Regionalfussball

Der FC Solothurn steht vor dem Aufstieg in die Promotion League, obwohl man alle Talente an den FC Basel verliert

Der FC Solothurn ist auf einem erfolgreichen Weg

Der FC Solothurn ist auf einem erfolgreichen Weg

Der FC Solothurn gibt dem FCB Jahr für Jahr seine grössten Talente ab. Trotzdem steht der Klub aus der Ambassadorenstadt vor dem Aufstieg in die Promotion League. Wie geht das?

Der Letzte, der den Sprung geschafft hat, ist Yves Kaiser. Im Winter gab es erst Gerüchte, dass Borussia Mönchengladbach am unterdessen 20-jährigen Innenverteidiger interessiert sei. Wenig später unterschrieb er seinen ersten Profi-Vertrag beim FCB. In der Super League ist Kaiser bisher noch nie zum Zug gekommen, aber er stand schon das ein oder andere Mal im Aufgebot.

Kaiser ist ein Eigengewächs, ausgebildet im Campus auf der Brüglinger Ebene. Das heisst: Eigentlich ist er Solothurner, wechselte in der U15 aus der Ambassadorenstadt an den Rhein. Wie so viele andere Talente vor ihm.

«Wir sind bestrebt, dass die besten Spieler nach Basel wechseln», sagt Hanspeter «Bidu» Zaugg, Sportchef beim FC Solothurn.

Nicht gänzlich freiwillig, sondern auch weil es der Schweizerische Fussballverband (SFV) so will.

Ziel ist es, möglichst jedes Talent zu erkennen und bestmöglich zu fördern, damit die Schweiz als kleine Nation auch künftig an Grossanlässen wie der nächste Woche beginnenden WM in Russland dabei sein kann.

Hans Peter «Bidu» Zaugg

Hans Peter «Bidu» Zaugg

Im Kampf gegen die Trainer-Legende

Deshalb haben Grossklubs wie YB, FCB oder der FCZ Partnervereine. Im Fall des FCB sind dies Concordia, die Old Boys und der FC Solothurn. Ab Stufe U15 sollen die grössten Talente beim Leadverein gefördert werden. Für ihre Opferbereitschaft werden die zusammenarbeitenden Vereine mit Subventionen entschädigt.

«Wir zahlen dem FC Solothurn aber bedeutend mehr, als sie vom Verband erhalten würden. Denn die Partnerschaft ist wichtig für uns und das ist ein Zeichen unserer Wertschätzung», sagt Massimo Ceccaroni, Nachwuchschef des FC Basel.

Massimo Ceccaroni, Nachwuchschef beim FC Basel

Massimo Ceccaroni, Nachwuchschef beim FC Basel

Wie viel Geld genau fliesst, will er nicht verraten. Aber natürlich ist man in Basel interessiert, dass die Junioren vor einem allfälligen Wechsel bestmöglich ausgebildet werden.

Darum investiert man in Trainer, Infrastruktur und Know-how der Solothurner. Natürlich auch, weil man so das Einflussgebiet nach Süden ausdehnen kann, gegen Norden ist man da eher beschränkt.

Obschon die Solothurner Jahr für Jahr ihre grössten Talente dem FCB abgeben, stehen sie vor dem Aufstieg in die Promotion League. Am Mittwoch bezwangen sie den FC Münsingen unter Trainer-Legende Kurt Feuz (seit 33 Jahren im Amt) mit 2:1.

«Der Aufstieg wäre sehr wichtig für den Klub und die Region», sagt Zaugg. «Letztes Jahr sind wir wegen eines Tors an Yverdon gescheitert, das soll sich nicht wiederholen. Aber das wird hart. Münsingen ist sehr routiniert und unangenehm zu spielen.»

Und beim FCB, hofft man auch dort auf einen Aufstieg, weil Partner OB dieses Jahr absteigt? «Je höher unsere Partner spielen, desto besser», sagt Ceccaroni.

Aber der Aufstieg sei keine Voraussetzung für die Partnerschaft mit Solothurn. «Es wäre einzig ein Zeichen dafür, wie gut dort gearbeitet wird.»

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