Was für ein Gesicht soll ein Captain machen, der seiner Mannschaft in der entscheidenden Phase der Saison nicht helfen kann? Ein trauriges? Ein fröhliches? Marco Streller jedenfalls wählte die zweite Variante, als er am Tag nach dem Spiel seines FCB in Luzern am St. Jakob-Park vorbeischlendert. Daumen hoch und ein dickes Grinsen hinter der spiegelnden Sonnenbrille.

Strellers Laune rührt wohl von seinen Eindrücken vom Sonntag. Da hat er gesehen, dass Rot-Blau auch ohne seinen «wichtigsten Spieler» (Trainer Murat Yakin) fähig ist, Tore zu schiessen. Und viel wichtiger angesichts der hartnäckig dranbleibenden Grasshoppers: zu siegen. Dass es ausgerechnet sein Stellvertreter Giovanni Sio war, der mit zwei Toren den FCL praktisch im Alleingang erledigte, dürfte Streller zusätzlich über die Nachricht hinwegsehen lassen, die ihn am Samstag erreicht hatte: einige Wochen Pause wegen des Muskelfaserrisses in den Adduktoren. Streller wird wohl frühestens am 27. April im vielleicht vorentscheidenden Heimspiel gegen GC wieder auf dem Platz stehen.

Happiges Programm in den kommenden Wochen

«Auf einen Marco Streller kann keine Mannschaft verzichten», sagte Giovanni Sio in Luzern. Doch habe das Team auch ohne seinen Anführer grosses Potenzial, um die wartenden Aufgaben erfolgreich zu überstreiten. Die heissen in der Europa League übermorgen und kommende Woche Valencia, dazwischen kommt es im St. Jakob-Park zum Aufeinandertreffen mit den stets unangenehm zu spielenden Thunern. Anschliessend reist der FCB nach Sion und trifft dann innert fünf Tagen in der Super League und im Cupfinal auf den FC Zürich.

Safari und Voser vor Rückkehr

«Der April, der macht, was er will» – in Basel muss man trotz der Worte von Sio beten, dass man in den kommenden Wochen von Kapriolen verschont bleibt. Mehr Verletzte als die sechs potenziellen Stammspieler, die am Sonntag in Luzern verletzungshalber fehlten, kann auch der FCB auf längere Dauer kaum schadlos verkraften.

Immerhin: In dieser Woche sollen die Aussenverteidiger Kay Voser und Behrang Safari wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Im Fall von Fabian Frei liegt die Hoffnung darin, dass für den Dauerbrenner die Pause in Luzern gereicht hat, um gegen Valencia ohne muskuläre Beschwerden auflaufen zu können.

Schär gegen Valencia gesetzt

Der andere Fabian, der mit dem Nachnamen Schär, ist gegen die Spanier gesetzt. Dies einerseits, weil Marek Suchy nach seiner roten Karte in Salzburg gesperrt ist. Andererseits, weil es Teil des Aufbauprogramms für den zuletzt drei Monate lang verletzten Innenverteidiger ist, ihn am vergangenen Sonntag in Luzern zu schonen und nun in der Europa League einen Schritt näher zurück an das internationale Level zu führen. «Ich freue mich riesig auf Valencia», sagt Schär. Welche positiven Dinge der 22-Jährige aus den vergangenen Monaten zieht, warum er im Frühjahr seinen Berater gewechselt hat und wie viel Platz in seinen Gedanken die Weltmeisterschaft in Brasilien hat, lesen Sie am Mittwoch im ersten Interview mit Fabian Schär nach seiner Verletzungspause in der «Nordwestschweiz».