Der Baumeister dieses Erfolges ist Trainer Franz Glaser. Im Frühling 2010 hiessen die Rivalen des FC Therwil in der 3. Liga noch NK Posavina, FC Riederwald oder FC Zwingen. Wenn in zehn Wochen die Meisterschaft 2011/12 beginnt, wird möglicherweise die U21-(Profi-)Equipe von Neuchâtel Xamax auf der schmucken Sportanlage Känelboden zu Gast sein. Und die regionalen Widersacher werden der FC Allschwil, FC Black Stars, FC Laufen, FC Liestal und FC Oberdorf sein.

Und diese letzte Promotion haben sich die Therwiler am Sonntagnachmittag hart erkämpfen müssen. Denn Timau war weder Sparringpartner noch zum Spalierstehen ins 99er-Dorf gekommen. Die Italo-Basler, mit klingenden Namen besetzt, waren in der Vorwärtsbewegung stets gefährlich.

Die letzten Minuten wurden zur Zitterpartie

Und hätten zum Spiel- respektive Aufstiegsverderber mutieren können, wenn Therwil-Hüter Christoph Hess in der 82. Minute nicht einen 22-Meter-Gewaltschuss von Mike Schwery mirakulös über die Latte gelenkt hätte. Doch damit hatte das Zittern noch kein Ende gefunden. Der letzte Eckball der Gäste in der 95. Minute sorgte nochmals für Aufregung im Therwiler Strafraum und Angstschreie bei den 450 Zuschauern, die das Spielfeld umsäumten.

Das 1:0 durch Michel Weber konterten die Gäste mit einem Foulpenalty, den Goalgetter Antonio Viscusi kaltblütig verwandelte. Doch nur 100 Sekunden später setzte Adrian Kunz einen Freistoss aus 20 Metern mit einem «Strich» in die Maschen. Besser hätte es früher auch ein Ronald Koeman nicht machen können.

Weil das erlösende 3:1 nicht fallen wollte, verkamen die letzten Minuten zu einer Zitterpartie. Denn in der Zwischenzeit wussten die Zuschauer (nicht aber der Trainerstab und die Akteure), dass Amicitia gegen die Old Boys einem Kantersieg entgegensteuerte. Ein Punktverlust des FCT hätte die Riehener zum Meistertitel und Aufstieg geführt.

Therwil erstmals interregional

Aus dem Saisonziel «Ligaerhalt» ist ein neuerlicher Aufstieg geworden. Selbstverständlich ist dies für einen Verein, der in seiner 65-jährigen Klubgeschichte noch nie in einer interregionalen oder gar nationalen Klasse gespielt hat, eine Herausforderung. Doch Therwil, mit 25 Mannschaften und einer Frauen-Abteilung einer der grössten Fussballklubs der Nordwestschweiz, wird seinen Prinzipien (intaktes Vereinsleben und keine Gehälter ) treu bleiben. Die Folge ist eine Mannschaft, die sich aus «Dorfjungs» zusammensetzt und ein Fussballmärchen geschrieben hat, an welches vor 15 Monaten niemand zu träumen gewagt hätte.