Luca Zuffi interessierte beispielsweise das 2:4 durch Chabbi in der Nachspielzeit nicht mehr wirklich, sondern nur noch, was seine Schweizer Teamkollegen in der Verlängerung in St. Etienne machten und so beeilten sich Spieler und Betreuer mit dem Duschen, um das tragische Penaltyschiessen gegen Polen gemeinsam im Bus zu schauen. Schon die Nachricht von Shaqiris Ausgleich hatte unter den Fans für mehr Jubel gesorgt, als der ebenso sehenswerte 45-Meter Volley-Schuss von Aleksic zum 1:3 direkt nach der Pause.

Ebenfalls aussagekräftiger als das Ergebnis war das überzeugende Debüt des ägyptischen Neuzugangs Omar Gaber, der sein Können mehrfach aufblitzen liess. Die Schnelligkeit des Rechtsverteidigers mit und ohne Ball, sein sicheres Passspiel und vor allem die Fähigkeit, sich jederzeit spielerisch aus Drucksituationen zu befreien, stimmten auch den Coach nach der Partie froh: «Die ersten Eindrücke sind sehr gut. Was er macht, hat Hand und Fuss.»

Wenn der 24-jährige Gaber über den FCB spricht, leuchten seine Augen: «Ich bin überglücklich zum ersten Mal für Basel gespielt zu haben. Auch wenn wir nicht gewinnen konnten, haben wir ein starkes Team, das noch stärker wird, wenn wir komplett sind.» Dem laut «transfermark.ch» 1,65-Mio teuren Ägypter ist durchaus zuzutrauen, sofort in Behrang Safaris Fussstapfen zu treten.

Die Basler Problemzone war gestern die linke Abwehrseite von Adama Traoré, der einen nicht nur wegen seines Platzverweises einen rabenschwarzen Tag erwischte. Für sein Foul an der Strafraumgrenze (28.) wurde der Ivorer gleich doppelt bestraft. Mit Gelb und mit dem 0:1 durch Tafer, der den fälligen Freistoss direkt in die Maschen schnippelte. Nach dem prompten Ausgleich durch Calla (32.), der nach einer Ecke, die Gaber herausgeholt hatte, im Getümmel die Oberhand behielt, war es wiederum der agile Tafer, der Traoré enteilte und Albert Bunjakus 1:2 einleitete (42.).

Ebenfalls wichtiger als das Resultat, war Fischer, dass seine Nachwuchsspieler die Möglichkeit erhielten, Profiluft zu schnuppern. In der letzten halben Stunde spielte der FCB quasi mit einer U21 aus welcher der bei Standards äusserst gefährliche Abwehrrecke Sülüngöz, der wieselflinke Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:3, Manzambi, und der allzeit anspielbare Ballverteiler Pickel positiv hervorstachen.

Direkt im Anschluss ging es für die Basler Delegation weiter ins Trainingslager nach Rottach-Egern, wo am 1. Juli der zweite Test gegen 1860 München stattfindet. Dann soll auch das Resultat wieder stimmen.