Dem FCB entgehen nicht nur rund 10 Millionen Franken an Einnahmen, er wird auch zum ersten Mal seit 15 Jahren im Herbst nicht mehr in der Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbs vertreten sein. Der Dauergast wird zum Zuschauen verdammt.

Das Einzige, was den Baslern nun bleibt: Meister YB und Erzfeind FCZ die Daumen zu drücken und zu hoffen, dass die Schweiz im Uefa-Ranking nicht zu weit abrutscht. Man könnte nun sagen, dass das Wegfallen der Dreifachbelastung für den FCB den Weg in der Meisterschaft ebnet. Denn Berner und Zürcher sind bis zur Winterpause wenigstens sechsmal mehr gefordert. Aber internationale Erfolge können auch Flügel verleihen. Man erinnere sich bloss an die vergangene Saison. Sobald der FCB in der Königsklasse Glanzpunkte setzte, lief es auch in der
Liga. Und Trainer Marcel Koller wird ohne Europa League Schwierigkeiten haben, sein Kader bei Laune zu halten.

Das Perfide ist nun, dass die Basler eigentlich darauf hoffen müssen, dass der FCZ und YB auch Ausrufezeichen setzen können. Denn das erfolgreichste Jahr auf europäischen Bühnen bricht den Schweizer Fussball aus der Uefa-Fünfjahreswertung. Bei einem Versagen der noch in europäischen Wettbewerben vertretenen Schweizer Klubs droht der Absturz. Und damit würde der Weg zu den Uefa-Millionen immer steiniger. Selbst für den Meister.

Vom Meistertitel aber ist der FCB derzeit noch weit entfernt. Sieben Punkte liegt der erfolgsverwöhnte Verein hinter Titelverteidiger YB. Zwar hat der Trainerwechsel gleich zu Beginn der Saison die Mannschaft gefestigt, aber mit dem Scheitern in den Europa-League-Playoffs wird der Klub ein weiteres Mal durchgeschüttelt. Das Selbstverständnis ist verloren gegangen – ein historischer Tiefpunkt ist erreicht.