Sieg gegen Lugano
Der FC Basel ist nach 772 Tagen wieder ganz oben in der Tabelle

Der FC Basel spielt gegen Lugano erst souverän, muss dann schwer zittern und feiert am Ende die durch einen 2:1-Sieg und einen Patzer von YB in Luzern die Tabellenführung.

Jakob Weber
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FCB - Lugano
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Basler Torhüter Jonas Omlin rettet seiner Mannschaft den Sieg.
Basels Kemal Ademi nach seinem Tor zum 2:0.
Luganos Torhüter Baumann muss in dieser Partie zweimal hinter sich ins Netz greifen.
Nach seinem Treffer zum 1:0 schlenzt Ademi den Ball gleich noch einmal ins Tor.
Kemal Ademi trifft gegen Lugano gleicht doppelt.
Luganos Holender (links) im Kampf um den Ball gegen Eray Cömert.
Kurzer Unterbruch: Kemal Ademi brauchte während der Partie eine kurze Behandlung.
Basels Valentin Stocker in Aktion.
Basels Cheftrainer Marcel Koller beobachtet die Partie.
Gelbe Karte gegen Luganos Filip Holender.
Luganos Mijat Maric mit einem Fallrückzieher gegen Basels Silvan Widmer.
Basels Silvan Widmer mit einer schönen Kopfballabwehr.
Kevin Bua im Kampf um den Ball.
Auch die Fans sind bereit und feuern ihre Mannschaft an.
Die Mannschaften betreten das Spielfeld – alles ist bereit für die Partie zwischen dem FC Basel und Lugano.

FCB - Lugano

GEORGIOS KEFALAS

Die Muttenzerkurve will nach Spielschluss gar nicht mehr aufhören: «In dr Tabelle hets no Plätzli frei, no wiiter hinde, uff Platz zwei oder drei...», hallt es minutenlang durchs Joggeli. Die Mannschaft lauscht mit einem kollektiven Lächeln auf dem Gesicht. Durch den 2:1-Sieg gegen Lugano und das 2:2 von Meister YB in Luzern grüsst der FCB seit heute wieder von ganz oben in der Tabelle. 772 Tage musste Rotblau auf diesen Moment warten. Seit dem Double in der Saison 16/17 war der FCB nicht mehr Tabellenführer. Am 22. Juli 2017 übernahm YB durch einen 2:0-Sieg gegen den FCB am ersten Spieltag der Saison das Ruder.

«Wir sind mega happy, aber eigentlich ändert sich nichts. Wir wollen diesen Platz verteidigen und das wird schwierig genug», sagt FCB-Captain Valentin Stocker. Vor einem Jahr hatte der FCB zum selben Zeitpunkt neun Punkte Rückstand auf YB. «Das zeigt, dass wir in diesem Jahr eine gute Entwicklung gemacht haben. Diesen Lauf wollen wir weiterverfolgen», sagt Marcel Koller. Der FCB-Trainer warnt aber sogleich: «Der Leader wird von allen Teams gejagt. Gegen ihn will jeder gewinnen. Wir dürfen nicht nachlassen.»

Gegen Lugano lässt der FCB 75 Minuten lang nicht nach. Nach einer ganz kurzen Drangphase der Gäste in den Startminuten mit drei Abschlüssen neben das Tor von Jonas Omlin dominiert Basel das Geschehen. Schöne Ballstafetten führen zu zahlreichen Abschlüssen. Starkes Gegenpressing dazu, dass Lugano eigentlich nie gefährlich in des Gegners Hälfte kommt. Die Basler lassen den Ball gut laufen, sind ständig in Bewegung und haben deshalb meist auch die Zeit, den Ball anzunehmen und weiterzupassen. Lugano deckt eigentlich nur den Raum und muss sich bei Goalie Noam Baumann bedanken, dass es nicht mit 0:4 in die Pause geht.

Der 23-jährige Teufelskerl pariert mehrfach glänzend. «Ohne ihn hätten wir eine Klatsche kassiert», sagt Lugano-Trainer Fabio Celestini. Stocker wird gleich viermal zum Opfer von Baumanns Glanzparaden und sagt: «Er hat das sensationell gemacht. Ich dachte, der hält heute einfach alles.» Neun Paraden stehen am Ende auf dem Konto des Innerschweizers in Diensten der Tessiner. Absoluter Super-League-Saisonrekord.

Kemal Ademi trifft und trifft

Nur einmal ist Baumann in Halbzeit 1 machtlos. Nach einer schönen Kombination mit ein oder höchstens zwei Ballkontakten von Omar Alderete, Fabian Frei, Luca Zuffi und Kevin Bua landet der Ball vor den Füssen von Kemal Ademi. Und den FCB-Toptorschützen in Topform muss man aktuell nicht zweimal bitten. Wumms, lange Ecke, drin. Der fünfte Saisontreffer im fünften Spiel von Beginn an für den Neuzugang.

Nach seinem vierten Treffer vor Wochenfrist in Neuchâtel hatte Ademi angekündigt, mit einem Doppelpack oder Hattrick seine Bilanz beim nächsten Spiel aufzubessern. Schon damals war diese Aussage nicht als Witz gemeint. Der 1,98 Meter grosse Stürmer ist ein Typ, der selbstbewusst sagt, was er denkt, und vor allem Wort hält.

Doppelpack angekündigt, Doppelpack gemacht

In der 48. Minute lenkt Luganos Lavanchy einen Schnittstellenpass von Frei unglücklich direkt vor die Füsse von Ademi. Weil der Ball vom Gegner kommt, steht er nicht im Offside. Das 2:0 und damit der Doppelpack ist Tatsache. Es folgen weitere Paraden von Baumann. Der FCB macht den Sack nicht zu und Lugano kommt in der 86. durch das 1:2 von Dalmante doch noch in die Nähe eines Auswärtspunkts. In der Nachspielzeit ist dieser dann fast Realität, doch Omlin rettet mirakulös gegen den frei vor ihm auftauchenden Aratore und sichert dem FCB nach 772 Tagen Abstinenz die Tabellenführung. Nach der Länderspielpause und dem Cup in Meyrin geht es in der Liga dann zu YB.

Die Noten:

Jonas Omlin: 5 Ein erstes Mal wird er in der 60. bezwungen, das Tor aber aberkannt. Ein zweites Mal greift er in der 86. hinter sich, Schuld hat er keine daran. Verhindert mit starken Reflexen einen Punktverlust.
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Silvan Widmer: 3,5 Man könnte meinen, dass das erste Nati-Aufgebot seit einem Jahr beflügelt. Bei ihm ist es aber das Gegenteil. Schwächste Saisonleistung.
Eray Cömert: 4,5 Wahnsinnig beflügelt spielt auch er nicht auf. Am Schluss muss er auf die Zähne beissen, spielt mit Schmerzen zu Ende. Die Aussicht auf die heutige Reise zur Nati wird diese aber mildern.
Omar Alderete: 4,5 Unaufgeregt, sicher und mit guter Spieleröffnung. Abzug gibts, weil er die Entstehung des Gegentors nicht verhindert.
Raoul Petretta: 3,5 Hat auf seiner Seite so viele Räume, nutzt diese aber nicht für offensive Impulse. Beim Gegentor zu weit weg.
Fabian Frei: 5 Die Kombination vor dem 1:0 initiiert er, den Pass vor dem 2:0 spielt er. Gute Partie von ihm, der auf Nati-Pikett ist.
Taulant Xhaka: 4,5 Ein typisches Xhaka-Spiel: Kämpft viel, einmal zu viel und sieht dafür die gelbe Karte.
Valentin Stocker: 4 «Ich habe das Gefühl gehabt, dass Baumann einfach alles hält», sagt er nach dem Spiel. Zumindest bei seinen vier Top-Chancen ist das so. Mindestens eine hätte er aber nutzen müssen.
Luca Zuffi: 4,5 Die ganz grossen Aktionen hat er nicht. Aber dafür die Übersicht und die Idee, vor dem 1:0 auf Bua zu passen, der danach den Assist gibt.
Kevin Bua: 4,5 Assistiert beim ersten Tor und hätte Chancen, selber auch noch eines zu erzielen. Weil aber die Genauigkeit fehlt, kann er sich nicht in die Torschützenliste eintragen.
Kemal Ademi: 5,5 Letzte Woche kündigte er einen Doppelpack an. Liefert diesen mit den Ligatoren 4 und 5 im 4. Einsatz. Läuft.
Noah Okafor: 4 Kommt in der 61. für Bua. Tritt nur einmal in Erscheinung: Als er seine Chance in der 89. vergibt.
Edon Zhegrova: - Ersetzt in der 75. Minute Zuffi und ist zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.
Zdravko Kuzmanovic: - Stiftet Verwirrung, als er in der 81. für Frei kommt, zu früh reinläuft und Gelb sieht. Mehr nicht.

Jonas Omlin: 5 Ein erstes Mal wird er in der 60. bezwungen, das Tor aber aberkannt. Ein zweites Mal greift er in der 86. hinter sich, Schuld hat er keine daran. Verhindert mit starken Reflexen einen Punktverlust.

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