In der Halbzeit des Champions-League-Heimspiels gegen ZSKA Moskau war der FC Basel noch voll auf Kurs in Richtung Champions-League-Achtelfinal. Dennoch war die Stimmung im Stadion nicht euphorisch, denn der FCB hat in dieser Saison eine Qualität verloren, die ihn früher immer ausgezeichnet hat. Statt Spiele zu drehen, dreht jetzt der Gegner regelmässig Spiele mit Basler Beteiligung. Auch den FCB-Fans ist bewusst, dass eine Basler Führung neuerdings kein Punktegarant mehr ist. Deshalb war auf der Tribüne im Joggeli in der Halbzeit des ZSKA-Spiels nur wenig Siegesgewissheit zu spüren. Wie jetzt gegen ZSKA Moskau führte der FCB auch in der Liga beim 1:1 in Sion, beim 1:1 gegen Lugano und beim 1:2 gegen Lausanne jeweils mit 1:0. Aus den vier angesprochenen Spielen resultierten am Ende statt maximal zwölf nur zwei mickrige Punkte.

Liga-Konkurrent Young Boys dagegen gab nur beim 2:2-Unentschieden gegen St. Gallen eine 1:0-Führung aus der Hand. Doch weil YB-Verteidiger Kasim Nuhu in der Nachspielzeit doch noch den Ausgleich erzielte, wird man in der Bundesstadt auch in diesem Spiel eher von einem gewonnenen als von zwei verlorenen Punkten sprechen. Insgesamt ging YB in 10 von 13 Ligaspielen mit 1:0 in Führung und holte daraus 28 Punkte. Basel führte in neun Liga-Partien, gewann aber nur deren sechs.

Vor allem Lausanne profitiert von dieser Entwicklung und steht symptomatisch für den Wandel. Wir erinnern uns noch gut an die Spiele gegen die Waadtländer aus der vergangenen Saison. Auswärts drehte der FCB zweimal ein 0:1 in ein 2:1. Drei der vier Tore fielen durch Suchy, Steffen und Balanta erst in der Nachspielzeit. Im Joggeli führte Lausanne im Februar dieses Jahres dann sogar mit 3:1, um innert zwölf Minuten drei Treffer zum 3:4 zu kassieren. Da verwunderte es schon, dass Lausanne in dieser Saison im Joggeli mit 2:1 gewinnen konnte, obwohl FCB-Stürmer Ricky van Wolfswinkel die Führung für Basel erzielt hatte.

Hat die Mannschaft von Raphael Wicky gar ein Konditionsproblem? Ein Blick auf den Zeitpunkt, wann der FCB in dieser Saison seine Gegentore kassiert, lässt dies zumindest vermuten. 14 von 18 Gegentreffern bekam der FC Basel wettbewerbsübergreifend nach der Pause eingeschenkt. In der Liga musste FCB-Goalie Tomas Vaclik sogar nur bei der 1:2-Niederlage in St. Gallen bereits vor dem Pausentee hinter sich greifen. Dafür gleich zweimal.