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Der FCB richtet sich für den Spitzenkampf in der Super League neu aus

Murat Yakin erklärt den Journalisten seine Gedanken vor dem Spitzenspiel bei den Grasshoppers. Keystone

Murat Yakin erklärt den Journalisten seine Gedanken vor dem Spitzenspiel bei den Grasshoppers. Keystone

Nach Maccabi Tel Aviv, vor GC – die Überlegungen von FCB-Trainer Murat Yakin vor dem wichtigen Meisterschaftsspiel vom Sonntag auswärts im Zürcher Letzigrund. Er betont, dass GC aufgrund der Ausgangslage die Initiative ergreifen müsse.

Seine Spieler waren bereits auf dem Weg zum St. Jakob-Park, wo gestern Abend noch ein kurzes Auslaufen stattfand. Ergo musste es schnell gehen, sodass Murat Yakin nach der verspäteten Ankunft am Basler Flughafen an einem ungewöhnlichen Ort zum Mediengespräch bat: Vor dem Ausgang zum Busbahnhof, da wo sich für gewöhnlich die Raucher ihre erste Zigarette nach der Landung gönnen, blickte der FCB-Trainer noch einmal zurück auf den Auftritt in Tel Aviv am Abend zuvor und schaute voraus auf den Super-League-Spitzenkampf von morgen bei den Grasshoppers.

Im Bloomfield-Stadion, dessen geringes Fassungsvermögen die 13 000 einheimischen Fans mit ohrenbetäubendem Lärm wettmachten, sicherte sich der FC Basel mit einer konzentrierten Defensivleistung eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am kommenden Donnerstag. Er tat dies überraschend mit einer Dreierabwehr, die laut Yakin dem zur Verfügung stehenden Personal geschuldet war.

Das Basler Lazarett in Israel

Gleich fünf Spieler, mehrheitlich Offensivkräfte, wurden für das GC-Spiel geschont oder reisten wie Marco Streller verletzungshalber gar nicht erst mit nach Israel. Es bot sich also an, mit den verbliebenen Akteuren in erster Linie das eigene Tor zu verbarrikadieren. «Sehr gut und konzentriert» habe die Mannschaft nach hinten gearbeitet, sagt Yakin. «Das Teilziel, auswärts kein Tor zu kassieren, haben wir erreicht.»

Er nahm auch die offensiven Matias Delgado und Giovanni Sio in Schutz, die in Tel Aviv einen schweren Stand hatten und nicht glänzen konnten. Sio sagte nach dem Schlusspfiff: «Für einen Stürmer ist eine solche Taktik natürlich schwierig, aber der Trainer hat so entschieden und ich muss es akzeptieren.» Sio teilte aber mit seinen Teamkollegen den Optimismus, im Rückspiel Maccabi zu besiegen und in die Achtelfinals einzuziehen: «Wir werden zu Hause sicher offensiver antreten. Dann sehe ich uns klar in der Favoritenrolle.»

Ein Sieg wäre ein deutliches Zeichen

Bevor es am Donnerstag darum geht, ob es in der nächsten Runde zum schweizerisch-österreicherischen Duell Basel - Salzburg (Red Bull gewann das Hinspiel in Amsterdam mit 3:0) kommt, steht morgen die Partie im Letzigrund an. Eine Partie, die bei Yakin und dem Rest des FCB mehr Aufmerksamkeit geniesst als die Europa League. Mit einem Auswärtssieg könnte Rot-Blau die Hoppers in der Tabelle um neun Punkte distanzieren und zudem ein deutliches Zeichen setzen: Es wäre nach dem Sieg gegen YB der zweite Vollerfolg innerhalb von zwei Wochen gegen einen Direktkonkurrenten im Titelkampf.

Einen Sieg wünscht sich auch Yakin, klar. Aber er sagt auch, dass der Ball beim Gegner liege. «GC muss, wir dürfen die Initiative ergreifen», sagt er. Was aber nicht heisse, dass er seine Mannschaft wie in Israel mit einer defensiven Grundeinstellung auf den Platz schicke. Angesichts des Personals, das Yakin zur Verfügung steht, wäre dies wohl auch das falsche Signal: Stocker, Frei, Diaz, Callà und wohl auch Streller kehren in die Startelf zurück, alles Spieler mit offensivem Naturell. Ob er für das GC-Spiel zum bewährten System mit einer Viererabwehr zurückkehrt, liess Yakin offen. «Das System mit der Dreierabwehr kann man auch offensiv interpretieren, wenn man dafür die richtigen Spieler einsetzt.»

Wenig Zeit und nur zwei Trainings bleiben Yakin, um den Spitzenkampf vorzubereiten. Und doch kann viel passieren, bis morgen um 16 Uhr das Spiel angepfiffen wird. Wie auch in den 90 Minuten plus Nachspielzeit danach.

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