Fechten

Der «Epée d’Or» geht nach Ungarn - Schweizer nicht in den besten 30

Der «Epée d’Or» - das Fecht-Mekka in Basel.

Der «Epée d’Or» - das Fecht-Mekka in Basel.

Heute Sonntag duellierten sich 22 Nationen um den «Epée d’Or», obwohl der Anlass nun offiziell «Trophée Maître Roger Nigon» heisst. Insgesamt 224 Nachwuchsfechter aus 32 Nationen nahmen an dem Weltcup-Turnier in Basel teil.

Wer am Wochenende die mittlere St. Jakobshalle betrat, spürte sofort, dass Basel für 48 Stunden zum Fecht-Mekka geworden ist. 224 Nachwuchsfechter (bis 20 Jahre) aus 32 Nationen und drei Kontinenten kämpften auf insgesamt 16 «planches» (Pisten) am Samstag um den Einzeltitel. 

Die Probleme der Hochburgen

Dass im Fechtsport einstige Hochburgen nicht mehr dominieren, dafür andere Länder zur Spitze aufgeschlossen haben, kann man am Beispiel von Deutschland sehen. Bester Fechter aus der bekannten Tauberbischofheimer Fechtschule wurde Rico Braun auf dem 45. Rang. Aber auch die Schweizer konnten am Samstag nicht in die Entscheidung eingreifen.

Frederik Weber, das 17-jährige Talent von der Fechtgesellschaft Basel, belegte Platz 33, während Alexis Bayard aus Sion auf Rang 38 klassiert wurde. Beide Schweizer scheiterten somit in der Runde der letzten 64.

«Frederik ist erst 17 Jahre jung und kann somit noch viele Erfahrungen bei den Junioren sammeln», so Manfred Beckmann. Der deutsche Maître der FG Basel ist seit 25 Jahren als Fechtmeister tätig und hat schon viele Talente, welche später Weltklasse-Niveau erreichten, betreut. Das Finalgefecht gewann Yan Sych aus der Ukraine, der sich seinem ungarischen Rivalen David Nagy überlegen zeigte und mit dem Skore von 15:9 triumphierte. Gefochten wurde übrigens drei Runden à drei Minuten.

Ungarn eine Klasse für sich

Im Team-Wettkampf (insgesamt neun Kämpfe à jeweils fünf Minuten, wobei die Treffer addiert wurden) hingegen waren die Ungarn eine Klasse für sich. Sie entschieden das Finale, ohne je in Rückstand, geschweige denn in Bedrängnis zu geraten, mit 38:26 für sich. Und durften den «Goldenen Degen» mit nach Hause in die Hauptstadt Budapest nehmen.

Einen guten Wettkampf lieferte das Schweizer Trio mit Weber, Bayard und dem Luganesi Elia Dagani. Auch wenn die Schweiz das Duell um Platz 5 gegen Israel (angeführt vom ex-Weltmeister Yuval Shalom Freilich) mit 34:45 verlor, so «entspricht Rang 6 mehr als den Erwartungen.

Aufgrund der Einzelresultate vom Samstag hätte man nicht mit dieser Klassierung rechnen dürfen», so Turnierleiter Karl Lang (71), der zusammen mit dem Organisator FG Basel, mit Maître Beckmann und Vereinspräsident Bernard Blum an der Spitze, für einen reibungslosen Ablauf sorgte.

Ein Blick auf das Schlussklassement im Nationen-Wettkampf zeigt, dass Fecht-Nationen wie Italien (Rang 10), Frankreich (11), Deutschland (13) oder Russland (14) hinter der Schweiz klassiert waren. Dafür drängen Länder wie Grossbritannien (Platz 4) oder Ägypten (8) nach vorne.

In der Projekt- und Pilotphase

Basel ist, neben Bern, noch der einzige Schweizer Veranstalter, der ein Weltcup-Turnier organisiert. Dazu wird in Kürze in Basel, bei der Fechtgesellschaft an der Theaterstrasse 12, ein Leistungszentrum Nordwestschweiz entstehen. «Wir befinden uns in der Projekt- und Pilotphase», so die Exponenten der FG Basel.

Und vom 5. bis 11. Juni 2015 finden in Montreux die Europameisterschaften bei den Senioren (Frauen und Männer), in allen Fechtarten (Degen, Florett und Säbel), statt. Gut möglich, dass einige der ältesten Nachwuchs-Fechter vom Wochenende dann ebenfalls am Start sind und an den Gestaden des Lac Léman für Furore sorgen werden.

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