FCB-Zahl der Woche
Der FC Basel bestätigt eine unheimliche Statistik: Wer mehr foult, gewinnt

In der Super League hat sich am vergangenen Spieltag kurioses ereignet. Es gewann immer das Team, das mehr Fouls machte. Es gibt Anzeichen, dass dies mehr als nur ein Zufall ist.

Jakob Weber
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Silvan Widmer bringt Nassim Ben Khalifa zu Fall. Der FCB gewann mit 3:1 gegen St. Gallen.

Silvan Widmer bringt Nassim Ben Khalifa zu Fall. Der FCB gewann mit 3:1 gegen St. Gallen.

Keystone

Diese Statistik ist unheimlich. Bestätigt sich, was am vergangenen Wochenende auf alle Partien zutraf, müsste die Super League bald in Fouler League umbenannt werden. Manager würden eine Foul-Prämie im Vertrag ihrer Spieler festhalten und Präsidenten das Konzept «Für immer Foul» ausrufen. Warum?

Am 10. Spieltag der Super-League-Saison gewann immer das Team, das öfter foulte. Luzern (3:2 in Bern), Basel (3:1 in St. Gallen) und GC (2:1 gegen Lugano) gingen unfairer zu Werke und sicherten sich schliesslich den Sieg. Die beiden anderen Partien endeten unentschieden und Sie erahnen es bereits: Ja, beide Teams foulten sowohl beim Spiel FCZ gegen Thun (2:2) als auch bei Xamax gegen Sion (1:1) gleich oft.

Gut, das mag ein ausserordentlicher Zufall sein, doch die Indizien, dass das öfter foulende Team nach 90 Minuten auch resultattechnisch besser da steht, verdichten sich. So foult der unangefochtene Leader YB zum Beispiel schon die gesamte Saison deutlich öfter als
seine jeweiligen Opponenten. Am vergangenen Spieltag foulte YB-Gegner
Luzern für einmal öfter als der Leader und gewann prompt. Auf der anderen Seite spielen die Sorgenkinder Xamax, Sion und GC im nationalen Vergleich am fairsten und stecken – vermutlich nur deshalb – mitten im Abstiegskampf.

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Minuten spielte der FC Basel in dieser Saison bereits in Unterzahl. Geändert haben die Platzverweise am späteren Resultat aber nichts mehr.

Auch in Basel, das – so wird gemunkelt – nur wegen des neuen FCB-Saisonrekords von 17 Fouls in St. Gallen gewinnen konnte, gibt es vermehrt Anzeichen, dass unfaires Spiel die Siegwahrscheinlichkeit markant erhöht:
1. In den vier Liga-Spielen, die der FC
Basel gewann, foulte er insgesamt 52 Mal und wurde 44 Mal gefoult.
2. In den sechs Liga-Spielen, die der FC
Basel nicht gewann, foulte er nur 77 Mal und wurde 82 Mal gefoult.
3. Die vier roten Karten, die der FCB in dieser Saison kassierte, änderten am späteren Resultat nichts. Campo flog gegen Xamax wie Xhaka gegen Thun beim Stand von 1:1 vom Platz. Es fielen anschliessend keine Tore mehr. Als Balanta gegen YB Rot sah, stand es schon 0:4 und auch Cömerts Ampelkarte gegen GC wirkte sich nicht negativ auf das Endergebnis (4:2) aus.

Wer foult, gewinnt also. Wenn die beiden Einsatzhamster und fairsten FCB-Spieler (siehe Tabelle rechts) Fabian Frei und Silvan Widmer das auch noch kapieren, stehen dem FCB goldene Zeiten bevor.

Das FCB-Foul-Ranking

Das FCB-Foul-Ranking

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