«Der Gesamtvorstand hat einstimmig entschieden, dass unser Fanionteam mit einem neuen Übungsleiter die Rückrunde bestreiten wird. Dies ist kein kurzfristiger Entscheid und noch weniger eine Kurzschlusshandlung, sondern die Folge eines längeren Prozesses.» diese Worte stammen von Peter Faé, dem Sportchef beim Basler Traditionsverein. Und er wird allgemein als «Mister Black Stars», der bezüglich sportlicher Ambitionen die treibende Kraft bei «Blägg» ist.

Dass Faé, in der Immobilienbranche tätig, schon mal ein Machtwort ausspricht und unerwartete Entscheide fällt, gehört zu den Tugenden dieses Fussball-Enthusiasten, der nicht nur ein Macher ist, sondern auch Dinge ermöglicht. Gerade, wenn es um die Beschaffung von Mitteln geht.

Mannschaft wollte Trainerwechsel

«Wir, und ich speziell, haben unserem Trainer lange die Stange gehalten. Wir haben uns von Spielern getrennt, welche mit ihm nicht klar kamen. Aber in letzter Zeit hat sich gezeigt, dass Fimian den Grossteil der Mannschaft nicht mehr erreicht», so Faé. Das erstaunt auf den ersten Blick, denn in den letzten zwei Monaten haben die Black Stars – bis auf die 1:4-Niederlage in Delémont – alle Spiele gewonnen.

Darunter die Cuppartie gegen Gossau, den ehemaligen Leader der Gruppe 3. Es ist müssig zu hinterfragen, ob ehemalige Akteure weiterhin – im Hintergrund – aktiv waren, um einen bodenständigen, erdigen Trainer zu bodigen. Ein Mann, der selbst Spitzenfussballer war und als ausgezeichneter Ausbildner gibt.

«Es ist auch keine Entlassung. Wir haben Andy Fimian angeboten, neu das Amt eines Sportlichen Leiters in der Juniorenabteilung zu bekleiden. Uns ist bewusst, dass er vorzügliche Basisarbeit leistet», so Faé. Fimian will zu dieser Entwicklung, die am Donnerstagabend den Kaderspielern mittels Schreiben offiziell mitgeteilt wurde, nicht äussern. Er ist auf die Partie beim FC Muri fokussiert und möchte mit einem Sieg das erste Rückrundenspiel, das zugleich seine Dernière sein wird, beenden.

Und mit einem weiteren Dreier wäre zumindest Rang drei, der auch zu den Barragespielen reichen wird, in Sichtweite. «Mit dieser Equipe, die viel Substanz aufweist, muss ein Spitzenplatz und mehr Punkte, rausschauen», erklärt Faé. Im gleichen Atemzug fügt der Inhaber eines A-Diploms aber auch an: «Wir haben aber auch den Spielern gesagt, dass sie nicht dem Trainer die Schuld für ungenügende Leistungen und negative Resultate geben dürfen», so Faé, der sich vor einem Jahr von ex-Nationalspieler Benjamin Huggel getrennt hatte.

Zu sagen ist noch, dass ein Sohn von Fimian beim FC Black Stars die Junioren B (Promotion) trainiert. Überhaupt hat sich die ganze Familie Fimian, welche im solothurnischen Deitingen wohnt, sehr im FC Black Stars eingebracht.

Mister X soll es richten...

Gemäss Faé ist der Nachfolger «mehr oder weniger» bestimmt. Es dürfte sich um keine regionale Lösung halten, auch wenn der Name von Peter Schädler (der ehemalige Natio-nalliga-A-Spieler ist Inhaber der UEFA Pro Lizenz) herumgeistert. Der Aescher beendete vor 18 Monaten sein Engagement beim FC Concordia, der aus der 1. Liga abstieg und sich jetzt in der regionalen 2. Liga im Abstiegskampf sieht.

Auch beim BSC Old Boys (Promotion League) wurde über Cheftrainer Samir Tabakovic (49) diskutiert. Und dem Mann aus Bosnien-Herzegowina, einst Profi beim FC Basel, wurde bedingungslos das Vertrauen ausgesprochen. Auch beim SV Muttenz, der in der 2. Liga interregional einen Absteigerplatz belegt und nur mit einer superben Rückrunde der Relegation entgehen wird, scheint sich eine Änderung auf dem Trainerposten anzubahnen. Insider wollen wissen, dass Sandro Kamber sein Amt – aus freien Stücken – niederlegen wird.

«Spätestens am Dienstag wird der neue Trainer bekannt gegeben. Vorher hat die Mannschaft die Pflicht, die Partie in Muri zu gewinnen», so Peter Faé deutsch und deutlich. Es tönt nicht nach Wunsch, sondern eher nach ultimativem Befehl.