Super League
Der FCB lebt, Dimitri Oberlin bleibt – und weitere Erkenntnisse aus dem 6:1 gegen Thun

Seit Samstag ist klar, dass die acht Jahre während Meisterserie des FCB reisst. Mit dem 2:1 gegen Luzern sicherte sich YB vier Runden vor Schluss den Titel. Der FC Basel geht 2018 leer aus, aber aufgegeben hat er sich nicht. Das hat das 6:1 gegen Thun eindrücklich belegt. Was die Partie sonst noch für Erkenntnisse mit sich gebracht hat.

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Die FCB-Stars feiern mit ihren Fans das 6:1 gegen Thun und damit den höchsten Heimsieg diese Saison.

1. Bern bebt – Basel lebt

„Bern bebt“, so titelt der Sonntagsblick am Tag nach dem YB nach 32-jähriger Durststrecke den ersten Meistertitel feiert. Der FCB spielt an eben diesem Tag, dem Sonntag, 29. April, im Joggeli gegen den FC Thun eine eigentlich Kehrauspartie. Wenigstens für die Basler, denn den zweiten Platz hätte ihnen St. Gallen bloss streitig machen können, wenn die Ostschweizer gegen Lugano gewonnen hätten. Das gelang nicht. Thun dagegen spielt um den Ligaerhalt, es geht um Sein oder Nichts-Sein für die Berner Oberländer. Davon aber spürt man in dieser Partie nichts. Nur ein Team spielt: der FC Basel. Richtig gehend euphorisierend, was die Mannschaft von Raphael Wicky an diesem Sonntag auf den Rasen powert. 6:1 fegen die Basler Thun weg. Ein hoch verdienter und in der Tendenz eher zu tiefer Sieg. Und ein kräftiges Lebenszeichen, auch eine Art Kampfansage Richtung Bern: Ihr habt uns diese Saison zwar entthront, aber wir kommen zurück, nächste Saison soll alles wieder so sein wie in den Jahren zuvor: Basel oben, YB irgendwo dahinter. Basel lebt.

2. An der Strategie lag es nicht

Fünf der sechs Tore gegen Thun schossen Spieler, die im eigenen Nachwuchs ausgebildet wurden. Darunter auch Neftali Manzambi, der gegen die Berner Oberländer zu seinem Startelf-Debüt im Joggeli kommt. Klublegende Karli Odermatt meinte vergangene Woche erst: „Die Strategie ist halt mal nicht aufgegangen.“ Dem muss man widersprechen. Es lag nicht an der Strategie, sondern höchstens daran, dass man im Winter zu viele Wechsel in Kauf nahm. Denn was Basel auf dem vielgerühmten Campus für Spieler „produziert“, das haben sie nicht nur gestern gezeigt, das beleben auch die zahlreichen in Basel ausgebildeten Spieler, die in der ganzen Schweiz kicken.

3. Die Lehrlinge sind lernfähig

Was wurde schon auf der neuen Führung und ihrem Trainer, Raphael Wicky, rumgehackt. So ziemlich alles wurde ihnen vorgeworfen: falsche Einkäufe, zu viele Wechsel, über den Haufen geworfene Hierarchien und und und. Sicher, der FCB hat Fehler gemacht – sonst stünde er jetzt nicht mit leeren Händen da. Aber – und das darf die FCB-Fans optimistisch stimmen – man betrachtet das Geschehen durchaus selbstkritisch. So meinte Sportchef Marco Streller gestern nach dem Spiel beispielweise: „Wahrscheinlich haben wir im Winter zu viele Transfers gemacht. Das kann ein Fehler gewesen sein. Und wir wussten, dass es passieren kann, dass wir Fehler machen. Wir dürfen sie bloss nicht wiederholen.“ Auch Raphael Wicky ist kritikfähig, das hat er immer wieder bewiesen. Er hat sich entwickelt, ist gereift und wird mit grösster Sicherheit auch nächste Saison an der Seitenlinie stehen, auch das bestätigte Marco Streller am Sonntag. Ebenso, dass Dimitri Oberlin bleiben wird, auch wenn das Geld noch nicht nach Salzburg überwiesen worden sei.

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