FC Basel

Der FCB erwacht mit Valentin Stocker

Zwei gute Nachrichten: Valentin Stocker ist mit einem Jahr Anlauf endlich wieder ein Faktor für den FCB, und Noah Okafor (links) verlängert seinen Vertrag.

Mit dem FC Basel geht es langsam wieder aufwärts. Zwischen dem wieder erstarkten Stocker und den jüngsten Erfolgen des FCB gibt es eine Verbindung.

Mit ausgebreiteten Armen läuft Valentin Stocker übers Feld. Sein Blick zeigt die Erleichterung, aber vor allem auch Entschlossenheit. Dieses Tor in der Verlängerung des Cup-Viertelfinals in Sion, dieses 3:2, ist ein Gewaltschuss, der perfekt passt und Stocker zum Sinnbild des Umschwungs des FC Basel im Jahr 2019 macht.

In einem schwierigen Spiel und nach einem 0:2-Rückstand setzt der FCB noch einmal Kräfte frei, die man in dieser Saison bisher selten gesehen hat. Es zeigt sich jener FCB, der solch wichtige Spiele drehen und für sich entscheiden kann. «Man of the Match» ist Stocker. Ausgerechnet möchte man sagen. Dabei ist es eigentlich kein Zufall, dass er beim Umschwung zu den Hauptverantwortlichen gehört.

Vor über einem Jahr kam Stocker von Hertha Berlin zurück in die Schweiz. Er sollte sofort eine Leaderrolle einnehmen, dem FCB zum Titelgewinn verhelfen. Doch sein Start war harzig, Stocker enttäuschte. Er schaffte es nicht, Kontinuität in seine Leistungen zu bringen. Stocker erkennt die fehlende Spritzigkeit.

Er will daran arbeiten, doch dieser Prozess wird immer wieder durch Verletzungen unterbrochen. «Es ist nicht einfach, dreimal wegen derselben Muskelverletzung am Oberschenkel auszufallen. Deshalb ist es jetzt umso schöner», sagt Stocker nach dem Cup-Viertelfinal. «Ich werde so lange wie möglich auf dieser Welle surfen.»

Ein Erfolgserlebnis war nötig

Neben dem Platz hatte Stocker schon länger begonnen, wichtiger zu werden. Während der Vorrunde versuchte er, mittels Gesprächen seinen Mitspielern zu helfen, so zum Beispiel Zdravko Kuzmanovic. Er wollte Bindeglied sein. Aber auch Stocker selbst nahm Hilfe in Anspruch. Mit FCB-Trainer Marcel Koller tauschte er sich häufiger aus. Koller wusste, dass Stocker im Herbst auf ein schwieriges Jahr zurückblickte und seine Form immer noch suchte. «Valentin hatte eine schwierige Phase mit einigen Verletzungen.

Man hat gemerkt, dass er ein Erfolgserlebnis braucht. Das hat er mit dem Tor gegen Xamax endlich bekommen», sagt Koller. Im Xamax-Spiel vom vergangenen Wochenende lieferte Stocker den Beweis, dass er wieder da ist. Er habe sich zwar schon im Spiel Ende November gegen Luzern fit gefühlt, sich dann aber erneut verletzt. Seit der Winterpause ist er wieder richtig bereit und fühlt sich gut. Die Spritzigkeit ist zurück. Es ist jene Spritzigkeit, die dem FCB in der verkorksten Vorrunde gefehlt hat und die aktuell auch wegen Stocker wieder da ist.

Doppelt wichtig oder gar nicht

Stocker ist eine Führungsperson, der sein Team antreiben kann, in der Kabine und auf dem Platz. Diese Rolle konnte er im vergangenen Jahr wegen Verletzungen nicht wahrnehmen. Denn Stocker ist nicht einer, der nur in der Kabine wichtig ist und auf dem Platz nicht. Er muss beides sein. Am Mittwochabend zeigt er, dass er es endlich wieder ist.

Der «alte Vali» ist zurück. Er provoziert den Gegner und führt die eigene Mannschaft. «Ich habe vor seiner Einwechslung das Feuer in seinen Augen gesehen. Er hat auf dieses Spiel gebrannt», sagt FCB-Goalie Jonas Omlin.

Koller hatte beim Meisterschaftsspiel gegen Xamax im Hinblick auf den Cup Viertelfinal Stammspieler wie Kevin Bua oder Ricky van Wolfswinkel geschont. Ausgerechnet diese zwei Spieler mussten am Mittwochabend bereits nach 30 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Am Ende hatten diese frühen Wechsel aber eine positive Folge. «Ich wäre schon froh gewesen, wenn Kevin noch etwas länger hätte spielen können, weil er sicher mehr Saft in den Beinen gehabt hätte als ich», sagt Stocker.

Trotz brennenden Muskeln und müden Beinen vom Wochenende ist der Flügelstürmer aber an praktisch jeder Offensivaktion des FCB beteiligt und trifft in der Verlängerung doppelt. Der ebenfalls eingewechselte Albian Ajeti läutet mit seinem Treffer zum 1:2 die Wende für den FCB ein.

In den Katakomben des Tourbillon spricht Stocker nach dem Cupspiel von «Payback-Time». Dass er allen Menschen etwas zurückgeben möchte, die ihn im letzten Jahr unterstützt haben. Er will auch in Zukunft eine entscheidende Rolle in wichtigen Spielen einnehmen. In Sion wurde er früh eingewechselt, steigerte sich, belebte das Spiel und war am Ende der entscheidende Faktor.

Stocker zeigte Wille, hielt die Ansprache vor der Verlängerung und schoss am Ende das entscheidende Tor. Koller spricht bei Stocker vom «geplatzten Knoten», und dies überträgt er auch auf die ganze Mannschaft. In der Hinrunde hätte nämlich weder Stocker noch der FCB eine Leistung wie in Sion erbringen können.

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