Fussball
Der FC Concordia steht vor einem kompletten Neuaufbau

Nach dem Abstieg aus der 1. Liga in die 2. Liga inter schaut man beim Basler Traditionsverein nur noch nach vorne. Nach einem totalen Chaos muss erst wieder Ordnung in den Verein gebracht werden. Eine Herkulesaufgabe!

Heinrich Gabathuler
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Bei Concordia Basel ist noch der Wurm drin

Bei Concordia Basel ist noch der Wurm drin

Roman Aeschbach

Nach der letzten Partie in der 1. Liga und dem danach endgültig feststehenden Abstieg blieb beim FC Concordia kein Stein mehr auf dem anderen. «Es wäre wohl besser gewesen, wenn der Abstieg schon früher festgestanden wäre, dann hätten wir mehr Zeit zum Handeln in Sachen Neuaufbau gehabt», findet der technische Leiter Niggi Röthlisberger deutliche Worte. Nachdem schon nach der Vorrunde einige renommierte Spieler wie Torhüter Florian Stocker oder Basil Gygax den Verein verlassen hatten kam es Anfang Juni zum Exodus, sodass aus dem letztjährigen Rückrundenkader gerade mal noch vier Akteure übrig blieben.

«Wir wussten gar nicht so recht, wer alles weg und wer noch da war. Es herrschte das totale Chaos», sagt der neue Sportchef Willy Schmid, der den zum FC Aesch abgewanderten Reto Flury ersetzt. Doch im Vorstand war man sich sofort einig, dass man den Abstieg auch als Chance nützen kann und wieder mit jungen, willigen und talentierten Spielern, vornehmlich aus den eigenen Nachwuchsreihen, eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen will.

Ullis Rückkehr als Trainer

Doch um eine solche Herkulesaufgabe mit einem komplett neuen Team anzugehen, brauchte es zuerst den entsprechenden Trainer. Dieser wurde in der Person von Björn Ulli dann auch gefunden. Der mit dem A-Diplom ausgestattete 38-Jährige hatte in den letzten Jahren bei seinen Engagements beim SV Sissach, dem FC Rheinfelden und zuletzt beim jetzigen Ligakonkurrenten SV Muttenz bewiesen, dass er aus einer sogenannten No-name-Mannschaft eine schlagkräftige Equipe formen kann. «Ich war ziemlich überrascht und auch geehrt, als die Anfrage des FC Concordia kam, ob ich das Traineramt der 1. Mannschaft übernehmen wolle», sagt Ulli. «Irgendwie hat sich der Kreis geschlossen, bin ich doch vor fast 15 Jahren als Spieler mit Congeli in die damalige Nationalliga B aufgestiegen.»

Weit enfernt von früheren Erfolgen

Von solchen Höhenflügen ist das neu formierte Team weit entfernt. Mit seinem Assistenten, dem früheren FC-Basel-Spieler und ehemaligen togolesischen Nationalspieler Yao Aziawonou und Coach/Sportchef Schmid, will Ulli seine junge Mannschaft (Durchschnittsalter 20 Jahre) vor allem in der neuen Liga konsolidieren. Das Ziel ist, möglichst schnell eine funktionierende Elf, die wohl in einem variablen 4-2-3-1-System spielen wird, auf den Platz schicken zu können.

Dabei soll vor allem die Achse mit Virgil Boumelaha, Rückkehrer Matthias Bohler, dem Filigrantechniker Nilton Altamirano und dem in der Vorbereitung bereits gut mit dem Peruaner harmonierenden Stürmer Oumar Gaye das Team zusammen mit den übrigen, meist noch im Juniorenalter stehenden Mitspielern zu Erfolgen führen.

2:7-Schlappe zum Auftakt

Wie schwierig das Unternehmen kompletter Neuaufbau werden wird, bekam der FC Concordia bereits beim ersten Meisterschaftsspiel gegen den FC Lerchenfeld zu spüren. Gleich mit 2:7 ging das Spiel gegen die routinierten Berner verloren. Und die unerfahrenen Basler schlugen sich dabei eigentlich gleich selber: «Zu viele Fehler im Defensivbereich und im Spielaufbau brachen uns innerhalb von zehn Minuten das Genick», sagte der neue Trainer nach der bösen Schlappe. «Die jungen Spieler müssen lernen, dass man nicht nur spielen kann. Es braucht manchmal auch etwas mehr Rudimentäres.»