Am Freitagabend war die schlechte Nachricht gekommen und vom Fussballverband be­stätigt worden. Weil der FC Locarno gegen Zürich United in einem Meisterschaftsspiel der Gruppe 3 einen nicht qualifizierten Spieler eingesetzt hatte, wurde aus dem Remis ein For­fait-Erfolg der Zürcher, so dass diese mit den zwei zusätzlichen Punkten im „Fernduell“ mit dem FC Black Stars nicht mehr einzuholen waren. Aus der Traum für die „Schwarz-Ster­ne“, als einer der zwei besten Drittklassierten noch die Aufstiegsrunde zur Promotion Lea- gue zu schaffen.

Startfurioso mit zwei Toren

„Wir haben es der Mannschaft aber nicht gesagt. Sie soll so aufspielen, als ob noch eine Chance für die Qualifikation bestünde“, erklärte Black-Stars-Trainer Andy Fimian eine hal­be Stunde vor Anpfiff. Und sein Personal zelebrierte, zumindest in den ersten 25 Minuten, nochmals Fussball vom Allerfeinsten. Topskorer Mickäel Rodriguez mit seinem 18. Saison­treffer (wenn auch begünstigt durch einen ungeschickten Ausflug von Muri-Hüter Yanik Hofer) und Florian Hengel, der einen schrecklichen Stockfehler von Danijel Knezevic aus­nutzte und alleine auf Hofer zulaufend sicher reüssierte, hatten schnell eine 2:0-Führung herausgespielt.

Dies war nicht im Sinne der Gäste, welche mathematisch noch einen Punkt benötigten, um den Ligaerhalt aus eigener Kraft zu sichern. Denn im Moment, wo Rodriguez das 1:0 erzielte, kam die Meldung aus Zug, dass der FC Sursee ebenfalls – überraschend – in Führung gegangen war. Die Innerschweizer schlossen damit punkte­mässig zu den Freiämtern auf, mussten aber auch acht Tore gutmachen, um die Aargauer zu überholen.

René van Eck als Retter

Im Laufe der Partie konnte Muri, das vor zwei Wochen den „kantigen“ René van Eck als Nothelfer engagiert hatte, die eklatante Überlegenheit der Black Stars ein wenig eindäm­men. Der Basler Traditionsverein war weiterhin in allen Belangen die bessere Elf und be­wies, dass sie einen Wandel durchgemacht hat. „Wir haben in der Rückrunde aus zwölf Matches doch 25 Punkte geholt. Mit dieser Bilanz wird man eigentlich Gruppensieger“, so Fimian.

Es sei gesagt, dass der FCBS, zusammen mit dem tatsächlichen Gruppensieger FC Münsingen, die stärkste Equipe der Rückrunde war. Und die „big games“ in Delémont und beim Nachwuchs des FC Luzern gewann. Nach Abpfiff konnten auch die Gäste von einem „Ende gut, alles gut“ sprechen. Und Van Eck denkt bereits an die nächste Aufgabe. Der frühere niederländische Haudegen in Diensten des FC Luzern wird nach Iran gehen und in der Hauptstadt Teheran einen Klub übernehmen…

Weil Zürich United gegen den GC-Nachwuchs mit 3:1 gewann, hätte es auch ohne die zwei geschenkten Zählern für „Blägg“ nicht gereicht. „Aber die Ausgangslage wäre eine andere gewesen; United hätte siegen müssen und der Druck wäre um einiges grösser ge- worden“, so Black-Stars-Sportchef Peter Faé.

Elf wird noch stärker

Faé und Trainer Fimian konnten aber bereits (vor-)ankünden, dass „alle Leistungsträger bleiben werden“. Und der Sportchef fügte vielsagend hinzu: „Und punktu­ell wird die Mann- schaft weiter verstärkt“. Am Montag sollen die ersten Zuzüge offizialisiert werden – es sind Leute, welche der spielstarken Equipe noch mehr Substanz, aber auch Ka­derbreite, geben werden. Damit dürfte der FC Black Stars in der Saison 2016/17 mit Sicherheit die „équipe à battre“ werden. Gut, das war sie schon im letzten Sommer.

Da­mals waren es aber (zu) viele Worte und (zu) wenige Taten auf dem Spielfeld. „Ich rede nicht. Wir werden bereits Ende Juni mit der Arbeit beginnen. Es bleibt viel zu tun, damit den Worten und Wünschen auch Taten folgen“, so Fimian kurz und trocken. Und der Konkurrenz sei verraten, dass dies kein leeres Versprechen sein wird...