Fussballturnier
Der FC Aesch holt Juventus Turin und Borussia Dortmund in die Region

Andrea Marescalchi, der Präsident des FC Aesch, ist ein glühender Juve-Tifosi. Sogar eine Saisonkarte für die Spiele des Turiner Spitzenklubs besitzt er. Klar träumte er davon, das grosse Juve einmal ins kleine Aesch zu holen. Jetzt ist es soweit.

Lukas Hausendorf
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Der FC Aesch wird am Wochenende im Einsatz gegen Juve, HSV und Dormund sein. (Symbolbild)

Der FC Aesch wird am Wochenende im Einsatz gegen Juve, HSV und Dormund sein. (Symbolbild)

Uwe Zinke

Am ersten internationalen U19-Turnier des FC Aesch, das dieses Wochenende auf dem Löhrenacker stattfindet, ist auch der Turiner Nachwuchs dabei. Weiter werden der Hamburger Sportverein, Borussia Dortmund, Red Bull Salzburg, der britische Fulham FC, der FC Servette Genf und der FC Basel in Aesch auflaufen. Die Aescher selbst versuchen mit einer um Spieler aus Reinach, Concordia Basel und Muttenz ergänzten FC-Aesch-Selection im Spiel der Grossen mitzumischen. Es wird viel Publikum erwartet. Dank neuen Sitzreihen, können 2000 Zuschauer die Partien verfolgen.

«Eigentlich würde man erwarten, dass der FC Basel so ein Turnier austrägt», sagt Marescalchi. Aber jetzt ist es der kleine Zweitliga-Verein aus dem Birseck. Begonnen hat es mit Marescalchis Wunsch, die Turiner einzuladen. «Ich kenne den Juniorenverantwortlichen dort, so ergab sich das», erzählt er. Und als er die Zusage von Juventus hatte, folgte der Rest.

«Juve war das Zugpferd.» Teilweise seien die Vereine aus eigener Initiative auf den FC Aesch zugekommen, andere hätte er selbst angefragt. Ganz alle, die Marescalchi wollte, konnte er aber nicht gewinnen. «Der FC Barcelona verlangte ein Antrittsgeld, das machen wir nicht», sagt er. Sprich: Alle Teilnehmer spielen in Aesch ohne Gage. Dafür wird ihnen die Reise und Unterkunft bezahlt. Die europäischen Jungprofis sind noch ziemlich genügsam. Auch die Unterbringung in Zweier- oder Dreierzimmern sei kein Problem.

Finanziell herausfordernd

Die Anforderungen denen der FC Aesch für die Austragung des Turniers gerecht werden muss, sind eigentlich immens. Fast wäre man versucht zu sagen, eine Schuhnummer zu gross. Neben der Bezahlung von Anreise, Verpflegung und Unterkunft für die Gäste musste auch der Rasen neu ausgelegt werden, um dem gewohnten Standard der zukünftigen Fussballstars zu entsprechen. Der Aufwand für das Turnier beläuft sich auf einen sechsstelligen Betrag. «Den können wir durch Sponsoren abdecken», so Marescalchi. Die finanzielle Herausforderung sei aber in der Tat grösser als die sportliche. Dass die Rechnung aber aufgeht, ist nicht zuletzt sein Verdienst. Der Unternehmer verfügt über gute Kontakte in die Wirtschaft. Ganz ohne solche Beziehungen gelänge es einem Club, vom Kaliber des FC Aesch sonst kaum, ein so gut besetztes internationales Nachwuchsturnier zu organisieren. Dessen Ehrenpräsidium übrigens der Baselbieter Sportdirektor Urs Wüthrich-Pelloli übernommen hat.

Allerdings scheint es, als hätten Amateurvereine grössere Anlässe immer nötiger, um die Klubkasse zu füllen. «Es ist schwieriger geworden Sponsoren zu finden», weiss Marescalchi. Anders sei das bei Anlässen, hier spüre er eine grössere Bereitschaft. Deshalb ist er auch bestrebt, das internationale U19-Turnier zu einem zweiten Standbein des FC Aesch zu entwickeln. Er könne sich vorstellen das Turnier noch auszuweiten und zwölf oder gar 16 Mannschaften antreten zu lassen. Aber das ist Zukunftsmusik. Allerdings habe der FC Basel bereits Bereitschaft signalisiert, mitzuhelfen. Denkbar sei auch, mit anderen Vereinen aus der Region wie dem FC Reinach zu kooperieren. «Jetzt waren wir nur zu sechst im Organisationskomitee, das ist auf Dauer zu wenig», sagt er.

Hoffnung auf einen Exploit

Für Juve läuft unter anderem Carlos Blanco auf, der für 3,5 Millionen Euro, so berichteten italienische Zeitungen, vom FC Barcelona abgeworben wurde. Aber auch die Aescher haben eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt. «Das Team ist aus den talentiertesten Spielern der Region zusammengesetzt», sagt Trainer Sinisa Pavkovic, der wie Marescalchi auf die eine oder andere Überraschung gegen die Gäste hofft. Der Turniersieg liegt nicht drin, aber unsere Spieler können über sich hinauswachsen», sagt er. Schliesslich erhielten sie nicht jeden Tag die Gelegenheit sich derart zu präsentieren.

Ob sportlich erfolgreich oder nicht, dem FC Aesch wird das Turnier auf jeden Fall in Erinnerung bleiben. Mit einer gelungenen Premiere am 2. und 3. August könnte sich der kleine Amateurverein aus der Basler Agglomeration einen Platz im Zirkus der Grossen erobern.

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