Für den freigestellten Reto Gertschen stand mit Michael Eppler sein Asisstent als Headcoach an der Bande. Er wurde von Marcel Erismann, Coach bei den Mini Top Junioren, unterstützt. Eppler war durch die neuen verletzungsbedingen Absagen von  Osterwalder, Puntus und Trüssel gezwungen, auf drei Sturmlinien umzustellen. Für Osterwalder absolvierte der junge 20jährige Damian Guggisberg sein erstes Spiel für den EHC Basel. Dem Basler Torhüter war zwar am Anfang die fehlende Spielpraxis anzusehen, er steigerte sich jedoch mit jeder Spielminute. Dabei zeigte Guggisberg einige tolle und wichtige Paraden und hatte damit seinen Anteil am Punktgewinn.

Am Anfang der Partie sah es danach aber überhaupt nicht aus. Seewen drückte die Basler sofort in das eigene Drittel und erspielte sich Chance um Chance. « Wir hatten uns viel vorgenommen und wollten gut starten. Leider ist dies nicht gelungen. Wir waren Anfangs verunsichert. Es sind tags zuvor mit der Freistellung des Trainers Ereignisse eingetroffen, die nicht spurlos an einer Mannschaft vorbei geht», so Basels Topscorer Marco Vogt. « Nach dem Zweitorerückstand sagten wir uns aber, dass wir nichts mehr zu verlieren haben und frei von der Seele spielen können. Einfache Sachen gut machen, dann gelingen auch die Schwieriegen.»

«Hockey lebt von den Emotionen»

Tatsächlich zeigte sich Basel ab seiner ersten Tormöglichkeit in der 6. Minute ebenbürtig, wenn nicht sogar eine Spur besser als der Gegner. Man sah plötzlich eine grosse Solidariät auf dem Eis. Es wurde viel gelaufen, einfach und schnell gespielt, zu fünft vor dem eigenen Tor aufgeräumt, hat sich gegenseitig angespornt und  in der hitzigen Atmöspähre nicht unterkriegen lassen. Dies bestätigte auch Marco Vogt «Hockey lebt von den Emotionen und die hat man von uns in den letzten Spielen vermisst. Vom Trainer wurde uns unter anderem mitgegeben, dass wir unseren Goalie und uns gegenseitig unterstützen sollen. Wir müssen jetzt diesen Weg unbedingt weitergehen».

Dass es für nicht für mehr als einen Punkt gereicht hatte, war auch dem fehlendem Spielglück geschuldet. Tragische Figur dabei war Alessio Guantario. Nach seinem Pfostenschuss in der 9. Minute führte der Konter zum zwischenzeitlichen 2:0 für Seewen. 25 Sekunden vor Spielende hatte er den Siegtreffer auf dem Stock, als er alleine auf Schweiger zulaufen konnte. In der Verlängerung wurde er mit einer fragwürdigen Zweiminutenstrafe auf die Strafbank geschickt, was schlussendlich Maurenbrecher den bei 4 gegen 3 den Siegtreffer ermöglichte. Und nach dem Schlusspfiff war ein Disput zwischen ihm und Seewens Torhüter Schweiger der Auslöser einer Massenschlägerei. Schon während der ganzen Partie hatte es viele, auch ungeahndete Nicklichkeiten gegeben. Somit hat sich die Athmospähre in und ausserhalb des Eisfeld aufgeheizt und schlussendlich entladen.

In der jetzigen Situation ist für Marco Vogt «Ein Punkt besser als Keiner» und gegen einen Gegner, gegen den man bisher noch keinen Blumentopf gewinnen konnte «ein kleiner Erfolg». Auf jeden Fall hat sich der EHC Basel gut verkauft und hätte es verdient gehabt, mehr als einen Punkt aus der Innerschweiz mitzunehmen.

Das nächste Spiel findet erst am Mittwoch in einer Woche in Thun statt. Wer dann an der Bande stehen wird,  ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt