Super League
Der FC Basel verliert in der Ostschweiz leistungsgerecht 1:2 gegen St. Gallen

Aus der Baisse des FC Basel wird allmählich eine echte Krise. Nach den beiden 1:1 gegen Lugano und Sion sowie der 1:2-Heimniederlage gegen Lausanne verlor der Serienmeister in St. Gallen diskussionslos 1:2.

Julian Förnbacher (Liveticker) und Markus Brütsch (Matchbericht)
Merken
Drucken
Teilen
FC Basel-FC St. Gallen, 20.09.2017
8 Bilder
Aratore und Contini freuen sich über die Führung
Kevin Bua bei seinem Abschluss
Aratore gewinnt das Kopfballduell
Calla im Zweikampf
Bereits zwei Mal wurde Basels Torhüter Tomas Vaclik bezwungen
Hier jubeln die St. Galler über das 1:0
Lang im Zweikampf mit Ajeti

FC Basel-FC St. Gallen, 20.09.2017

Keystone

Er unterlag einem Gegner, den er zuletzt sechs Mal in Folge besiegt hatte, vor anderthalb Jahren in dessen Stadion gar noch mit 7:0. Es war bereits die dritte Niederlage, und damit hat der FCB bereits eine mehr auf dem Konto als in der gesamten letzten Saison. Die bescheidenen elf Punkte nach acht Runden bedeuten allerdings nicht einen Tiefstwert seit Urzeiten. Vor acht Jahren waren die Basler unter dem neuen Trainer Thorsten Fink gar nur mit neun Zählern aus acht Partien gestartet, um am Ende der Saison mit 80 Punkten und deren drei Vorsprung auf YB Meister zu werden.

Was nicht indes bedeutet, die Situation der Basler und die ihres neuen Trainers Raphael Wicky sei nicht delikat. Weil YB gegen Luzern gewann, liegen die viertplatzierten Basler bereits sechs Punkte hinter dem Leader. Gegen den FC Zürich brauchen sie im St. Jakob-Park am Samstag nun zwingend einen Befreiungsschlag.

Haarsträubende Fehler

Hatte Rotblau in den ersten sieben Partien vor der Pause jeweils kein einziges Gegentor kassiert (danach aber neun), so handelte es sich im Kybunpark vor 12 214 Zuschauern schon in der ersten Halbzeit einen folgenschweren Zweitorerückstand ein, den der FCB bei allen Bemühungen nicht mehr wettmachen konnte. Durch ein Tor von Luca Zuffi zwei Minuten vor Schluss kam er zwar noch zum Anschlusstor, aber nicht mehr zu einem Punkt.

«Natürlich, der FCB hatte mit Steffen, Suchy, Balanta, Serey Die und Elyounoussi - Letzterer war erst am Spieltag krank ausgefallen - eine namhafte Absenzenliste mit lauter Nationalspielern. Die alleinige Entschuldigung allein für die erneut dürftige Leistung konnte dies aber nicht sein. «Wir hatten genug Erfahrung und Qualität auf dem Platz», wollte hinterher Trainer Raphael Wicky festgehalten haben. «Aber so, wie wir in der ersten Halbzeit aufgetreten sind, geht es nicht, das war enttäuschend. Wir verloren die Zweikämpfe und luden den Gegner zu den Toren ein.»

Tiefe Verunsicherung

Mit Fehlern, wie sie vor dem 0:1 (15.) durch Aratore dem Aufbauer Taulant Xhaka und vor dem 0:2 durch Aleksic (25.) dem Innenverteidiger Manuel Akanji unterliefen, die auf diesem Niveau nicht geschehen dürften. Sie versinnbildlichten aber die tiefe Verunsicherung, von der die Meisterspieler erfasst worden sind. Es gab einfach zu viele Fehlpässe und Missverständnisse, um dem Spiel noch eine Wende zu geben.

Zwar gaben die Basler nie auf, aber den ultimativen Kampfgeist zeigten sie gleichwohl nicht. So, wie es in ihrer Situation angemessen gewesen wäre. Sie kamen in der Folge, nach einer taktischen Umstellung, auch zu ein paar Möglichkeiten und Ricky van Wolfswinkel hätte allein vor Daniel Lopar seine Mannschaft heranbringen können, aber es passte zu diesem Abend, dass der Holländer in dieser wegweisenden Szene scheiterte.

Die St. Galler ihrerseits zeigten eine gute Leistung. Vier Tage nach einer miserablen Vorstellung, mit der sie sich gegen das fünftklassige Linth im Penaltyschiessen in den Achtelfinal des Schweizer Cups gemogelt hatten, präsentierten sich die Ostschweizer wie verwandelt. Man fragte sich, wie es möglich sein kann, zwei derart unterschiedliche Gesichter zu zeigen. Die Antwort: Reine Kopfsache. Zum einen hatten die Profis offensichtlich die internen Machtkämpfe in der Klubleitung vollständig an sich abperlen lassen, zum andern den schwächelnden Serienmeister als idealen Gegner angesehen, sich nach der Fastblamage im Glarnerland wieder ins rechte Licht zu rücken. «Es war die perfekte Leistung», sagt der fünffache Saisontorschütze Marco Aratore.

Telegramm

St. Gallen - Basel 2:1 (2:0)

12'214 Zuschauer. - SR Klossner. - Tore: 15. Aratore 1:0. 25. Aleksic (Ajeti) 2:0. 89. Zuffi (Van Wolfswinkel) 2:1.

St. Gallen: Lopar; Lüchinger, Haggui, Hefti, Wittwer; Aleksic, Wiss, Kukuruzovic, Aratore; Buess (92. Ben Khalifa), Albian Ajeti (73. Koch).

Basel: Vaclik; Gaber, Lang, Akanji, Riveros; Xhaka, Zuffi; Callà (56. Schmid), Bua (56. Oberlin); Van Wolfswinkel, Itten.

Bemerkungen: St. Gallen ohne Taipi (gesperrt), Adonis Ajeti, Barnetta, Toko und Tschernegg (alle verletzt). Basel ohne Steffen, Suchy, Balanta (alle gesperrt), Elyounoussi, Serey Die und Vailati (alle verletzt). 54. Lattenschuss von Callà. Verwarnungen: 31. Xhaka. 43. Aleksic. 52. Lüchinger. 56. Hefti. 82. Wiss. 89. Oberlin (alle Foul).

Lesen sie hier das Spiel im Liveticker nach: