Fussball

Der FC Basel verliert auf unnötige Art und Weise in Luzern

Zum Jahresabschluss kassiert ein müder FC Basel in Luzern eine 1:2-Niederlage. Wie schon in Genf haben die FCB-Spieler nach Schlusspfiff ihre Nerven nicht im Griff. Gegen YB fehlen im Januar jetzt gleich vier Spieler gelbgesperrt.

Grösser kann das Gefühlsbarometer eigentlich nicht auseinander liegen, als in dem Moment in dem Schiedsrichter Adrien Jaccottet in Luzern nach 98 Minuten abpfeift. Auf der einen Seite ein enttäuschter FC Basel, der nach Zürich und Genf auch in Luzern unnötige Auswärtspunkte im Meisterkampf liegen lässt und den Wut auf die eigene Leistung wie schon gegen Servette am Schiedsrichter ablässt. Und auf der anderen Seite ein erlöster FC Luzern, der eine chaotische Hinrunde nach sechs Niederlagen in Serie mit einem 2:1-Heimsieg immerhin etwas versöhnlich ausklingen lässt.

Beide Teams verabschieden sich von ihren Fans, doch während die FCL-Kurve ihre Helden um Doppeltorschütze Pascal Schürpf feiert, bekommen die FCB-Stars die Enttäuschung der mitgereisten Gästefans im Dialog direkt zu spüren. Denn ohne diese Niederlage wäre der FCB Wintermeister geworden, da auch YB in Lugano nicht über ein 0:0 herausgekommen war. Doch die Wintermeisterschaft hätte sich der FCB durch die immer wiederkehrenden Aussetzer auch nicht verdient. «Eigentlich ziehe ich ein positives Fazit von dieser Hinrunde. Aber wir haben leider immer wieder Spiele, die nicht funktionieren. Da müssen wir gieriger sein», kritisiert auch FCB-Torhüter Jonas Omlin nach dem Spiel.

Tatsächlich ist der FCB in Luzern nur in der Startphase und in der Nachspielzeit gierig. In der ersten Viertelstunde kommt Rotblau gleich zu vier guten Abschlüssen. Auch das erste Tor schiesst ein Basler. Doch Pascal Schürpf spielt mittlerweile für Luzern und bejubelt seinen Abstauber ins lange Eck in der zehnten Minute mit dem Gegner. Der FCB lässt sich durch den Rückstand aus der Bahn werfen. Luzern steht kompakt und nervt die Basler mit ihrer aggressiven Spielweise. «Genau davor habe ich zwei Tage versucht zu warnen», sagt Trainer Marcel Koller nach dem Spiel. Doch dessen Worte drangen offenbar nicht bis zu seinen Spielern auf dem Rasen durch.

Der VAR sorgt für Aufregung, vier FCB-Spieler fehlen gesperrt

In der 57. Minute sieht es dann plötzlich so aus, als würde doch alles wie erwartet laufen. Nach einem geblockten Widmer-Kopfball meldet sich der Videoschiedsrichter. Vier Minuten später verwandelt Luca Zuffi den fälligen Handelfmeter zum Ausgleich. Doch Luzern lässt sich von diesem «VAR-Müll» - Zitat FCL-Torhüter Marius Müller - nicht ablenken. Daran hat auch der FCB grossen Anteil. Denn nicht einmal zwei Minuten nach dem Ausgleich klammert Eray Cömert im Strafraum an seinem Gegenspieler, der das Penaltygeschenk neun Tage vor Weihnachten gerne annimmt. Schürpf schnappt sich den Ball und wird damit in seinem 100. Spiel für Luzern ausgerechnet gegen seinen Heimatverein zum Matchwinner. «Solche Geschichten schreibt nur der Fussball. Das macht mich extrem stolz», sagt Schürpf.

Neben dem verpassten Sieg zum Jahresabschluss, drücken gleich vier Sperren auf die Stimmung beim FCB. Zum Rückrundenauftakt gegen YB fehlen neben Stocker auch Xhaka, Cabral (beide gelbgesperrt) und Cömert. Letzterer sah nach Spielschluss wegen seiner Wortwahl gegenüber dem Schiedsrichter noch Gelbrot. Eine ebenso unnötige und ärgerliche Aktion wie diese Auswärtsniederlage in Luzern.

Die Noten zum Spiel:

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