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Der FC Basel vor dem Heimspiel gegen Luzern: Hoffen auf die Wiederholung

Der FC Basel empfängt am Mittwochabend den FC Luzern in der achten Meisterschaftsrunde. Es ist das erste Spiel nach dem Debakel von Bern. Und genau dieses 1:7 soll gegen Luzern vergessen gemacht werden.

Céline Feller
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Bereits einmal musste Marcel Koller seine Mannschaft nach einer spielerischen Bankrotterklärung wieder aufrichten. Gelingt ihm das auch ein zweites Mal?

Bereits einmal musste Marcel Koller seine Mannschaft nach einer spielerischen Bankrotterklärung wieder aufrichten. Gelingt ihm das auch ein zweites Mal?

PETER SCHNEIDER

Die Ausgangslagen weisen frappierende Parallelen auf. Am Anfang steht eine spielerische Bankrotterklärung. Damals gegen Paok, jetzt gegen YB. In der Folge bleiben nur drei Tage Zeit, um die bitteren Niederlagen zu verarbeiten. Damals von Mittwoch bis Samstag, jetzt von Sonntag bis Mittwoch. Die Devisen für das jeweilige Spiel Nummer 1 nach den Tiefpunkten ist klar: verlieren verboten. Damals gegen GC, jetzt gegen Luzern.

Zwischen dem Damals und dem Jetzt liegen nur knappe zwei Monate. Einen Tag nach dem 0:3 zu Hause gegen Paok Thessaloniki wurde Marcel Koller als neuer Trainer des FC Basel vorgestellt. Knappe 48 Stunden hatte er damals Zeit, diese herbe Niederlage aus den Köpfen seiner Spieler zu bekommen. Er habe kein Wundermittel, sagte er damals. Das Einzige, was innert solch kurzer Zeit helfe: Gespräche. Mit der ganzen Mannschaft, kleinen Gruppen, einzelnen Spielern. «Dass sie Fussball spielen können, haben sie schon oft bewiesen», sprach er seiner neuen Mannschaft öffentlich Mut zu.

Aufarbeitung am Tag danach

Es ist ein Satz, den Koller exakt so auch jetzt wieder spricht. Das 1:7-Debakel gegen die Berner Young Boys hallt noch nach. Auch wenn er das Wort «Debakel» vermeiden möchte. «Wir haben sieben Tore bekommen, das ist so. Aber wenn man das Spiel gründlich anschaut, hat man gesehen, dass wir in der ersten Halbzeit nicht so schlecht gespielt haben», sagt Koller.

Man habe zwar zwei Tore nach Standards bekommen, aus dem Spiel heraus jedoch nichts zugelassen. In der zweiten Halbzeit erst sei man in diese Niederlage gelaufen. «Das sind Sachen, die passieren. Aber es ist nicht so, dass wir sieben Spiele verloren hätten. Es war eines.»

Gemeinsam mit der ganzen Mannschaft wurde diese eine Pleite am Montag noch einmal in Sequenzen angeschaut, analysiert, aufgearbeitet. «Da durften wir noch etwas traurig sein. Aber jetzt ist es wichtig, nach vorne zu schauen. Optimistisch und positiv zu sein», sagt Koller.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Dieses Spiel war eine Demontage, der endgültige Zeitpunkt der Machtverschiebung. Und das Spiel auch, welches den Meistertitel schon in der siebten Runde ausser Reichweite hat rücken lassen. Auch deshalb gab Fabian Frei schon kurz nach dem Abpfiff am Sonntag zu, dass dieses Spiel noch lange im Gedächtnis haften bleiben werde.

Ich kann nicht in die Köpfe der Spieler schauen, aber es kann sein, dass beim Einen oder Anderen eine gewisse Verunsicherung da ist. Aber wir haben nicht wochenlang Zeit, dieses Spiel zu verarbeiten», sagt Koller dazu.

«Die Situation ist sicher besser»

Schliesslich wartet heute bereits Luzern auf den FC Basel. Sollten noch Zweifel da sein, eine Verunsicherung oder eine Nervosität, «dann müssen wir eingreifen. Wir müssen den Spielern Vertrauen schenken, ihnen das Selbstvertrauen wieder mitgeben.» Auch diese Sätze sprach Koller direkt nach seiner Amtsübernahme. Es wirkt, als wäre man beim FCB in gewisser Weise gleich weit wie vor zwei Monaten.

Marcel Koller sieht das anders. «Wir kennen die Spieler viel besser als vor zwei Monaten als wir neu hier her gekommen waren. Die Situation ist sicher besser als damals. Aber es ist noch immer so, dass wir weiterhin viel Arbeit vor uns haben. Das ist allen klar. Es geht nicht von heute auf morgen.»

Jetzt sei es einfach wichtig, nach einer solchen Niederlage wieder gut rein zu kommen. Dass Koller dies bei einer Mannschaft bewirken kann, hat er gezeigt. Auf die Paok-Pleite folgte ein 4:2 gegen GC. Beim FCB wird man hoffen, dass es auch in diesem letzten Punkt eine Parallele gibt.

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