Früher war sein Arbeitsgerät der Eishockeystock, aktuell  ist es unter anderem das Mobiltelefon. Praktisch ununterbrochen wird telefoniert oder Nachrichten geschrieben. 

Denn Olivier Schäublin, Sportchef des EHC Basel, befindet sich aktuell in seinen intensivsten und wichtigsten Wochen des Jahres. Er muss dafür besorgt sein, eine gute und schlagkräftige Mannschaft für die kommende Eishockeysaison zusammenzustellen.

Es wird laufend evaluiert, welche Spieler für den EHC Basel interessant sein können. Doch erst richtig beginnen mit den Gesprächen und Verhandlungen  konnte Schäublin Anfang Februar, als nach dem wichtigen Sieg gegen Bellinzona der anvisierte Aufstieg in die neue Swiss Regio League feststand.

Zwei Zuzüge und neuer Assistenzcoach

Dabei verlassen kann er sich auf ein gutes Netzwerk, das er während seiner Aktivzeit in den drei höchsten Schweizer Eishockey-Ligen aufbauen konnte. «Nach 18 Jahren Profi-Hockey kennt man die Leute, hat die Kontakte gepflegt und sich auch ab und an wieder gesehen.»

Rund 50 Spieler hat Schäublin aktuell im Fokus. Die Verhandlungen mit einigen Spielern laufen dabei auf Hochtouren. Bereits können nun zwei wichtige Zuzüge vermeldet werden. Die zwei Topscorer Nando Jeyabalan (von Arosa) und  Marco Vogt (von Zuchwil) werden die Mannschaft verstärken. Zudem konnte mit Michael Eppler ein neuer Assistenztrainer vom EHC Rheinfelden verpflichtet werden.

Schneller, jünger, schwerer

 Um die richtige Wahl zu treffen, wurde die vergangene Saison zusammen mit Präsident Daniel Schnellmann und Trainer Reto Gertschen genauestens analysiert: «Man startete schlecht in die Saison und war anschliessend sehr unkonstant in den Leistungen. Dazu hat man es nicht geschafft, Einstellung und Selbstvertrauen zu entwickeln, um in den Playoffs einen Schritt weiter zu gehen und in die Halbfinals vorzustossen», so Schäublin. Eine Konsequenz  ist, dass man das Kader nun schneller, jünger, schwerer und breiter machen will: «Wir brauchen schnelle, robuste Spieler mit Biss.»

Drei bis fünf Gespräche pro Tag führt Schäublin im Moment. Nicht nur mit potentiellen Zuzügen, sondern auch mit dem Kader, welches letzte Saison mit zum Saisonziel beigetragen hat. «Das Niveau und die Geschwindigkeit wird nächstes Jahr höher und schneller sein. Die Spieler, die weiterhin zum Team gehören werden, werden noch mehr gefordert sein und müssen sich  steigern,» fordert Schäublin.

Leistungsprinzip durchziehen

Mit zehn Stammspielern konnten bereits Verträge für die neue Saison abgeschlossen werden. Bis zum «Kick Off» am 24. April möchte der Sportchef das Team soweit  beisammen haben. Ein, zwei Plätze sollen noch offen bleiben für allfällige Zuzüge aus Partnerteams. «Das Leistungsprinzip soll durchgezogen werden. Voraussetzung dabei ist, dass es dem EHC gelingt, sein Wunschkader beisammen zu haben.» In der Geschäftsstelle in  der St. Jakob Arena ist man überzeugt, dies zu schaffen.