Zehn Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger, dreizehn Punkte Rückstand auf den Leader: Der FC Basel befindet sich irgendwo in einem Niemandsland, einem luftleeren Raum, ohne Druck nach vorne machen zu können und ohne Gefahr von hinten bald eingeholt zu werden. So zumindest die Wahrnehmung von Aussen. 

Eine Wahrnehmung aber, die Raphael Wicky nicht teilt. «Die nächsten Wochen und Spiele sind extrem wichtig für uns. Wir haben mit Platz zwei ein Minimalziel. Von anderen Zielen müssen wir nicht reden, das bringt nichts. Aber um dieses Minimalziel zu erreichen, müssen wir die Spiele gewinnen und erfolgreich bestreiten», erklärt der FCB-Coach. 

Keine fünfwöchige Testphase 

Die Mutmassung, die restlichen acht Runden dienen der Erholung oder einer fünfwöchigen Testphase, seien komplett falsch. «So zu denken ist nicht relevant. Es gibt keinen Grund, jetzt irgendwelche Dinge auszutesten und wenn diese schiefgehen sollten zu denken, das sei egal.» Dies wäre ein falsches Zeichen, meint Wicky.

Zum einen, weil sich in seinen Augen die kommenden Duelle (der FCB spielt noch gegen Lausanne, GC, Thun, St. Gallen, YB, den FCZ und Luzern) insofern schwierig gestalten werden, als dass viele der kommenden Gegner in den Abstiegskampf involviert sind. «Genau das macht es für uns schwerer, da viele dieser Teams um ihr sportliches Überleben kämpfen. Das habe ich meiner Mannschaft auch mitgegeben.»

Spürbares Selbstvertrauen auf dem Platz 

Zum anderen ist da der Punkt, dass Wicky nach langen Phasen des Rotierens zuletzt endlich seine Mannschaft gefunden hat. Gegen Sion, YB und Lugano stellte er dreimal die exakt gleiche Startelf auf. Gegen den FCZ stellte er nur um, weil ihn die Sperre Marek Suchys und der Rücken Mohamed Elyounoussis dazu gezwungen hatte. 

Vor allem was diese Eingespieltheit betrifft sieht Wicky auch den grössten Fortschritt seiner Mannschaft, verglichen mit dem Gastspiel in Lausanne vor fast genau einem Monat. «Schon damals waren wir auf einem guten Weg uns zu finden und eine Mannschaft zu entwickeln. Jetzt sind wir diesbezüglich noch weiter.»

Kombiniert mit guten Auftritten wie jenem in Bern – «wo wir hätten gewinnen sollen» – sorge dies dafür, dass endlich das lange vermisste Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein wieder zurückgekehrt ist. «Das sieht man auch wieder auf dem Platz», stellt Wicky fest. 

Herber Verlust für den FCB 

Ganz alles ist aber nicht gut beim Meister. Am Mittwoch verletzte sich Taulant Xhaka schwer, fällt für unbestimmte Zeit, wohl aber bis Saisonende aus.  Ein bitterer Schlag nicht nur für den Spieler, sondern auch für den Trainer. Denn war Xhaka fit – «und nicht gerade gesperrt», wie Wicky im Scherz anfügte – dann hat er immer gespielt. In 34 Spielen in dieser Saison stand er 2702 Minuten im Einsatz. «Er ist nicht nur in dieser Saison, sondern schon seit Jahren ein sehr wichtiger Spieler für den FC Basel. Dass er nun ausfällt ist extrem schade.»

Sorgen, wie er ihn ersetzen kann, macht Wicky sich aber keine. «Wir haben mit Serey Die einen Spieler für diese Position, und auch Fabian Frei kann dort spielen.» Rein von den Attributen her ist Serey Die näher bei Xhaka, beide definieren sich über die Physis, während Frei genau so wie Luca Zuffi eher Strategen und Techniker sind.

Weil Wicky es gerne hat, wenn diese beiden Spielweisen sich ergänzen, spricht Einiges dafür, dass Serey Die für Xhaka am Sonntag gegen Lausanne in die Mannschaft rücken wird. Auch, weil Frei in Wickys bevorzugtem System mit einer Dreier-Abwehrkette in der Innenverteidigung neben Marek Suchy und Léo Lacroix gebräucht würde, ist doch Eder Balanta noch immer nicht matchfit.