu kommt, dass sich die Reiter extrem wohlfühlen. Die Organisatoren bieten ein Wohlfühlpaket, von der Unterkunft bis zum Parcours. Und wenn Bürgin auch seine eigenen Ideen hat, beratungsresistent ist er nicht. So hat er auf Wunsch der Reiter den Grand Prix verkürzt. Statt zwei Runden plus Stechen müssen die Paare beim Höhepunkt nur noch eine Runde und einen verkürzten zweiten Umgang für die besten 15 absolvieren. Das kommt auch dem Fernsehen entgegen, das zum zweiten Mal den Grand Prix am überträgt.

Plattform für Amateure

Zehn Springen, davon zählen neun für die Weltrangliste, stehen für die Profis auf dem Programm. Dazu bietet der CSI aber auch noch sieben Prüfungen für die Amateure an. «Sensationell», findet das Albert Lischer, Nachwuchschef der Schweizer Springreiter.

Der Sieger der Schlussprüfung nimmt immerhin noch 8000 Franken mit nach Hause. «Das gibt es sonst nirgends, das ist eine riesige Motivation», sagt Lischer. Insgesamt 43'000 Franken schüttet der CSI für die Amateure aus. Solche Anlässe brauche der Nachwuchs, um sich an die ganz grosse Bühne zu gewöhnen. «Denn der Sprung ist nicht einfach, auch wenn in Sachen Qualität kaum noch ein Unterschied besteht», betont er. Die Zeiten, da die Amateure belächelt wurden, seien vorbei. Er vergleicht die Situation mit Wein: «Früher waren die Flaschenweine top, der offene Wein aber Essig. Heute sind beide Weine kaum mehr zu unterscheiden.»