Europa League

Der FC Basel trifft auf Eintracht Frankfurt: Doch es drohen zwei Geisterspiele

FCB-CEO Roland Heri und der FC Basel halten sich zum Schutz vor dem Corona-Virus an die Hygieneweisungen des Bundes.

FCB-CEO Roland Heri und der FC Basel halten sich zum Schutz vor dem Corona-Virus an die Hygieneweisungen des Bundes.

Der FC Basel zieht in der Europa League ein Traumlos. Doch wegen dem Corona-Virus ist unklar, ob die Fans dabei sein dürfen. Die Spiele in Liga und Cup gegen Luzern und Lausanne wurden abgesagt, dazu drohen Geisterspiele.

Die gute Nachricht zuerst: Marcel Koller hat sich wie auch der ebenfalls erkrankte Silvan Widmer nicht mit dem Corona-Virus infiziert. «Ich habe zwar kein Fieber, aber mich trotzdem abklären lassen», sagt der FCB-Trainer am Freitagnachmittag mit kratziger Stimme. Eigentlich hätte Koller zu diesem Zeitpunkt über das kommende Spiel am Sonntag in Luzern reden sollen, doch dieses fällt aus. Die Liga hat auf die Weisungen des Bundes zum Schutz der Bevölkerung vor dem Corona-Virus reagiert und sämtliche Partien der Super und Challenge League an diesem Wochenende abgesagt. Auch die Partien im Schweizer Cup finden in der kommenden Woche statt nicht, wie der Schweizer Fussballverband vermeldet.

Dass die Pressekonferenz in Basel trotzdem stattfindet, hat zwei Gründe: Die Auslosung der Achtelfinals der Europa League, die dem FC Basel ein Duell mit Eintracht Frankfurt beschert und eben das Corona-Virus und seine Folgen für den FCB. Für die Beantwortung dieser Fragen hat sich FCB-CEO Roland Heri zu Koller gesellt. «Dass Spiele so wie jetzt ausfallen, will kein Fussballfan. Vor leeren Rängen zu spielen, wäre aber noch schlimmer», sagt Heri. Der Leiter der Geschäftsstelle war am Freitag Teil einer Telefonkonferenz von Schweizer Klub- und Ligavertretern. Dort wurde einstimmig der Entscheid gefällt, dass an diesem Wochenende keine Spiele stattfinden. «Alle anderen Umsetzungen wären für die Schweizer Profiklubs mit grossen Anstrengungen verbunden», sagt Heri. Geisterspiele hätten vor allem einen grossen wirtschaftlichen Schaden zur Folge gehabt. «Das wollten wir nicht. Der wirtschaftliche Schaden soll so gering wie möglich ausfallen», so Heri.

Beim FCB werden keine Hände mehr geschüttelt

Beim FC Basel ist man sich seiner Vorbildrolle bewusst. Wir versuchen, uns als Klub so zu verhalten, dass wir die grösstmöglichsten Vorsichtsmassnahmen zur Verfügung stellen», sagt Heri. Das bedeutet für alle Angestellten: kein Händeschütteln, regelmässiges Händewaschen und desinfizieren, in den Ellenbogen niessen und bei Fieber daheim bleiben.

Auch Marcel Koller appelliert an die Selbstverantwortung: «Ich habe noch nie so oft die Hände gewaschen wie heute. Es ist unsere Aufgabe das zu vermitteln und uns im Sinne der Gemeinschaft zu verhalten.» Die Absage des Luzern-Matchs stört den Trainer nicht: «Das ist in den vielen englischen Wochen eine optimale Abwechslung. Wir können besser regenerieren.» Seinen Spielern hat er dafür zwei Tage frei gegeben.

Ein Achtelfinale ohne Zuschauer ist denkbar

Als Marcel Koller am Nachmittag zu den Journalisten spricht, steht noch nicht definitiv fest, auf wen der FC Basel im Achtelfinale der Europa League trifft. Denn der deutsche Ex-Nationalspieler Didi Hamann hatte um kurz nach 13 Uhr in Nyon direkt vor dem FC Basel ein Los mit zwei Namen gezogen: Eintracht Frankfurt und FC Salzburg. Wegen des Orkans Bianca fand das Rückspiel erst am Freitagabend statt. Doch die Ausgangslage sprach für den deutschen Vertreter. Frankfurt hatte das Hinspiel 4:1 gewonnen.

Ab 18 Uhr nahm Marcel Koller dann mit «Notizblock, Tee und Lutschtablette» vor dem Fernseher Platz, um den kommenden Gegner unter die Lupe zu nehmen. Er sah ein stürmisches Salzburg, das Frankfurt zu Beginn überrollte und in Führung ging. Doch die Frankfurter hielten dem Druck statt, glichen sowohl zum 1:1 als auch später zum 2:2 aus und qualifizierten sich am Ende souverän für die nächste Runde.
Am 12. und 19. März wartet jetzt der FCB auf die Eintracht. Da das Hinspiel in Frankfurt stattfindet, ist es nicht vom Corona-Entscheid des Bundes betroffen. In Deutschland sind bis heute noch keine Spiele abgesagt worden. Und da das Veranstaltungsverbot in der Schweiz nur bis zum 15. März gilt, wäre es Stand heute möglich, dass beide Spiele regulär durchgeführt werden.

Doch die Angst vor Geisterspielen besteht. Noch weiss keiner, wie sich die Verbreitung des Corona-Virus entwickelt und welche weiteren Massnahmen ergriffen werden. Fakt ist, dass der FCB als Verein auf internationaler Ebene weniger Mitspracherecht hat als national. Wenn die Uefa – so wie beispielsweise auch am vergangenen Donnerstag in Mailand – Geisterspiele ansetzt, müssen sich die Vereine fügen. Das wiederum wäre für den FC Basel und seine Fans eine ganz schlechte Nachricht.

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