Karate
Der Falke will angreifen

Lokalmatador Murat Sahin will am Basel Open Masters seiner Favoritenrolle auch dieses Jahr gerecht werden

Jan Arnet
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Murat Sahin in seinem Karate Dojo in Basel.

Murat Sahin in seinem Karate Dojo in Basel.

Jan Arnet

Hayabusa – ein japanisches Wort mit vielen Bedeutungen. Allesamt verbindet eine Eigenschaft: Schnelligkeit. Korrekt übersetzt steht Hayabusa für Wanderfalke, einen der schnellsten Greifvögel überhaupt. In Japan findet der Begriff auch Verwendung im Verkehr. So wurde zum Beispiel eine Zugverbindung einer Hochgeschwindigkeitsstrecke nach dem Falken benannt. Oder auch das erste Motorrad, das schneller als 300 km/h fuhr, heisst Hayabusa.

Seit anfangs Jahr hört und sieht man den Begriff auch in Basel, genauer gesagt im Wohnquartier St. Johann. Dort hat der Karatelehrer Murat Sahin sein Karate Dojo und Physiotherapiezentrum unter dem Namen Hayabusa eröffnet. «Karate steht für schnelle Bewegungen, die Physiotherapie für eine schnelle Genesung. Nicht zuletzt bedeutet mein Nachname in meiner Muttersprache türkisch auch Falke», sagt Sahin. Er ist der beste Karatekämpfer der Schweiz und wird morgen am Basel Open Masters seinen Titel im Einzelwettkampf verteidigen. Es ist die 5. Internationale Karate Meisterschaft in Basel, die von Murat und seinem Vater Zübeyir vor sieben Jahren das erste Mal organisiert wurde. Erwartet werden grosse internationale Karatekämpfer wie Rafael Aghayev oder Enes Erkan, beide Welt- und Europameister.

Titelverteidiger und Topfavorit

Murat Sahin gilt trotz starker Konkurrenz als Favorit für den Wettkampf seiner Gewichtsklasse (-75 Kg). Der 32-jährige Rheinfelder konnte in diesem Jahr alle Wettkämpfe gewinnen und geht zuversichtlich an die Meisterschaft. «Es ist immer schön, zuhause antreten zu können. In den bisherigen vier Turnieren konnte ich immer einen Podestplatz erringen. Ich hoffe, das mir auch in diesem Jahr der Heimvorteil zu Bestleistungen verhilft», sagt Sahin.

Das Basel Open Masters wird seit 2011 vom Schweizerischen Karateverband als Punkteturnier anerkannt, was bedeutet, dass den Platzierungen entsprechend wertvolle Punkte für die Aufnahme ins Schweizer Nationalkader vergeben werden.

Turnier als Vorbereitung

Sahin will das Turnier auch als Vorbereitung zu den bevorstehenden Welt- und Europameisterschaften nutzen. «Bereits nächste Woche fliege ich an die EM in Russland. Ich fühle mich physisch stärker als je zuvor und würde meinen Coup vom Jahr 2008 natürlich gerne wiederholen». Sahin hat beachtliche Karrierenerfolge vorzuweisen. Neben EM-Gold holte er 2007 den Weltmeistertitel und ist mehrfacher Schweizermeister.

Faszination Karate

Die Faszination für Karate wurde Sahin in die Wiege gelegt. «Mein Vater eröffnete vor 22 Jahren die Karateschule in Rheinfelden. Durch ihn kam ich zum ersten Mal in Berührung mit dem Kampfsport», sagt er. «Heute sehe ich Karate aber nicht mehr als Sport, sondern als Kunst und Erziehung. Beim Karate wird Respekt und Disziplin vermittelt.» Der gebürtige Türke betreut neben seiner eigenen Karateschule auch den Karateclub Laufenburg. Am Basel Open Masters nehmen 15 seiner Schüler teil.

Das Turnier wird auch dieses Jahr von der Familie Sahin organisiert. Auf der Sportanlage Rankhof stehen sich am Wochenende Karatekämpfer aller Alterskategorien – von den Kindern bis zu den Veteranen – gegenüber.