Super League

Der FCB feiert einen Klassikersieg im Schongang und freut sich über vier Debüts

4:0 gewinnt der FC Basel gegen den FC Zürich. Weil YB und Sion patzen, baut Rotblau damit seine Tabellenführung aus und hat bis auf eine heikle Szene auch sonst allen Grund zur Freude.

Noch bevor der Klassiker FCB gegen FCZ überhaupt begonnen hat, sinkt Stürmer Arthur Cabral auf die Knie. Der Brasilianer betet mit erhobenen Händen, und zwar solange, dass Schiedsrichter Alan Bieri sogar extra mit dem Anpfiff wartet. Als Cabral sein Gebet beendet hat, ertönt die Pfeife. Neun Minuten später liegt der Ball bereits ein erstes Mal im Netz. Torschütze: Cabral. Der 1,86 Meter grosse Stürmer schleicht sich im Strafraum von seinen Bewachern weg und vollendet eine Xhaka-Flanke aus dem Halbfeld per Kopf zum 1:0. Sein erstes Tor für Rotblau ist gleichzeitig das hundertste in dieser Super-League-Saison. Der 21-Jährige bejubelt seinen Premierentreffer ausgelassen und mit dem ganzen Team an der Eckfahne.

Erst Ende August war Cabral als Ajeti-Ersatz aus Brasilien in die Schweiz gekommen. Der Wunschspieler von FCB-Sportchef Ruedi Zbinden spielte aufgrund grosser Konkurrenz beim brasilianischen Spitzenteam Palmeiras nur wenig. In Basel musste er trotzdem sofort funktionieren. In allen vier Spielen seit seinem Wechsel kam Cabral zum Einsatz. Anpassungszeit, die Südamerikaner normalerweise in Europa brauchen, gab es kaum. Doch der Stürmer scheint diese auch nicht wirklich zu benötigen. Gegen Krasnodar überzeugte er bereits mit zwei Assists und zahlreichen guten Offensivaktionen. Vor einer Woche blieb ihm ein Tor aufgrund schlechter Chancenverwertung noch verwehrt. Doch gegen Zürich trifft er gestern gleich mit seinem ersten Abschluss.

Statt vom Platz zu fliegen, schiesst Kevin Bua ein Tor

Cabrals Treffer ist der Dosenöffner für ein Spiel, dessen Geschichte schnell erzählt ist. Der FCZ ist erschreckend schwach. Der FCB muss nicht, wie noch gegen YB, an seine Leistungsgrenze gehen, um zu punkten. Die Schlüsselszene passiert kurz nach der Pause. Kevin Bua hätte aufgrund einer bösen Grätsche von hinten in die Beine eigentlich Rot sehen müssen. Doch weil weder Schiri noch VAR das Foul richtig deuten, darf Bua weiterspielen und Sekunden später zum 2:0 treffen. Damit trifft der Spieler, der im April 2016 das letzte FCZ-Tor im Joggeli gemacht hat, diesmal auf der Gegenseite.

Das Spiel ist damit entschieden. Der FCZ schiesst im gesamten Spiel nur einmal auf das Tor und das auch noch so harmlos, dass Jonas Omlin den Ball mit der Brust hätte stoppen können. Der FCB hat jederzeit alles im Griff, kann in des Gegners Hälfte ohne Druck den Ball hin und her passen und kommt so zwangsweise immer wieder zu Chancen.

Cabral vergibt in der 72. Minute eine Hundertprozentige, als er aus wenigen Metern über das leere Tor schiesst. Dafür vernascht der eingewechselte Edon Zhegrova kosovomessi-mässig acht Minuten später gleich die gesamte FCZ-Defensive und kommt damit ebenfalls zu seinem Debüt-Tor für Rotblau. In der 90. Minute sorgt Samuele Campo mit dem 4:0 für den auch in dieser Höhe verdienten Endstand.

Bergström und Ramires mit Liga-Debüt für Rotblau

Der FCB freut sich über vier Tore und ebensoviele Debüts. Emil Bergström spielte in seinem ersten Liga-Auftritt für Basel souverän. Cabral und Zhe-grova jubelten über ihre ersten Tore für Basel und kurz vor Schluss kommt mit Ramires auch noch der zweite brasilianische Neuzugang zu seinem ersten Einsatz für seinen neuen Klub. Zbinden war es ein Anliegen, dass zwei Brasilianer nach Basel kommen. Zusammen sollen sie sich schneller an die europäischen Verhältnisse gewöhnen, um der Mannschaft schneller zu helfen. Das scheint zu funktionieren. «Es läuft einfach», sagt Taulant Xhaka. Der Captain will zwar nicht zu fest auf die Tabelle schauen. Doch weil YB und Sion patzen und der FCB den Klassiker im Schongang gewinnt, hat er seine Tabellenführung sogar auf drei Punkte ausgebaut.

Die Noten zum Spiel:

Die Highlights im Video:

Highlights FCB - FCZ

   

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