Für die Gratulationen haben wir ehemalige und aktuelle Gegner des FC Basel kontaktiert. Einige antworteten gar nicht, einige nur kurz und knapp. Viele dagegen herzlich und ein Spieler aus Israel hat sogar einen halben Roman verfasst, den wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten wollen. Hier sind die Zeilen von Dor Micha, Mittelfeldspieler bei Maccabi Tel Aviv, der dem FC Basel ganz ausführlich zum 125. Geburtstag gratuliert.

Hie spitzelt Dor Micha Basels Behrang Safari den Ball weg.

Hie spitzelt Dor Micha Basels Behrang Safari den Ball weg.

1. Kapitel

"Ich verbinde viele Erinnerungen mit dem FC Basel. Mittlerweile sind fünf Jahre vorbei, seit wir das letzte Mal aufeinander getroffen sind.  Zuvor haben die sechs Spiele innert zwei Jahren aber einige Erinnerungen erzeugt. Vor allem, weil so viel auf dem Spiel stand.

Um ehrlich zu sein, wollten wir nicht so ein schwieriges Los wie den FC Basel. Doch als wir 2013 in der Champions League mit unserem Trainer Paulo Sousa gegen den ungarischen Verein Gyori gewannen, war klar, dass uns unser Weg in den St. Jakob-Park führt. Ihr hattet ein Super Team. Yann Sommer, die Degen-Zwillinge, Fabian Frei und Fabian Schär und vorne Stocker, Streller und Salah.

Das Hinspiel habt ihr durch ein Stocker-Tor mit 1:0 gewonnen, aber das Rückspiel im Bloomfield Stadion war eines, dass man nicht so schnell vergisst. Vor dem Spiel sprach hier jeder über die mögliche Absage von Mohamed Salah, als Moslem in Israel zu spielen. Nach 32 Minuten wäre uns lieber gewesen, Salah wäre nicht mitgekommen.

Durch einen Schär-Eflmeter und einen Salah-Doppelpack lagen wir 0:3 hinten.  Doch so schlecht waren wir nicht. Wir kämpften uns zurück und schossen noch vor der Pause zwei Tore. Nach dem Seitenwechsel traf Mahran Radi zum 3:3. Doch obwohl wir noch fast 40 Minuten Zeit hatten, weigerte sich der Ball in der Folge ins Tor zu gehen. Basel qualifizierte sich für die Champions League und wir gingen immerhin in die Europa League.

Marc Janko gratuliert dem FC Basel zum 125. Geburtstag

Marc Janko gratuliert dem FC Basel zum 125. Geburtstag

2. Kapitel

Nach einer guten Kampagne für beide Teams und unserem erstmaligen Überstehen einer K.o.-Phase in der Europa League:  ratet mal, wer zur Überraschung aller in den Sechzehntelfinals auf uns wartete? Der FC Basel. Sicher eine Seltenheit, zweimal innerhalb einer Saison in unterschiedlichen Wettbewerben auf das selbe Team zu treffen. Das Hinspiel in Israel endete 0:0. Im Rückspiel musste Itzhaki, ein wichtiger Spieler, mit einer Knieverletzung während dem Aufwärmen passen. Wir verloren 0:3 und sollten eine Weile nichts mehr von Basel hören.

Im Sommer wurde Paulo Sousa dann FCB-Trainer und Munas Dabbur wechselte ebenfalls in die Schweiz zu den Grasshoppers. So hatten wir immer ein Auge darauf, was in der Schweiz so passierte.

Granit Xhaka und Mohamed Elneny gratulieren dem FCB zum Geburtstag

Granit Xhaka und Mohamed Elneny gratulieren dem FCB zum Geburtstag

3. Kapitel

Basel gewann Ligatitel auf Ligatitel und wir standen dem FCB in Israel in Nichts nach. 2015 nahmen wir einen neuen Anlauf auf die Champions League. Und ratet mal, wer uns in Nyon zugelost wurde? Der FC Basel. Sommer und Salah waren lange weg, aber Basel war mit Elneny, Zuffi, Bjarnason, Janko und Embolo immer noch sehr stark.

Doch auch Maccabi hat sich über die Jahre verbessert. Wir spürten, dass wir dieses mal ein angemessener Gegner sein könnten. Eran Zahavi schoss uns in Führung, ehe Delgado für den FCB per Penalty ausglich und Embolo das 1:2 gelang. Doch wir glaubten weiter an uns. In der 96. Minute bekam ich den Ball von Dor Peretz und chippte den Ball in die Mitte, wo Eran Zahavi per Kopf zum 2:2 einnickte.

Davide Callà gratuliert dem FC Basel zum Geburtstag

Davide Callà gratuliert dem FC Basel zum Geburtstag

Wir hatten nicht mal die Chance, in die Augen der Basler Spieler zu schauen, so beschäftigt mit Feiern waren wir. Die zwei Auswärtstore bestärkten unser Selbstvertrauen vor dem Rückspiel in Tel Aviv. Bloomfield war voll, es gab kein einziges ungenutztes Ticket. Luca Zuffi schuss Basel mit einem Freistoss in Führung, aber unsere Fans pushten uns weiter nach vorne. Nach 24 Minuten schob Nikola Mitrovic den Ball in die Gasse auf Zahavi, der zum 1:1 ausglich. Vom Rest des Spiels weiss ich nicht mehr viel, weil ich von der Bank aus zuschaute. Als ich für Tal Ben Haim für die letzten vier Minuten eingewechselt wurde, fühlte sich die verbleibende Spielzeit so lange an wie keine in meiner Karriere. Das Stadion peitschte uns nach vorne und nach dem Abpfiff fühlte sich das Unentschieden wie ein Sieg an. Obwohl wir Basel in sechs Spielen nicht einmal besiegen konnten, standen wir plötzlich in der Gruppenphase der Champions League und konnten dort nicht mehr auf Basel treffen.

Alles gute liebe Freunde, unsere gemeinsame Vergangenheit wird für immer leben.

Dor Micha

Maccabi Tel Aviv